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Mashed
27. August 2004

Endlich wieder ein Racer á la Mirco Machines mag sich der Freund von unkomplizierten Rennspielen denken und freut sich schon im Voraus. Dabei ist die Vorfreude sogar berechtigt, da Entwickler „Supersonic Software" u.a. den zweiten Teil der Micro Machines Serie (für den SEGA Mega Drive) programmiert hat und eigentlich Erfahrung im Genre aufweißen müsste. In Micro Machines durfte jeder den Gegner von der Straße drängeln und durch ein einfaches Punktesystem die Rennen gewinnen. Dabei muss man weder seine Autos aufmotzen noch irgendwelche anderen Einstellungen vornehmen - unkomplizierter Spaß stand im Vordergrund. Auch bei Mashed braucht man keine Regeln zu beachten oder ein Fahrtraining zu absolvieren. Man kann sich gleich hinter das Steuer klemmen und mit allerlei Kriegsgerät zu Werke gehen. Dennoch löst sich der anfängliche Enthusiasmus nach einer kurzen Zeit in Rauch auf.

Vier gewinnt

Das Hauptaugenmerk bei solch einem Spiel liegt natürlich auf dem Multiplayerpart. Doch bevor ihr euch mit bis zu drei Freunden auf allen Strecken und mit allen Autos beharken könnt, müssen diese erst im Einzelspielermodus frei geschalten werden. Wie so oft ist auch bei Mashed der Solopart weniger attraktiv als die Gefechte gegen andere menschliche Gegner. So tritt man allein gegen die CPU an und muss diverse Aufgabe erledigen. Die computergesteuerten Gegner agieren dabei so schlau wie etwa ein durchschnittlicher Gauda (das ist eine Käsesorte), was einer nicht vorhandenen künstlichen Intelligenz gleich kommt. Aber damit der Spieler nicht vor Langeweile einschläft, haben die Programmierer allerlei unfaire Stellen eingebaut und bei Zeiten kommt Frust auf. Beispiel gefällig? Im Pulk fahren wir auf einer verschneiten Strecke, auf einmal kommt ein KI Gegner auf die Idee, meinen Sieg im letzten Moment zu verhindern und fährt in einen zweiten Gegner rein. Der bleibt quer auf der Strecke stehen, ich streife ihn beim Ausweichen noch und komme auf einen Glatteisabschnitt, auf dem ich nicht mehr vorankomme. Der Auslöser des Unfalles freut sich nun an meiner Stelle über den Sieg. Toll!

Das Spielprinzip orientiert sich deutlich an der Mirco Maschines Serie. Denn genau wie dort bekommt der Spieler einen Punkt, wenn er die Gegner von der Strecke haut oder am unteren Bildschirmrand verschwinden lässt. Wer eine bestimmte Punktanzahl erreicht, gewinnt automatisch das Rennen. Leider haben es die Entwickler versäumt, das ordentlich umzusetzen, denn selbst wenn unter einem noch ca. 5 cm Abstand bis zum Bildschirmende ist, kann es vorkommen, dass man trotzdem aus dem Bild fliegt und der Erste einen Punkt bekommt. Normale Rundenrennen oder kleinere Missionen gibt es aber auch zu bestreiten. Dabei scheinen die verschiedenen Missionen auf dem ersten Blick abwechslungsreich zu sein, können aber auf Dauer nicht motivieren. Ob nun einen Helicopter vom Himmel zu holen oder eine Bombe auf Zeit über die Strecke zu transportieren, nichts ist wirklich spannend. Normalerweise möchte man keine weitere Zeit alleine vor der PS2 verschwenden, wäre da nicht der Fakt, dass man nur hier Strecken und Autos für den Mehrspielermodus frei spielen kann. Warum können im Mehrspielermodus nicht gleich von beginn an alle normalen Strecken verfügbar sein? Warum muss ich mich in der Kampagne rumärgern? Aber vielleicht wurde eine solche Entscheidung getroffen, um den Spieler nicht nach einer halben Stunde zu verärgern. Der Umfang von Mashed ist nämlich ziemlich mickrig.

Das soll die Renderware Engine sein?

