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Fallout: Brotherhood of Steel
26. September 2004

Die düstere Zukunftswelt von Fallout basiert auf einem schrecklichen Szenario, dessen Wurzeln bis in die heutige Zeit zurück reichen. Fast monatlich erleben wir durch die Medien, wie die Rohöl-Preise steigen und damit auch die Benzinpreise. Dank hoher Steuern und staatlicher Abgaben ist der begehrte Sprit zurzeit schon teuer...

2025

Die Rohstoffe der Erde sind endgültig erschöpft. Als Folge dessen brechen die Vereinten Nationen auseinander, jeder Staat ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Die europäischen Staaten lösen das Friedensabkommen mit dem Mittleren Osten und kämpfen um die verbliebenen Ölreserven.

2035

Eine neuartige Epidemie bricht aus, gleichzeitig fällt Tel Aviv einem nuklearen Terroranschlag zum Opfer und wird komplett ausradiert. Die USA schließen daraufhin ihre Grenzen.

2054

Die US-Regierung startet das Projekt: „Sicheres Haus", das den Bau zahlreicher unterirdischer Bunkeranlagen zum Schutz vor terroristischen Anschlägen vorsieht.

2063

Nachdem auch im Mittleren Osten die letzten Erdöl Reserven erschöpft sind, geht diesem Projekt das Geld aus und das eigentliche Ziel wird nie erreicht.

2066

China greift Alaska an.

2076

Die USA annektieren Kanada, denn dessen Wälder werden zur Treibstoffherstellung gebraucht. Die USA erobern kurz darauf Alaska zurück.

23.10.2077

Es macht BOOM. Die USA und China zünden ihre Atomraketen. Durch zahlreiche Fehlalarme in der Vergangenheit suchen jedoch nur wenige Menschen die Bunkeranlagen auf. Bis heute weiß niemand, wer zuerst auf den „roten Knopf" gedrückt hat - aber nach zwei Stunden war die Welt nie mehr die Selbe.

Welcome to the wastelands

Die Erde ist mittlerweile zu einer lebensfeindlichen Wüste verkommen. Nicht nur die Radioaktivität beeinflusste jegliches Leben, sondern auch der Forced Evolution Virus (FEV) leistete seinen Beitrag. Dieser Virus war als Gegenmittel zur damaligen Superseuche gedacht - Lebewesen sollten durch den Virus an widrige Umstände angepasst werden. Da die Atombomben jedoch nicht vor wissenschaftlichen Einrichtungen halt machen, entwich eine große Menge der Substanz in die Umwelt. In der Folgezeit entpuppte sich der FEV als erstaunlicher Katalysator. In Kombination mit Radioaktivität verwandelten sich normale Haustiere in Bestien und Menschen verkamen zu Ghulen. Damit war aber das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Eine kleine Gruppe Wissenschaftler experimentierte in einem Bunker munter fort und entwickelte den Virus weiter. Der Forced Evolution Virus 2 (FEV 2) sollte die Menschheit retten, jedoch kam es zu einem Aufstand, in dem die Soldaten die Basis vernichteten und sich zurückzogen, um die „Stählerne Bruderschaft" zu gründen. Ihr Ziel ist es, durch die Hilfe von High-Tech-Waffen über die Menschheit zu wachen und zu verhindern, dass es jemals wieder zu solch einem Super Gau kommen kann. Was sie nicht wussten, der FEV 2 wurde nicht vernichtet, sondern existierte durch einen mutierten Wissenschaftler weiter. Der wiederum machte es sich zum Ziel, die Menschheit bzw. das Leben auf eine neue Stufe zu führen.

