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Mortal Kombat vs. DC Universe
11. Januar 2009

„Mortal Kombat" war neben dem Playboy sicher ein Traum für jeden pubertierenden Jungen. Viel Blut, abgetrennte Gliedmaßen und das Verbotene (zumindest in Deutschland) machte die Serie Anfang der Neunziger recht populär. Spielerisch konnte „Mortal Kombat" allerdings nie überzeugen, aber man kann ja nicht alles haben. Irgendwann begriffen wohl auch die Entwickler, dass der spielerische Aspekt doch nicht so unwichtig ist und haben die Serie im Laufe der Jahre immer wieder umgekrempelt. Ob sie mit „Mortal Kombat vs. DC Universe" dieses Mal den Anschluss an die Prügelspitze schaffen, klären wir im Review.

B-Movie zum Nachspielen

Die Realitäten von Outworld und der Erde drohen miteinander zu verschmelzen. Durch die aufkommende Energie droht nicht nur die Vernichtung beider Welten, nein, es entsteht mit Dark-Khan - eine Mischung aus Darkseid (DC Universum) und Shao Khan (MK Universum) - auch ein neuer Superschurke! Bevor sich beide Parteien jedoch gegen den Oberschurken zur Wehr setzen, machen sie jeweils die Anderen für die missliche Situation verantwortlich. Um gegen die vermeintlichen Übeltäter der anderen Fraktion zu bestehen, verbünden sich in beiden Universen sogar die Guten mit den Bösen: Lex Luthor macht gemeinsame Sache mit Superman, während auf der anderen Seite Raiden mit Sub Zero einen Waffenstillstand aushandelt.

Nachdem man sich für eine Seite entschieden hat, geht es auch schon ins Kampfgetümmel. Um das ganze Prügeln zu rechtfertigen, machten die Autoren gebrauch von einem kleinen Kunstgriff. Damit die makellosen DC Helden zum einen etwas fieser wirken und zum anderen um für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zu sorgen, baute man in die Geschichte noch die „Kampfeswut" ein, welche durch die Verschmelzung beider Welten entsteht. Diese „Kampfeswut" verteilt die Kräfteverhältnisse neu, was zur Folge hat, dass auch ein Superman locker geschlagen werden kann, bzw. ein eigentlich netter Captain Marvel völlig austickt und auch die eigenen Leute herausfordert.

Die Zwischensequenzen sind teilweise sehr lang, sorgen aber auch für eine ganz gute Atmosphäre. Die Story ist im Grunde genommen sehr lächerlich und die Dialoge sind mit Peinlichkeiten nur so gespickt, aber im Gegensatz zu dem, was in Spielen wie „Dead or Alive" oder „Soul Calibur" geboten wird, hat die Geschichte bei „Mortal Kombat vs DC Universe" wenigstens B-Movie-Charme. Um die Story auch aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen, wird einem im Story Modus der Kämpfer stets vom Spiel vorgeschrieben. Leider macht die Inszenierung kurz vor dem Ende der Story schlapp und das Finale, auf das man die ganze Zeit gewartet hat, wird nur in Standbildern erzählt. Wer also keinen Bock auf die Story hat, kann sich auch in einem normalen Arcade-Modus mit seinem Lieblingscharakter an die Spitze prügeln. Folgende Charaktere haben es ins Spiel geschafft:

Mortal Kombat:

  • Scorpion, Sub-Zero, Liu Kang, Sonya, Jax, Raiden, Kano, Kitana, Baraka, Shang Tsung

DC Comics:

  • Joker, Catwoman, Flash, Wonder Woman, Batman, Deathstroke, Green Lantern, Captain Marvel, Superman, Lex Luthor

Die Rückkehr der Babalities oder doch "Finish him!"?

Spielerisch hatte die Mortal Kombat Serie immer mit Dynamikproblemen zu kämpfen und auch im neusten Teil, haben es die Entwickler nicht geschafft für einen fließenden Ablauf in den Kämpfen zu sorgen. Es gibt in den Kämpfen zwar allerhand Neuerungen wie den Close Kombat, den Freefall Kombat, Test Your Might (hie schiebt man seinen Gegner durch mehrere Wände) und den Rage Balken, der wenn komplett gefüllt, den Charakter kurzzeitig unbesiegbar macht. Die Kombats und auch Test Your Might sind mittels Quick Time Events inszeniert und können bis zu 30% der Lebensenergie des Gegners kosten. Diese Unterbrechungen im Kampfgeschehen stören leider mehr als das sie nutzen. Was sie allerdings so nervig macht, ist, dass die Kämpfer vom Spiel danach erst wieder in ihre Ausgangsposition gebracht werden, was den Fluss im Geschehen deutlich mindert. Das gleiche gilt für einen Wurf, nach dem man nicht gleich wieder auf den Gegner zustürmen kann, sondern erst auf die Ausrichtung der Kämpfer warten muss. Die Tastenkombinationen die Special Moves aktivieren, werden ebenfalls nicht immer genau erkannt, was zur Folge hat, dass man sie öfters wiederholen muss.

