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Pro Evolution Soccer 2009
27. Dezember 2008

Während die Bundesliga bereits seit August den Ball rollen lässt, mussten sich die Fans des virtuellen Kicks ein wenig gedulden. Nachdem FIFA zu Beginn des Oktobers den virtuellen Anstoß ausgeführt hatte, folgte nur wenig später das japanische Pendant in Form von „Pro Evolution Soccer 2009". Ob die Entwickler rund um „Seabass" Takatsuka wirklich aus den Fehlern des Vorjahres gelernt haben, erfahrt ihr in unserem neuesten Review.

PES Unites

Bereits beim Betreten des farbenfrohen Hauptmenüs merkt man, dass sich die Entwickler von PES Productions durchaus ihre Gedanken gemacht haben, was die Benutzeroberfläche betrifft. Schließlich zeichneten sich die Vorgänger meist durch eintönige und langweilige Motive aus, die vor allem im Vergleich zu der FIFA Serie oft den Kürzeren gezogen haben. Dieses Mal hat man sich jedoch für ein stylisches Design entscheiden, was mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack ist, mich aber persönlich durchaus überzeugen konnte. Da die Menüoptik jedoch nur sekundär ist, widme ich mich lieber den Spielmodi, die ebenfalls zu den Schwächen des Vorgängers gehörten. Viele Spieler hatten sich nämlich über den Mangel an Innovation geärgert, da „Pro Evolution Soccer 2008" nur die gewohnte Liga- und Pokalkost, gepaart mit der standardmäßigen Meister Liga, die seit Jahren den gleichen Inhalt hat, bot. Unglücklicherweise hat sich daran nicht viel geändert. Das Ziel der Meisterliga besteht nämlich immer noch darin, mit einem beliebigen Team in die höchste Spielklasse aufzusteigen, um dort irgendwann um den Titel mitzuspielen. Der Mangel an Ideen spricht nicht gerade für Konami, da das Gerüst immer noch dem der letzten drei Spiele ähnelt. Und das trotz der hinzugewonnen Champions League-Lizenz, oder sollte ich lieber sagen: Trotz der halben Champions League-Lizenz. Was Konami nämlich von der UEFA bekommen hat, kann man getrost als Mogelpackung bezeichnen. Wer nämlich an der Königsklasse teilnehmen möchte, kann dies entweder nur in dem gleichnamigen Modus oder im Rahmen eines einzelnen Freundschaftsspiels tun. In diesem Fall präsentieren sich nicht nur die Menüs im klassischen Champions League-Design, sondern auch die Stadien. Nichtsdestotrotz beinhaltet der Deal einen großen Makel, den man einfach nicht schön reden kann. Hierbei handelt es sich um das Fehlen einiger Mannschaften, wie zum Beispiel Bayern München oder Werder Bremen. Während man in den vorherigen Spielen wenigstens noch mit dem bayerischen Rekordmeister auf Punktejagd gehen konnte, fehlt der deutsche Anteil nun komplett. Aber auch Fans des spanischen oder englischen Fußballs müssen aufgrund fehlender Lizenzen wieder Mal auf gefakte Teams zurückgreifen, in denen lediglich die Spieler Originalnamen besitzen. Der Champions League-Modus an sich entspricht dem des Original. Man beginnt das Turnier mit einer kleinen Gruppenphase, ehe es durch Achtel-, Viertel- und Halbfinale Richtung Endspiel geht. Enttäuschend ist weiterhin die Tatsache, dass die Lizenz nicht in den anderen Modi verwendet wird. Da der Vertag mit der UEFA aber noch einige Jahre andauert, kann man nur hoffen, dass sich dies in den kommenden Teilen ändern wird.

Der Star bist DU!

