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Blacksite: Area 51
31. März 2010

„Blacksite: Area 51“ war einer der meisterwartetsten und ambitioniertesten Titel für die PS3. Viele Fans setzten große Hoffnungen in das Spiel, das wieder frischen Wind ins etwas festgefahrene Shooter-Genre bringen sollte. Demnach hatte Midway mit diesem Hype eine große Bürde aufgeladen, die die Entwickler am Ende leider nicht erfüllen konnten. „Blacksite: Area 51“ ist leider eine der großen Enttäuschungen 2008.

Immer das gleiche, nur anders!

Dieser Titel passt wunderbar zur Story, in der wie so oft fiesen Aliens herhalten müssen. Nachdem zahlreiche Gen-Experimente an Aliens durchgeführt werden, kommt es in einer amerikanischen Kleinstadt zur Katastrophe. Die Viecher brechen aus und der Spieler steckt in der Rolle des Scharfschützen Aeran Pierce, der nun Amerikas letzte Hoffnung ist. Es war ja bereits bekannt, das Blacksite keine superkomplexe Storyline zu bieten hat, dass aber die komplette Geschichte in 5 Zeilen auf der Rückseite beschrieben wird, ist wirklich bezeichnend für das Spiel.

Und: Action!

Widmen wir uns lieber dem eigentlichen Spiel. Im Zentrum stehen neben der Kampagne, in denen der Scharfschütze Aeran Pierce die Alienbrut ausradieren muss, zahlreiche Onlinemodi zur Auswahl. Hat man sich für den Singleplayer entschieden, landet man ohne Umschweife sofort im Geschehen und greift nach einer kurzen Sequenz sofort ins bleihaltige Geschehen ein. Dass das virtuelle Alter Ego eigentlich ein ausgebildeter Scharfschütze ist, spielt ab sofort keine Rolle mehr. Die eigentliche Aufgabe ist es jetzt, sich durch Horden von Mutanten und Aliens zu schnetzeln. Großen Wert auf Taktik oder Abwechslung wird nicht gelegt, obwohl die Entwickler sich ein wenig an diversen Taktik-Shootern orientiert hat. Pierce wird ständig von zwei Teammitgliedern unterstützt, denen der Spieler Aufgaben zuweisen kann. So kann man die KI-Kollegen Feinde attackieren, oder Türen und Tore öffnen lassen, um dann aus dem Hinterhalt anzugreifen. Die Missionen gestalten sich aber größtenteils gleich. Entweder läuft der Spieler durch die recht unmotiviert gestalteten Level und mäht reihenweise Aliens nieder oder er fährt mit seinen Kameraden quer durchs Level, säubert eine befallene Basis und fährt weiter. Leider ist die Steuerung bei den Fahrsequenzen derart schlecht umgesetzt worden, dass selbst diese kleine Abwechslung vom eintönigen Geschehens schon nach kurzer Zeit nervt. Selten haben Fahrzeuge derart ungenau reagiert, was einem gerade in den reichhaltigen Actionsequenzen schon schwer auf die Nerven geht. So zieht sich das Geschehen gut und gerne 5 bis 6 Stunden hin und ist dann auch schon vorbei! Blacksite ist in der Tat sehr kurz, gerade da man während der gesamten Spieldauer das Gefühl hat, dass das doch noch nicht alles gewesen sein kann. Denn in der Tat ist von den großen Ankündigungen die im Vorhinein gemacht wurden nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Das beste Beispiel ist die Physikengine. Diese ist schlecht in das Spiel eingebunden, sodass man merkt, dass sich die Entwickler hier keine Mühe gegeben haben. Viel zu oft bleibt der Spieler an einem winzig kleinen Vorsprung hängen, Gegner fliegen aberwitzig weit durch die Luft oder Aeran legt eine Waffe mal kurzerhand in der Luft schwebend ab. Derart verbuggt und unausgereift gehört ein Spiel aber nicht in den Verkauf! Generell wirkt Blacksite unfertig. Man fragt sich, warum das Spiel derart lange in der Entwicklung war. Häufig wirken zum Beispiel die Scriptsequenzen deplatziert oder starten abrupt. Aufgrund der Mängel kommt während der ganzen Spielzeit nur kaum Atmosphäre auf, so dass das Spielgeschehen nach kurzer Zeit ins Langweilige abdriftet. Eigentlich schade, da Blacksite durchaus Potential für eine Spitzenposition vorweist und mit wesentlich mehr Feinschliff hätte daraus auch durchaus etwas werden können.

