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inFAMOUS 2
8. Juni 2011

Mit inFAMOUS 2 erscheint nun nach Killzone 3 der zweite große Blockbuster auf der PS3 und dementsprechend sind die Erwartungen auch recht hoch. Immerhin hat sich bereits der Vorgänger in die Herzen der Spieler gekämpft und die wollen nun zufrieden gestellt werden. Ob Sucker Punch dies geschafft hat oder Cole mit seinen Elektrokräften baden gegangen ist, erfahrt ihr in unserem neuesten Review!

Das Biest kommt!

Wir erinnern uns noch mal an das Ende von inFAMOUS. Als Cole MacGrath haben wir soeben Kessler besiegt und somit Empire City vor dem Chaos bewahrt. Doch vor dem Ableben gewährt Kessler uns noch einen Blick in die nahe Zukunft, die alles andere als rosig aussieht. „Das Biest“ wird die Stadt und den Rest der Welt nämlich in Angst und Schrecken versetzen und man selbst ist die einzige Hoffnung für die Menschheit. Hier setzt nun inFAMOUS 2 ein, denn das Biest ist schneller erschienen als erwartet und so sehr überrascht hat unser elektrischer Superheld keine Chance. Deshalb bleibt nichts anderes übrig als in den Süden in die Stadt New Marais zu fliehen. Denn dort wartet ein Gerät mit dem man angeblich das Biest besiegen kann, jedoch ist Cole dafür noch zu schwach und so muss man die verbleibende Zeit dafür nutzen, die eigenen Kräfte zu stärken, um für den finalen Kampf gewappnet zu sein. Aber als wäre die drohende Apokalypse nicht schon genug, machen einem die Miliz und Bertrand das Leben schwer, die das Volk gegen die „Freaks“, Menschen wie Cole, aufhetzen möchten.  Die Story ist also mehr als nur spannend und bietet zahlreiche Highlights, was vor allem der Präsentation des Spiels zu verdanken ist. Während man sich im Vorgänger noch mit spärlich gesäten Zwischensequenzen und Handygesprächen begnügen musste, bekommt man nun mitten in der Mission tolle, actionreiche Szenen geboten, die Uncharted & Co. in Nichts nachstehen. Diese erzeugen eine wirklich tolle Atmosphäre und machen die Geschichte gleich deutlich spannender und intensiver. Einzig die Länge ist etwas zu bemängeln, da sie mit ca. 10 Stunden recht schnell zu Ende ist.

Don’t change a running team

Spielerisch ist man zum Glück keine Experimente eingegangen und hat das bereits hervorragende Gerüst des Vorgängers erweitert und verbessert. Man befindet sich also weiterhin in einer großen Stadt, die dieses Mal von Beginn an wunderbar erkundet werden kann, da Cole bereits einen Großteil der Kräfte aus dem Vorgänger besitzt und so schon in der Luft und auf Schienen gleiten kann. Überhaupt hat man das Bewegen der Figur deutlich verbessert, denn alles wirkt nun wunderbar flüssig und schnell. Im Nu klettert man riesige Gebäude herauf oder spielt den Retter in der Not. Das Nahkampfsystem wurde übrigens auch überarbeitet, sodass man statt mit den Fäusten nun mit dem sogenannten Amp, einer Art Blitzstab, zuschlägt, was sich deutlich effektiver präsentiert. Dies liegt vor allem daran, dass die Reichweite deutlich vergrößert wurde und man dank nicht übertriebener Finisher-Angriffe die Gegner schnell ins Nirvana befördert. Sobald es aber mehr als zwei, drei Gegner werden, sollte man aber lieber Gebrauch von den Superheldenkräften machen, die dieses Mal noch pompöser in Szene gesetzt sind und viel verschiedener sind. Die Grundkräfte, wie Blitze und Granaten schleudern, sind zwar geblieben, aber man lernt im Laufe des Spiels verschiedene Arten dieser Kräfte kennen und kann sich so quasi seinen eigenen Superhelden zusammenstellen. Besonders atemberaubend sind die Ionenkräfte, für welche man erst eine gewisse Anzahl von Gegnern besiegen muss, um sie auszulösen. Dafür erhält man dann die Möglichkeit einen riesigen Sturm herbeizurufen, der im wahrsten Sinne des Wortes keinen Stein mehr auf dem anderen lässt. Denn erstmals kann man sogar teile der Umgebung zerstören. Zwar beschränkt sich dies meist auf Balkone oder ähnliches, doch es erweitert die Taktikmöglichkeiten ungemein. Gegner unter einem einstürzenden Balkon haben es natürlich nicht leicht und vor allem bei teilweise Häusergroßen Gegnern kommt ins Staunen, wenn diese ganze Straßen völlig zerstören. Interessant ist auch, dass man hin und wieder mit anderen „Superhelden“ kämpft, die Eis und Feuerkräfte besitzen und kombiniert mit den eigenen, kann man die zahlreichen Gegner ordentlich aufwirbeln. Aber das ist noch nicht alles, denn dieses Mal kann Cole sogar eine der beiden Kräfte erlernen und selber nutzen! Dies erweitert die Möglichkeiten deutlich und sorgt für tolle Kämpfe, in denen man sich ziemlich überlegen fühlt, obwohl man es eigentlich nicht ist. Denn das Spiel ist recht schwer und Rambos müssen aufpassen. Denn teilweise reichen schon einige Kugeln oder ein Treffer mit einer Rakete, um einen Selbst zu töten. Dann heißt es nochmal versuchen, was aber nicht sehr frustrierend ist, da die Checkpoints sehr fair verteilt sind. Löblich sind auch die Möglichkeiten abseits der vielen Missionen. So tauchen beim Umherstreifen in der Stadt ständig neue Fälle auf, in denen Bürger Hilfe brauchen oder Cole bedrohen bzw. seine Auslieferung fordern, da sie Angst vor ihm haben. Dann habt ihr die Möglichkeit Bomben zu entschärfen oder den Flash Mob ordentlich zu vermöbeln oder einfach vorbei zu gehen und das Ganze zu ignorieren. Toll ist auch, dass es zahlreiche Scherben und Audioaufnahmen zum Sammeln gibt, die aber nicht nur für schnöde Trophäen, wie in anderen Spielen da sind, sondern auch einen Sinn für den Spieler haben. Das Sammeln der Audiolaufwerke sorgt beispielsweise dafür, dass man mehr von den Hintergründen erfährt und mit den Scherben macht man sich selber stärker, damit man mehr mächtige Angriffe ausführen kann. Wer also sammelt wird belohnt und hat es später einfacher, wer aber nicht möchte, kann es auch einfach ignorieren.

