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Ninja Assault
29. Juli 2004

Lightgun Shooter gibt es nun ja nicht gerade viele auf den aktuellen Konsolen. Die PlayStation 2 bietet da sogar noch die meiste Auswahl. Umso wichtiger für den Spieler ist, dass man auch für sein sauer erspartes Geld den größten Spielspaß bekommt.

Wie die meisten Lightgun Shooter kommt auch Ninja Assault aus der Spielhalle. Dort steckt man ein, zwei Münzen in den Automaten und spielt ein Weilchen. Eine nette Abwechslung vom Videospielealltag, die durch die Plastik Pistole (als Controller versteht sich) noch verstärkt wird. Aber kann die Umsetzung auch auf dem verwöhnten Heimkonsolenmarkt bestehen?

Und genau hier liegt der Hund begraben. Für ein PlayStation 2 Spiel bezahlt man am Erstverkaufstag 60 €. Eine Menge Geld, für die man aber nur ein minimal aufgewertetes Spiel aus der Spielhalle erwarten darf. Denn 20 Stunden oder mehr wird man mit einem Lightgun Shooter nicht verbringen. Lohnt sich deshalb eine Anschaffung oder soll man doch lieber in die Spielhalle gehen?

Fragen über Fragen

Heutzutage sind Spielhallen fast ausgestorben oder meist nur noch in Großstädten zu finden, lebt man also auf dem Lande hat man schon mal relativ schlechte Karten ohne weiteres ein solches Spiel zocken zu können. Zudem haben vielleicht einige unter euch schon eine oder zwei Lightguns zu Hause (z. B. mit Time Crisis 2 oder Vampire Night im Bundle erstanden). Und um ehrlich zu sein, Lightgun Shooter transferieren ein ganz eigenes, anderes Gefühl als herkömmliche 3D Shooter. Zumindest ergeht es mir immer so. Aber genug der Vorrede, kommen wir zum eigentlichen Spiel.

Rauchende Colts in Japan

Die Geschichte ist wie nicht anders zu erwarten ziemlich herkömmlich und auch nicht sonderlich ausgearbeitet. Die junge Prinzessin Koto hat die Gabe in die Zukunft blicken zu können. Eines Nachts sieht sie wie Shogun Kigai eine Armee von Dämonen befehligt und das Land in seine Gewalt bringt. Alle die sich ihm nicht beugen wollen, werden ermordet - auch Koto`s Familie. Nur sie verschont er, denn er begehrt ihre Fähigkeit kommende Ereignisse zu sehen. Tja und wie es nun mal so ist in der Welt der Märchen und Sagen, genau das passiert. Aber der böse Shogun hat die Rechnung ohne die Ninja „Guren“ und „Gunjo“ gemacht – denn die schnappen sich die sagenumwobenen Mach-Pistolen (hier bin ich mir nicht ganz sicher, es könnte auch Macht-Pistolen heißen und nur ein Rechtschreibfehler im Handbuch sein). Mit diesen heiligen Waffen können sie sogar Götter besiegen, denn Kigai hat nämlich genau das vor zu werden, ein Gott. Damit auch die weiblichen Spieler unter uns zu frieden gestellt werden, folgt ein geheimnisvolles Mädchen (die auch so eine Mach-Pistole bei sich trägt) den beiden Ninja um ihren Vater zu rächen.

Ihr seht schon, Ninja Assault bietet eine äußerst dünne Geschichte. Und auch im Verlauf des Spiels wird sie definitiv nicht besser oder spannender. Aber gute Story`s waren noch nie einer der Punkte in denen die Lightgun Shooter überzeugen konnten.