Die für Mortal Kombat so berüchtigten Fatalities (auf DC Seite Brutalities genannt) haben es natürlich auch wieder ins Spiel geschafft und sind ähnlich Kreativ wie früher, allerdings bei weitem nicht mehr so brutal und pervers. Abgetrennte Gliedmaßen, hektoliterweise Blut und platzende Köpfe sucht man hier vergebens. Ob das nun von DC vorgeschrieben oder auf den Willen der Entwickler zurückzuführen war, ist dabei zweitrangig. Splatterfans haben also das Nachsehen und einer der wenigen Kaufgründe geht verloren. Zudem sind diese Moves nicht im Story Modus zu finden, wobei dies aufgrund der Handlung wiederum recht logisch erscheint. Was ebenfalls stört, ist der unausgewogene Schwierigkeitsgrad. Man kann vier Mal hintereinander gnadenlos verlieren, doch beim fünften Mal schickt man den Gegner problemlos mit einem Flawless Victory (Sieg ohne Energieverlust) in die ewigen Jagdgründe.

Düstere Grafik

Schön zu sehen ist, dass man den düsteren Look der Mortal Kombat Serie auch auf die DC Charaktere übertragen hat. Die Modelle sind allesamt detailliert und besitzen gute Texturen. Auch sehen die meisten Special Moves recht ansehnlich aus, die Kleidung wird in Mitleidenschaft gezogen und die Kämpfer tragen sichtbare Wunden davon. Leider sind die Charaktermodelle das einzige grafische Highlight. Der Rest kommt arg trist und Detailarm, fast schon hässlich, daher. Die Levels sind langweilig und bieten keinerlei Interaktivität. Da hilft es auch nicht, wenn man einige Areale durchbrechen und Kampf auf einer anderen Ebene fortführen werden kann. Der größte animatorische Witz sind allerdings die Moves vieler Charaktere. Diese sind identische animiert und wirken überdies auch noch undynamisch und hölzern. Wenn man einen Gegner K.O. schlägt, stellt er sich zuerst steif hin und fällt dann wie ein Baum um. Lächerlich! Soundtechnisch kommt „Mortal Kombat vs DC Univers" ebenfalls zweischneidig daher. Die Soundeffekte sind brachial wie immer, aber die Hintergrundmusik kann belangloser nicht sein. Die deutsche Synchronisation passt ab und an, ist aber teilweise auch völlig fehlbesetzt, was man aber noch unter Trash verbuchen kann.

Neben dem Story- und Arcade-Modus, gibt es natürlich noch einen VS.-Modus, in dem man einem menschlichen Gegner an einer PS3 oder Online eins auf die Mützen geben kann. Einen Trainingsmode gibt es ebenfalls noch. Wer seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellen möchte, kann sich noch in der Combo-Challenge austoben. Hier ist es besonders schwer die enthaltenen Trophies abzustauben. Extras, die es zu erspielen gilt, sucht man leider fast vergebens. Bis auf zwei zusätzliche Charaktere gibt es weder Skizzen, noch Zwischensequenzen die man freischalten und anschauen könnte, noch weitere, neue Kostüme.

FAZIT:

Das Problem von „Mortal Kombat vs. DC Universe" ist bereits seit „Mortal-Kombat I" bekannt. Schon das Original war spielerisch veraltet und die Serie fand nie den Anschluss an Beat`em Ups wie „Street Fighter II", „King of Fighters" oder „Virtua Fighter". Die Kämpfe sind undynamisch, hölzern und vom Schwierigkeitsgrad her stark schwankend. Zudem kommt das Spiel ziemlich blutleer daher, was auch nicht ganz zur Serie passt. Technisch werden ebenfalls keine Bäume herausgerissen und mehr als Durchschnitt ist auch nicht drin. Was bleibt ist eine einfallsreiche - wenn auch trashige Story, ein einfaches Kampfsystem und cooles Charakterdesign. Fans können zum Budgetpreis zuschlagen, alle anderen finden in „Soul Calibur IV" das besser Kampfspiel oder warten gleich auf die Killerapplikation „Street Fighter IV"!

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Coole B-Movie Story
  • Abwechslungsreiches Charakter Line-Up
  • Der Ansager!

Minuspunkte:

  • Harmlose Fatalities
  • Undynamisches Gameplay
  • Kein Charaktereditior


Infos zum Spiel
NameMortal Kombat vs. DC Universe
SystemPlayStation 3
HerstellerMidway
EntwicklerMidway
GenreBeat'em Up
USKab 16 Jahren
Preis69,99 €
PlatinumNein
Release
 21.11.2008
 16.11.2008
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetNein
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Mortal Kombat vs. DC Universe
Gameplay
6.0
Atmosphäre
7.5
Grafik
6.0
Sound
6.0
Spielspass
6.5
 

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