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Assassin's Creed II
1. Januar 2010

In jeder Generation gibt es neue Spielmarken, die trotz aller Konkurrenz eine mächtige Duftmarke hinterlassen konnten. In dieser Ära war es vor allem das erste Assassin's Creed, welches anno 2007 mit Pauken und Trompeten auf dem Markt geworfen wurde. Gepusht von der Presse, die vor allem ein Auge auf die wunderschöne Produzentin Jade Raymond geworfen hatte, etablierte sich das Spiel schnell als Big Player. Gerechtfertig? Leider nicht ganz, da vor allem das eintönige Gameplay der Hypemaschinerie nicht gerecht werden konnte (siehe auch OnPSX Test). Inzwischen sind zwei Jahre vergangenen und vor mir liegt das nicht minder gepriesene Assassins's Creed II. Ob die Entwickler aus den Fehlern gelernt haben, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Buongiorno

Wer das erste Assassin's Creed gespielt hat, erinnert sich sicher noch an das offene Ende, welches den Spieler damals mit mehr Fragen, als Antworten zurückgelassen hat. Glücklicherweise setzt die Fortsetzung genau dort an: Man schlüpft also wieder in die Rolle von Desmond Miles. Ein scheinbar ganz normaler junger Mann. Wie man jedoch im ersten Teil erfahren hat, fließt in ihm das Blut der Assassine; aber nicht nur das: Auch die Erinnerungen seiner Vorgänger stecken in seinen DNA Strängen. Und genau auf die hatte es eine mysteriöse Firma abgesehen, die Desmond zunächst entführte und anschließend in den so genannten Animus steckte. Dabei handelt es sich um eine Maschine, die die Erinnerungen eines Menschen in eine Art virtuelle Realität umwandeln kann. Das Ziel der Organisation bestand darin ein wichtiges Artefakt zu finden – Ein Artefakt auf das auch die Kreuzritter scharf waren. Und genau die wurden zur damaligen Zeit von Desmond's Ur-Ur-Ur-Ur-Onkel Altair bekämpft. Wie man sich jedoch denken kann, blieb der erste Versuch ohne Erfolg. Die Story von Assassin's Creed II spielt nun im Italien des 15. Jahrhunderts. Desmond schlüpft in die Rolle des italienischen Aufreißer Ezio Auditore da Firenze. Ein junger Adliger, der jedoch alles andere, als ein Taugenichts ist. Nachdem seine Familie hinterrücks ermordet wurde, schwört er sich Rache. Wie Ezio jedoch schnell merken wird, steckt hinter dem Tod seiner Verwandten mehr, als man zunächst denkt. Und auch Desmond's Schicksal hängt wieder mal eng mit dem seines Vorfahren zusammen...

Frei wie ein Vogel

Auch im zweiten Teil steht das so genannte Free Running mal wieder im Mittelpunkt des Gameplays. Dabei handelt es sich um eine spezielle Kombination aus Sprint und Klettereinlagen mit denen man problemlos die Häuserschluchten des alten Italien überwinden kann. Aktiviert wird der Freilauf mit der R1 Taste. Während man seinen Charakter mit dem linken Analogstick durch die Gegend manövriert, benutzt man die X-Taste zum Überspringen von größeren Hindernissen. Obwohl Free-Running eigentlich die Leichtigkeit des Bewegens vermitteln soll, gelingt dies bei Assassin's Creed II nur bedingt. Auch wenn Ezio im Vergleich zu seinem Vorgänger durchaus etwas an Agilität gewonnen hat, gibt es immer noch viel zu viele nervige Momente, wo er plötzlich den falschen Weg einnimmt oder gar abrupt das Laufen abbricht. Dies nervt vor allem in den Abschnitten, wo es darum geht so schnell, wie möglich vor den Wachen zu fliehen. Obwohl Ubisofts Free-Running Variante keineswegs für die Katz ist, hat man leider viel zu selten genügend Momentum, um wirklich problemlos durch die Städte zu heizen. Damit es in heiklen Situationen jedoch nicht zu unfair wird, hat man Ezio mit reichlich Waffen und Attacken ausgestattet. So darf man unter anderem folgende Neuzugänge willkommen heißen: Da wären zum Einem die beiden Assassinen-Dolche mit denen man direkt zwei Gegner auf einmal zur Strecke bringen kann. Nicht minder tödlich sind die Gift-Attacken, die ebenfalls mit Hilfe der Dolche ausgeteilt werden können. Darüber hinaus verfügt der junge Adlige über eine ganze Reihe von Konter- und Entwaffnungsangriffen, die im auch im Nahkampf zu einem nicht zu unterschätzenden Gegner machen. Eine weitere Neuerung sind die zahlreichen Shops, die man jeder Stadt vorfindet. Angefangen mit den Waffenhändlern, wo man nicht nur reichlich Kriegswerkzeug erwerben kann, sondern auch neue Rüstungsgegenstände, die Ezio noch resistenter im Kampf gegen seine Feinde machen. Aber auch Ärzte, Kunstläden und Schnellreiseunternehmen gehören nun zum festen Bestandteil einer jeder Region. Die Kunstläden sind übrigens ein Teilaspekt eines anderen neues Features: Bereits zu Beginn des Spiels betritt Ezio nämliche seine Heimatstadt, die jedoch im Vergleich zu den anderen Metropolen deutlich herunter gekommener wirkt. Eure Aufgabe besteht darin im Stile eines Wirtschaftsmanagers die Läden und Gebäude nach und nach restaurieren zu lassen. So verbessert sich nicht nur der Ruf der Stadt; auch eure Kasse wird durch die bessere Wirtschaftslage schnell davon profitieren. Obwohl die verschiedenen Dienstleistungsaspekte von Assassin's Creed II keineswegs mit einem typischen Rollenspiel mithalten können, sorgen sie für eine angenehme Tiefe, die das Spiel deutlich lebendiger erscheinen lässt, als noch seinen Vorgänger.