Fallout: Brotherhood of Steel ist nicht das erste Spiel im Fallout Universum. Ganze drei Spiele sind in den letzten Jahren auf dem PC erschienen. Während die beiden ersten Teile reinrassige Hardcore-Rollenspiele waren, versuchte sich das dritte Fallout Spiel (mit dem Untertitel „Tactics") im Genre Strategie. Leider mit mäßigem Erfolg, wurde dadurch aber praktisch die Grundlage für das vierte Fallout Spiel, welches exklusiv auf den aktuellen Konsolen erschien, gelegt. In „Tactics" nahm es die Stählerne Bruderschaft mit einer riesigen Mutantenarmee auf, die die Weltherrschaft anstrebte, durch das Geschick des Spielers konnte dies glücklicherweise verhindert werden und die Armee zerstreute sich in alle Himmelsrichtungen....

Die Aufnahmeprüfung

Nach einem netten Intro, das auf das Spielgeschehen einstellt, darf der Spieler sich aus drei Spielfiguren einen Charakter aussuchen. Dabei ist es eigentlich egal, ob man Männlein, Weiblein oder Ghul wählt. Spielerische Unterschiede muss man nämlich mit der Lupe suchen. Da fällt gar nicht auf, dass hier der erste Fehler in Bezug auf den Hintergrund gemacht wird. Die Stählerne Bruderschaft bestand in den Vorgängern immer nur aus Menschen, neuerdings darf aber der erste Ghul auch mitkämpfen. Die Erklärung dabei ist sogar recht dämlich und unglaubwürdig - aber wie gesagt, das ist nur der erste von vielen Fehlern, die das Design Team in der Entwicklung machte.

Nur mit einer kleinen Pistole bewaffnet macht sich der Initiat auf die Suche nach einer Gruppe Paladine der Bruderschaft, deren letzter bekannter Aufenthalt in einem kleinen Kaff namens Karbon war. Dort angekommen muss er herausfinden, was mit den Kriegern geschehen ist. Zocker, die schon die beiden Baldurs Gate: Dark Alliance Spiele gespielt haben, finden sich sofort zurecht. Das Interface wurde praktisch 1:1 übernommen und nur in einigen Punkten verändert. Lag in den Fantasy-Spielen der Fokus noch auf den Nahkampfwaffen, so wird diese Ehre in Fallout: Brotherhood of Steel den Fernkampfwaffen zu Teil. Gott sei dank kann man das Inventory mit tausend Munitionsarten füllen, ohne je etwas abzulegen, es ist nämlich ungegrenzt. Ohne Kanonen kommt man nicht weit - mit Kanonen kommt man auch nicht viel weiter. Denn das größte Ärgernis ist die automatische Zielerfassung, die normalerweise mir „R1" aktiviert wird. Sogleich leuchtet eine rote Umrandung um den anvisierten Gegner, automatisch springt die Fixierung nach dem Ableben des Feindes auf den nächsten. Das würde eigentlich sehr gut funktionieren, wenn es nicht zwei Haken geben würde. Zum einen rennen die meisten Gegner in den Nahkampf und man muss dauernd die Waffe wechseln um die Bösewichter von sich fern zu halten und zweitens lässt sich die „R1" Taste nur hakelig bedienen. Drückt man die Taste nicht zu hundert Prozent durch, verliert sich die Fixierung und man muss dann wieder auf die Taste komplett draufdrücken. Das hat sich als sehr nervig erwiesen und hätte vermieden werden können.

Spielerisch sollte man keine Heldentaten von den Entwicklern erwarten. Fallout: Brotherhood of Steel spielt sich um einiges actionreicher als die Fantasy-Ableger. Das kann man positiv oder in Bezug auf das Fallout Universum negativ sehen. Denn damit wurde auch der Rollenspielfaktor (wie z.B. die Charakteraufwertung oder die Anzahl der Nebenquests) minimiert. Rätsel oder eine interessante Story sucht man genauso vergebens. Wenigstens darf man sich auch zu zweit im Kooperativmodus durch die langweiligen Levels kämpfen und ein, zwei Geheimräume erkunden, die dem Solospieler verborgen bleiben. Ansonsten gleicht das Spiel den Fantasy-Vorgängern: es gibt ähnliche Savepunkte, das Dialogsystem ist identisch und die Geschichte ist genauso öde.