Neben den standardmäßigen Pokal- und Ligawettbewerben gibt es auch noch den heiß erwarteten „Be A Legend"-Modus, der in den japanischen Fassungen von PES bereits vor einigen Jahren in Form des so genannten Fantasista-Mode (oder soll das Fantasia-Mode heißen?) veröffentlicht wurde. Hier besteht die Aufgabe darin einen (!) jungen Nachwuchskicker, den man sich zu Beginn des Spiels erstellt, zu einem anerkannten Vereins- und Nationalspieler zu machen. Was das Ganze besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass man zunächst in der Reserveelf startet. Je nach Leistung verbleibt man entweder dort, oder steigt in die B respektive A Elf auf. Gegebenenfalls kann man natürlich auch wieder absinken, wodurch dauerhaftes Engagement ein absolutes Muss ist. Was dem „Be A Legend"-Modus noch auszeichnet ist das simple aber dennoch motivierende Skillsystem. So hat man sechs Bereiche (von Schusstechnik bis Ausdauer), die man mit speziellen Fokuspunkten ausstatten kann. Wie schnell sich der jeweilige Spieler schließlich verbessert, hängt von der festgelegten Anzahl der Fokuspunkte ab. Damit es jedoch erst zur Entwicklung kommt, bedarf es jede Menge Einsätze. In Sachen Spieldarstellung orientiert sich die Kamera natürlich nur an euch. Wer aber ein FIFA-ähnliches Action-Feeling erwartet, wird schnell merken, dass dies bei „Pro Evolution Soccer 2009" nicht der Fall ist. Grafik-Spielereien, wie Blur-Effekte oder eine wackelnde Kamera sucht man vergeblich. Was mich am „Be A Legend"-Modus vor allem gestört hat, ist die Tatsache, dass man selbst nach Auswechselungen weiterhin dem Spiel zusehen muss. Zwar gibt es noch eine kleine Vorspulfunktion, aber selbst die ist aufgrund der lahmen Geschwindigkeit nur geringfügig zu gebrauchen. Dennoch kann man den Modus aufgrund seiner angenehmen Spielbarkeit und dem motivierenden Entwicklungssystem als gelungenen Neuzugang bezeichnen.

Die Welt ist nicht genug

Der Onlinemodus gehörte zu den größten Schwächen von „Pro Evolution Soccer 2008". Glücklicherweise haben sich die Jungs von PES Productions die Kritik zu Herzen genommen und ein brandneues Netzwerksystem aufgebaut: Dieses beinhaltet unter anderem einen Nachrichtenbereich, eine Freundesliste, sowie unzählige Server, die benutzt werden können. Das Beste ist allerdings: Das Spielgeschehen läuft bis auf wenige Ausnahmen absolut lagfrei ab. Dennoch gibt es einen kleinen Negativpunkt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Wie auch „Metal Gear Online" benötigt „Pro Evolution Soccer 2009" einen Konami ID Account, damit der Spieler online gehen darf. Dieser Vorgang bringt nicht nur mehr Arbeit für den Kunden, sondern lässt auch den bereits existierenden PSN Account einfach auf der Strecke stehen. Bleibt zu hoffen, dass die Herren aus Japan irgendwann zur Vernunft kommen und dieses nervige System endlich fallen lassen...

Was die Modi angeht bietet „Pro Evolution Soccer 2009" bis auf eine kleine Ausnahme gewohnte Kost. Neben den typischen Freundschafts- und Ranglistenspielen (die Platz für bis zu 4 Leute bieten) gibt es auch noch den interessanten Legendenmodus, in dem man mit seinem eigenen Kicker aus dem „Be A Legend"-Mode und drei weiteren Spielern gegen eine der vielen Offline-Teams antreten kann. Bis auf die wenigen Lags, die meist auf die Leute mit schlechten Verbindungen zurückzuführen waren, machte der Modus jedoch jede Menge Spaß. Was die Serie jetzt noch bräuchte, wäre ein Liga- oder Turniermodus.