Doch wie sieht es eigentlich mit dem größten Kritikpunkt des ersten Teils aus? Die Rede ist natürlich vom repetitiven Gameplay, wo man immer wieder aufs Neue die gleichen Dinge erledigen musste. Glücklicherweise haben die Jungs von Ubisoft aus ihren Fehler gelernt und die einzelnen Attentate durch neue Missionsarten noch abwechslungsreicher gestaltet. Darüber hinaus hat man durch sein aufgestocktes Waffenarsenal nun viel mehr Möglichkeiten seinen jeweiligen Feind ins Jenseits zu schicken. Aber auch abseits der Story gibt es jede Menge Sidequests, wo man entweder als Bote, Grabräuber oder halt Assassine zusätzliches Geld verdienen kann. Was ich jedoch etwas schade fand, war die Tatsache, dass es nur wenige Set-Pieces gibt, die einem wirklich zum Staunen bringen. Assassin's Creed II bietet dementsprechend sehr viel Solides; aber kaum Außergewöhnliches.

Grafik

Assassin's Creed II ist ohne Frage eines der schönsten Spiele des Jahres. Es profitiert aber auch ungemein vom neuen Setting: So wirken die italienischen Bauten beispielsweise deutlich imposanter, als noch die langweiligen Steinklotze des alten Israels. Ebenso beeindruckend sind die fantastischen Animationen, die absolut flüssig und alles andere, als abgehackt wirken; dies gilt insbesondere für die gelungenen Kletter- und Kampfeinlagen. Ein weiteres Lob verdienen die deutlich lebendigeren Städte, die nicht nur viel mehr Passanten beinhalten, sondern je nach Missionen auch verschiedene Tageszeiten anbieten. Hinzu kommt eine deutliche größere Anzahl an Städten und Randgebieten, wodurch das Spiel weitaus facettenreicher wirkt, als noch der Erstling. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. So nerven vor allem die recht langen Ladezeiten, auf die man vor jeder Mission, sowie nach jedem Ableben trifft. Darüber hinaus leidet das Spiel, wie auch schon sein Vorgänger unter nervigen Screen-Tearing. Zu guter Letzt möchte ich noch auf die recht schlecht modellierten Neben-Charaktere eingehen, die im Vergleich zu Ezio und dem restlichen Spiel klar den Kürzeren ziehen. Sie wirken teilweise einfach fehl am Platz.

Sound

In Sachen Sound stehen natürlich die deutschen Synchronstimmen im Mittelpunkt des Geschehens. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass die Sprecher einen bunten Mix aus Deutsch und Italienisch benutzen. Glücklicherweise werden die italienischen Begriffe jedoch nur in Form von kleinen belangloses Phrasen benutzt. Was anfangs noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, klingt nach und nach aber immer besser und passender. Alles in allem haben die Sprecher eine gute und engagierte Leistung abgeliefert – Ein Prädikat, welches nicht viele deutsche Spiele von sich behaupten können. Nicht ganz so auffällig präsentiert sich hingegen der Soundtrack, dessen Melodien meist nur vor sich hin spielen und nicht großartig auffallen.

FAZIT:

Nach dem Assassin's Creed an den hohen Erwartungen von Presse und Spieler gescheitert ist, hat es Ubisoft doch tatsächlich geschafft, den Nachfolger in allen Bereichen zu verbessern. Das Spiel sieht nicht nur erheblich schöner aus, auch das Gameplay wurde durch sinnvolle Neuerungen deutlich abwechslungsreicher gestaltet. In diesem Sinne: Buon Viaggio! (Gute Reise)

[Review verfasst von Dimi]

Pluspunkte:

  • Hübsche Optik
  • Überarbeitetes Missionsdesign
  • Kernigere Steuerung

Minuspunkte:

  • Mittelprächtige Story
  • Lange und häufige Ladezeiten
  • Unterhaltung auf hohem Niveau, aber ohne echte Höhepunkte


Infos zum Spiel
NameAssassin's Creed II
SystemPlayStation 3
HerstellerUbisoft
EntwicklerUbisoft Montreal
GenreAction-Adventure
USKab 16 Jahren
PEGI18+
Preis59,99 €
PlatinumJa
Release
 19.11.2009
 17.11.2009
 03.12.2009
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Assassin's Creed II
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.5
Sound
7.5
Spielspass
8.0
 

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