Bei Mirco Machines konnte man sich wenigstens noch an der hübschen und abwechslungsreichen Grafik ergötzen. Mashed zeigt davon genau das Gegenteil, die Grafik ist detailarm, besitzt matschige Texturen und langweilige Schauplätze. Bei einem Partygame erwarte ich eine liebevolle und mit witzigen Details überzogene Aufmachung. Alles wirkt trist, depressiv und versprüht alles andere als „Gute Laune". Andere Fahrzeuge wie Boote, Motorräder oder Flugzeuge sucht man auch vergebens, zudem bekommt der Spieler noch ein nerviges, ab und an auftretendes, Ruckeln zu Gesicht und musikalische Begleitung während den Rennen gibt es ebenfalls nicht. Nur peinliche deutsche Sprecher mit noch peinlicheren, sich permanent wiederholenden, Einzeilern dringen ins Ohr - zum Glück kann man die Kommentare jedoch ganz abstellen. Auch bei den Soundeffekten findet sich nichts Überragendes. Gerade die Sounds der verschiedenen Autos klingen, als ob man einen Soundeffekt (wahrscheinlich Staubsauger) genommen hat und den nur verschieden abmischte. Die insgesamt 13 Strecken (plus ein/zwei Bonustracks) sind zudem spielerisch nicht sonderlich reizvoll oder gar fordernd. Meistens sind die Kurse sogar recht einfach gehalten und zudem noch kurz. Aber bevor ihr ja überhaupt auf die Strecke dürft, werdet ihr noch von endlosen Ladezeiten gequält. Solch eine technische Ausführung ist im Jahre 2004 eine richtige Frechheit.

Gadgeteria

Wie am Anfang schon erwähnt gibt es auch allerlei Waffen, mit denen man dem Gegner eins auswischen kann. Neben einer Ölkanone, Flammenwerfer und Maschinengewehr gibt es sogar einen optionalen Airstrike. Das wäre ja vielleicht noch halbwegs interessant, hätte man nicht so stark mit der Steuerung zu kämpfen. Würde jene nämlich nicht halb so sensibel ausgefallen, die Kameraführung nicht halb so mies und die Kollisionsabfrage besser sein, käme vielleicht doch noch so etwas wie Spaß im Einzelspielermodus auf. Tritt man gegen andere menschliche Spieler an, muss sich jeder damit rumärgern und somit hat jeder die gleichen Vorraussetzungen. Dadurch kann Mashed wenigstens noch etwas punkten.

FAZIT:

Fast zwei Jahre nach Micro Machines Explosion auf der PS2 hab ich deutlich mehr von Mashed erwartet, gerade da ja „Supersonic Software" Erfahrungen in dem Spielgenre gesammelt haben. Aber man versagt auf kompletter Linie, das Spiel ist nicht nur in optischer und akustischer Hinsicht ein Debakel, auch im Gameplay-Bereich will dank nicht vorhandener KI, nervöser Steuerung und ewig langen Ladezeiten kein Spielspaß aufkommen. Da man auch noch Strecken und Autos im Einzelspielermodus frei schalten muss, kann man nicht einmal sofort richtig im Multiplayermodus durchstarten. Denn die vier anfänglichen Strecken (ohne Anspruch) können nicht gerade auf Dauer motivieren. Da hilft es auch nichts, dass man mit gerade mal 5 € Mehraufwand einen Multitap von BigBen Interactive dazu bekommt. Wer die Wahl hat, greift lieber zu dem älteren, aber in allen Bereichen besseren Micro Machines Explosion von Atari oder vielleicht noch zu den PSOne-Episoden oder zu den uralten 16-Bit-Spielen. All das ist jedenfalls besser und günstiger als dieses Stück Software.

[Review verfasst von Shagy]

Pluspunkte:

  • Alle Spieler haben mit der miesen Steuerung zu kämpfen
  • Man kann die (miesen) Sprecher ausschalten
  • Im Bundle mit Multitap erhältlich

Minuspunkte:

  • Triste, ruckelnde Grafik
  • Keine Replays
  • Unendliche Ladezeiten
  • Ultraschlechte Sprecher
  • Nervöse Steuerung
  • Mickriger Umfang
  • Vollpreisprodukt


Infos zum Spiel
NameMashed
SystemPlayStation 2
HerstellerEmpire Interactive
EntwicklerSupersonic Software
GenreRennspiel
USKab 12 Jahren
Preis54,99 €
PlatinumNein
Release
 18.06.2004
 13.12.2006
 15.12.2005
Spielerzahl4
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf173 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Mashed
Gameplay
5.0
Atmosphäre
5.5
Grafik
4.5
Sound
2.0
Singleplayer
5.0
Multiplayer
6.5
 

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