Bevor es losgeht, müsst ihr jedoch noch eure Pistole(n) kalibrieren. Am besten funktioniert das Spiel dabei mit der Namco eigenen G-Con 2 Pistole, die G-Con 45 wird aber genauso unterstützt wie alle kompatiblen Plastikpistolen. Ist die Kalibrierung abgeschlossen findet ihr euch im Hauptmenü wieder. Hier könnt ihr gleich den Storymodus starten, oder euch in diversen Minigames schaffen. Folgt ihr dem Storymodus kämpft ihr euch durch diverse ultra-lineare Levels, gespickt mit Zwischen- und Endbossen, bis hin zum Oberchef. Nach jedem Level erhaltet ihr eine Bewertung, wie gut oder schlecht ihr getroffen und geschossen habt. Dies ist zugleich die Hauptmotivation des Spiels – möglichst den höchsten Punktestand zu erreichen. Im Spiel selber könnt ihr Bonus Items abschießen, um Lebensenergie zu bekommen oder zusätzliche Punkte. Eine schnelle Hand und ein gutes Auge sind Vorraussetzung zum Treffen solcher Gegenstände. Sollte euch dieser Modus langweilen, könnt ihr immer noch den Missions Modus wählen, hier spielt ihr mit einer Kombination von den 3 Charakteren. Also gibt es insgesamt 3 Varianten, die sich leicht im Aufbau und Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Zum Schluss bleiben noch die diversen Minigames, mit denen man die ein oder andere heitere Stunde verbringen kann. Ob nun Rüstungen auf Zeit abschießen, Goldbarren in der Luft halten oder ganz einfach „fischen“. Diese Minigames sind eine nette Zugabe zum Arcadespiel, aber erhöhen die Spielzeit nur unwesentlich. Wenigstens gibt es auch hier einen Zweispielermodus, in dem man unter anderem auch kooperativ dem Schergen auf den Pelz rücken kann.

Reisende in Blei

Technisch merkt man dem Titel sein Alter an, in der Spielhalle sah Ninja Assault schon 2000 das Licht der Videospielewelt. Die Umsetzung für die PlayStation 2 erschien aber erst Ende 2002. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Ninja Assault immer noch an Clipping Fehlern leidet, die Polygonmodelle sind nicht sonderlich detailliert und die Texturen stark verwaschen. Wenigstens flimmert das Spiel nicht, besitzt auch in der PAL Version einen 60 Hz Modus, um in Vollbild spielen zu können und ruckelt nicht.

Samurai mit deutschem Akzent?

Ja ja, da hat sich Sony wieder viel Mühe mit der Lokalisierung gegeben. Anstatt dem Titels eine originale japanische Sprachausgabe zu lassen, die auch besser zum mythologischen Setting passen würde, gibt es deutsche Syncronstimmen zu bewundern. Das dabei kein Kinoniveau erreicht wird, kann sich jeder denken. Aber vielleicht ist das auch besser so, immerhin unterstreichen die Sprecher das trashige Ambiente bestens. Schade nur das die Musik aus uninspiriertem „Synthigedödel“ besteht und kaum Spannung erzeugen kann. Noch ein letztes Wort zu den Samples, zum Beispiel wenn die Recken über einen Holzfußboden gehen. Die klingen teilweise nämlich so schlecht, dass man sich den entsprechenden Tontechniker bildlich vorstellen kann, wie er mit einem Stück Blech auf eine Holzdiele haut und diesen Laut aufnimmt.

FAZIT:

Schwere Entscheidung, zum einen kann Ninja Assault technisch nicht glänzen, zum anderen bringt es auch keine neuen Akzente in das (sträflich vernachlässigte) Genre. Auch spielerisch sind die Ergänzungen zur Arcadeversion zu gering, um einen Vollpreis zu rechtfertigen. Dennoch werden wohl Shooter Fans zugreifen müssen, immerhin gibt es nicht gerade viele solcher Spiele und dementsprechend gering ist auch die Auswahl. Für ein paar nette Gefechte geeignet - lohnt sich Ninja Assault eigentlich nur, wenn man schon eine oder mehrere Lightgun`s besitzt.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

Minuspunkte:

  • Geringer Spielumfang
  • Altbackene Grafik
  • Thrashiges Ambiente


Infos zum Spiel
NameNinja Assault
SystemPlayStation 2
HerstellerSony
EntwicklerBandai Namco
GenreLightgun Shooter
USKab 12 Jahren
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 31.10.2002
 18.11.2002
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzJa
Vollbild 50HzNein
PAL BalkenJa
Speicherbedarf48 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Ninja Assault
Gameplay
6.0
Atmosphäre
5.0
Grafik
6.0
Sound
6.5
Singleplayer
6.0
Multiplayer
7.0
 

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