Ein richtiges Ärgernis gibt es trotzdem noch....denn Portalzaubersprüche wie in den Dark Alliance Spielen gibt es nämlich nicht. Im Klartext bedeutet das, dass man alle Levels zurück latschen und sich zudem mit neuen Gegnern rumplagen darf. Wahrscheinlich war das nur eine Maßnahme um die Spielzeit zu strecken, denn einen sonderlich großen Wiederspielwert gibt es nicht. Zwar schaltet man ein paar Bonusvideos, drei Bonusfiguren und einen neuen Schwierigkeitsgrad frei, aber wer begibt sich denn freiwillig ein zweites Mal in die spielerische Ödniss?

Gossensprache

Wie sein Bruder Dark Alliance II erreicht auch Fallout: Brotherhood of Steel nicht die grafische Finesse des ersten Dark Alliance. Die Levels sehen trist und langweilig aus, zudem kommt es öfters zu leichten Rucklern und Spezialeffekte (wie bei den Zaubersprüchen der verwandten Spiele) sucht man auch vergebens. Die Zwischensequenzen in Spielegrafik (wenn man denn mal eine zu Gesicht bekommt) sind langweilig inszeniert und passen perfekt zum belanglosen Rest des Spieles. Genauso, wie die deutschen Sprecher, die bestenfalls gehobenes Mittelmaß erreichen, aber wenigstens nicht mit derben Ausdrücken geizen. Wer des Englischen mächtig ist, sollte dennoch umschalten und die weitaus bessere und atmosphärischere Sprache wählen. Jetzt könnte man meinen, dass es wenigstens einen anständigen Soundtrack gibt, aber weit gefehlt. Zwar holte man sich für die Ambient Tracks in den Dungeons keinen Geringeren als Devin Townsend mit an Bord und lizenzierte für die Bosskämpfe über ein Dutzend Songs von New Metal Kapellen (Skinlab, Slipknot, Chimera,...), im Spiel selbst bekommt man davon allerdings recht wenig mit. Bei den Bosskämpfen konnte ich nur instrumentale Tracks wahrnehmen und in den Fallout-Welten darf man höchstens alle 20 Minuten zu ein paar Klängen der Musik lauschen. Musik wie man sie noch von den Vorgängern kannte, hört man im vierten Fallout Spiel nur noch im Menü. Sehr schade, da das Design ganz klar an die Fifties angelehnt ist.

FAZIT:

Für langjährige Fallout Fans wie mich, ist das neue Spiel wie ein Schlag ins Gesicht. Anstatt hochwertige Rollenspielkost zu bieten, bekommt man ein 08/15 Actionspiel vorgesetzt, inklusive dem mit Abstand einschläfernstem Bosskampf der letzten Jahre (Stein auf´s Pad legen und 10 Minuten warten bis der Obermotz Geschichte ist). Auch in Sachen Design haben sich die Entwickler einige Schnitzer geleistet und man wird den Eindruck nicht los, dass man mit dem Spiel nur schnelles Geld auf Kosten der Fans verdienen wollte. Auch der Zweispielermodus ist kein wirkliches Argument, denn er macht das Spiel gerade mal für Gruppen-Fetischisten (geteiltes Leid ist halbes Leid) interessant. Mein Rat, spart das Geld und kauft euch Perlen wie Champions of Norrath oder die ersten beiden Fallout Spiele.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Nette Menümusik
  • Prostituierte, die einem einen kleinen F*ck anbieten
  • Perfektes Schlafmittel

Minuspunkte:

  • Langweilig
  • Wird dem Fallout Universum nicht im geringsten gerecht
  • Veraltete Grafik


Infos zum Spiel
NameFallout: Brotherhood Of Steel
SystemPlayStation 2
HerstellerAvalon (Virgin Interactive)
EntwicklerInterplay
GenreRollenspiel
USKab 16 Jahren
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 02.04.2004
 14.01.2004
 28.04.2005
Spielerzahl2
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Fallout: Brotherhood of Steel
Gameplay
6.0
Atmosphäre
5.0
Grafik
6.5
Sound
5.0
Singleplayer
6.5
Multiplayer
6.5
 

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