Off the Ball

Während die vorherigen Teile meist eine absolut saubere Gameplay-Erfahrung bieten konnten, sieht das Ganze beim neuesten Ableger der Serie ein wenig anders aus. Trotz unzähliger Spielstunden konnte mich das Gameplay nur bedingt überzeugen. So sorgt allen voran das lächerliche Verhalten der Abwehrspieler dafür, dass ich den Controller ein um das andere Mal am liebsten an die Decke geschmissen hätte. Das Problem besteht nämlich darin, dass sich die Abwehrspieler im Vergleich zu den quicklebendigen Stürmern viel zu behäbig agieren. Das sorgt vor allem online für einige frustrierende Momente, da es teilweise fast schon unmöglich ist Kicker, wie Adriano oder Ronaldinho zu stoppen. Natürlich ist es nicht so, dass man bei jedem Angriff sofort überlaufen wird, aber dennoch sorgt der Mangel an Balance vor allem online für einige nervenaufreibende Momente. Darüber hinaus hat Konami nochmals an der Geschwindigkeit gedreht und das Spielgeschehen ein wenig langsamer gemacht. Eine Veränderung, die durchaus lobenswert ist, da der Spielablauf bei „Pro Evolution Soccer 2008" meist ein wenig zu hektisch war. Den wohl größten Unterschied im Vergleich zum Vorgänger merkt man aber bei der Ballbehandlung. Pässe wirken nicht mehr wie an der Leine gezogen und Schüsse verlangen deutlich mehr Präzision, als beim Vorgänger. Immer noch ausbaufähig sind jedoch die Keeper, die den Ball wie zu oft einfach nur abklatschen lassen. Außerdem wünsche ich mir mehr Paraden, da vor allem Leute, wie Kaka oder Adriano viel zu leicht Tore erzielen. Eine Neuerung, die man ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte ist die neue Dribbelsteuerung, die nun auf eure Aktionen mit dem Analogstick bzw. dem Digitalkreuz reagiert. So kann zum Beispiel durch schnelles Betätigen der Richtungstasten eine Finte ausführen, mit der ihr euch durch die gegnerischen Abwehrreihen schlängeln könnt. Das funktioniert je nach Fußballer einfacher oder schwerer. Alles in allem hinterlässt das Gameplay jedoch einen herben Nachgeschmack, was vor allem auf die lahme Defensive zurückzuführen ist. Die Veränderungen an der Ball-, Pass- und Schussphysik zeigen jedoch, dass Konami auf jeden Fall in der Lage ist zu reagieren. Nur blöd, dass der nächste Titel erst in einem Jahr erscheint.

Grafik

In Sachen Grafik bietet Konami (unglücklicherweise) mal wieder gewohnte Kost. Obwohl die Trikots und Spieler im Vergleich zum letzten Jahr einen Tick sauberer und detaillierter wirken, kann das Gesamtbild nicht im Geringsten mit der opulenten Optik eines Spiels wie FIFA 09 mithalten. Das liegt vor allem an den kargen Animationen, die anscheinend immer noch aus den Zeiten der PS2 stammen. Hinzu kommt ein lahmes Publikum, das immer noch aus hässlichen 2D Bitmaps besteht - Stimmung kommt da jedenfalls nur selten auf. Ein Lob hingegen verdient der flüssige Spielablauf, welcher völlig frei von Rucklern und Slowdowns ist. Dennoch: Mehr als das Prädikat „2.Liga" hat die Optik von „Pro Evolution Soccer 2009" nicht verdient.

Sound

Im Grunde könnte ich hier bis auf wenige Passagen genau das Gleiche schreiben, wie in den Jahren zuvor. So „überzeugt" der Kommentar immer noch durch flache Sprüche und gespielte Emotionen. Hinzu kommen nur wenige neue Sätze, was auch nicht gerade für die Qualität der Synchronisation spricht. Weitaus gelungener präsentiert sich da aber der Soundtrack des Spiels. Obwohl die Songs allesamt unlizenziert sind, besitzen die meisten Lieder absolutes Ohrwurmpotential. Wem die Songauswahl nicht anspricht, kann immer noch auf die Custom-Soundtrack Funktion zurückgreifen und seine eigenen Lieder hören. Ein weiteres interessantes Detail ist auch das Custom-Chant Feature, mit dem ihr zusätzliche Fangesänge in Form von MP3's ins Spiel integrieren könnt. In Anbetracht der lahmen Standardkulisse eine durchaus positive Neuerung.

FAZIT:

Nachdem enttäuschenden „Pro Evolution Soccer 2008" kann auch der neueste Ableger der japanischen Fußballserie nur bedingt überzeugen. Das liegt vor allem an den wenigen Lizenzen (Bundesliga, wo bist du?), der Next-Gen unwürdigen Optik, sowie dem teilweise frustrierenden Gameplay (vor allem in Hinblick auf die Abwehrarbeit). Wer allerdings mit diesen Fehlern leben kann, bekommt ein solides Fußballspiel mit umfangreichem Inhalt spendiert.

[Review verfasst von Dimi]

Pluspunkte:

  • Ruckelfreie Optik
  • Toller „Be A Legend"-Modus
  • Champions League-Lizenz...

Minuspunkte:

  • ...die leider nicht alle Teams beinhaltet
  • Zweitklassige Grafik
  • Konami ID nervt


Infos zum Spiel
NamePro Evolution Soccer 2009
SystemPlayStation 3
HerstellerKonami
EntwicklerKonami
GenreSport
USKohne Altersbeschränkung
Preis69,99 €
PlatinumJa
Release
 16.10.2008
 11.11.2008
 27.11.2008
Spielerzahl7
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Pro Evolution Soccer 2009
Gameplay
8.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
7.0
Sound
6.5
Spielspass
7.5
 

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