Schwaches Spiel – Schwache Technik?

Leider ist es auch auf der technischen Seite so, dass sich Grafik und Sound in das Gesamtbild einfügen. Zu Beginn staunt der Spieler noch über die schicke Unreal3-Engine. Die Charaktere wirken sehr schön modelliert und vor allem Gesichter und Emotionen stechen hervor. Auch sind die Levels ziemlich abwechslungsreich und gerade die ersten Gebiete sehr detailreich und hübsch anzusehen. Sehr positiv ist auch anzumerken, dass die Level ähnlich eines Sandbox-Games, zusammenhängend sind und nicht ständig durch nervige Ladezeiten unterbrochen werden. Leider sind die Texturen im späteren Spielverlauf häufig matschig und lassen die Detailverliebtheit der Anfangszeit vermissen. Auch nimmt der Detailgrad deutlich ab, so dass viele Areale einfach nur trist wirken. Der größte Mangel ist aber die Framerate, die im Spiel häufig stark einbricht. Gerade bei viel Action auf dem Bildschirm gerät das Geschehen zu einer Ruckelorgie, was den ansonsten recht leichten Shooter zu einer Gedulds- und Nervenprobe macht. Positiv sticht hingegen die Musikuntermalung hervor, die dann doch einen gewissen Hauch von Atmosphäre aufkommen lässt. Die ausgewählten Stücke passen gut zum Spielgeschehen und untermalen die jeweiligen Situationen gut. Auch die Sprachausgabe ist durchaus gelungen, wobei die englische einen Tick besser ist. Einen Rüffel bekommen die Entwickler für die Abmischung. An einigen Stellen ist der Sound viel zu leise, an anderen Stellen einen Tick zu kräftig. Gerade bei der Sprachausgabe der Kameraden fällt auf, dass diese eher nach einer durchzechten Nacht als nach Kriegseinsatz klingen.

FAZIT:

Von Blacksite bin ich ein wenig hin und her gerissen. Einerseits macht es durchaus Spaß sich mal für einige Zeit in „Serious Sam“-Manier durch ein Level zu schnetzeln, auf der anderen Seite habe ich mir doch deutlich mehr von dem ambitionierten Projekt versprochen. Vielmehr als ein Shooter-Snack für zwischendurch ist Blacksite leider nicht geworden. Einzig für die hübsch anzusehenden Bossgegner benötigt ein bisschen Taktik. Die lange Mängelliste tut ihr übriges dazu dass sich Blacksite in die mittlerweile stattliche „Ausleih“-Shooter Liste einreiht. Sprich: Aus der Videothek ausleihen, durchspielen, zurückbringen! Denn um für mehr als ein oder zwei Nachmittage zu fesseln, fehlt Blacksite einfach viel zu viel!

[ Review verfasst von Redzora ]

Pluspunkte:

  • Actionreich
  • Teilweise sehr hübsche Grafik
  • Gute Sounduntermalung

Minuspunkte:

  • Lächerlich kurz
  • Miserable Physik
  • Keinerlei Abwechslung


Infos zum Spiel
NameBlacksite: Area 51
SystemPlayStation 3
HerstellerMidway
EntwicklerMidway
GenreEgo-Shooter
USKab 16 Jahren
PEGI16+
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 07.03.2008
 10.12.2007
Spielerzahl10
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Blacksite: Area 51
Gameplay
4.5
Atmosphäre
5.0
Grafik
6.0
Sound
6.0
Spielspass
5.0
 

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