Play, Create & Share

Eine der größten Neuerungen des Spiels dürften aber die Benutzergenerierten Inhalte sein. Wer nämlich Zugang zum Playstation Network hat, kann nämlich in einem umfangreichen Editor seine eigenen Missionen erstellen und diese mit anderen Spielern teilen. Von der Uhrzeit, über verschiedene Gegner bis hin zu Texten in der Mission kann man nahezu alles verändern, jedoch benötigt es einiges an Einarbeitungszeit, da der Level Editor ziemlich komplex ist. Aber hat man einmal eine Mission hochgeladen, erscheint sie bei allen Spielern in der Welt und diese können sie dann spielen und bewerten. Man selber kann auch die angezeigten Missionen ein wenig filtern. Bislang waren zwar nur einige von Sucker Punch erstellte Missionen verfügbar, die nicht sonderlich toll waren, aber sie zeigen schon mal deutlich, was alles möglich ist. Bleibt also abzuwarten, was die Community aus diesem Feature letztlich macht, doch sollte es bei Erfolg die Langzeitmotivation um ein Vielfaches vergrößern, da damit theoretisch ganz neue Kampagnen möglich sind.

Es liegt ganz in deiner Hand

Wie bereits im Vorgänger spielt das Karma-System eine große Rolle in inFAMOUS 2. Denn während des ganzen Spielverlaufs wird man mit Entscheidungen konfrontiert, die grob in Gut und Böse unterteilt werden können und sich auf das eigene Karma auswirken, was Zugang zu bestimmten Kräften gewehrt, die zu der eigenen Gesinnung passen. Toll ist aber, dass die Entscheidungen nun mehr Gewicht bzw. Auswirkungen auf die Story haben, als noch früher. Vor allem am Ende zeigt sich dies, da die Enden je nach Gesinnung völlig unterschiedlich sind. Aber auch abseits der normalen Entscheidungen muss man aufpassen, da man als guter, sorgfältiger Held beim Kampf mit Gegnern aufpassen sollte, dass keine unschuldigen Zivilisten verletzt werden. Insgesamt gesehen hat man es als Bösewicht also leichter, da man auf keinen wirklich Rücksicht nehmen muss.

Technik

Technisch hat Sucker Punch wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Denn nicht nur die Animationen und die Präsentation haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, sondern auch die Grafik an sich. Vorbei sind die Zeiten von Aliasing und heftigem Kantenflimmern. Heute sehen Cole und seine Freunde nämlich besser denn je aus und wirklich sichtbares Aliasing zeigte sich nur einer von Sucker Punch hochgeladenen Mission, wo die Disco-Kugel sehr komisches Licht ausstrahlte. Zudem hat man auch Designtechnisch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wenige Spiele haben nämlich so viele Gegnertypen und im Gegensatz zu Empire City hat New Marais sehr unterschiedliche Stadteile. Von Neonüberfluteten Innenstädten bis hin zu überfluteten Slums ist fast alles dabei. Grafisch muss sich inFAMOUS 2 also vor keinem anderen open-World Spiel verstecken, vor allem wenn man bedenkt, dass sogar zerstörbare Inhalt vorhanden sind!

Gänsehautstimmung

Aber auch musikalisch bekommt man nur das Beste vom Besten geboten. Käufer erhalten nämlich neben der englischen Sprachausgabe auch die Deutsche, die bis auf wenige Ausnahmen gelungen ist und jeden überzeugen sollte. Wer aber trotzdem möchte, kann im Menü auf die englische Sprache wechseln und die Untertitel dann in Deutsch genießen. Wirklich beeindruckend ist dann aber die Sounduntermalung, welche in jeder erdenklichen Situation wie die Faust aufs Auge passt. Wenn man kämpft, streicht das Orchester schnell und peitscht einen weiter an, während man in dramatischen Momenten Gänsehaut bekommt, weil die Musik diese Szene perfekt unterstreicht! Hier hat man sich deutlich weiterentwickelt und hoffentlich kann man bald den Soundtrack auch abseits der Hero Edition erwerben, denn er ist es wert!

FAZIT:

inFAMOUS 2 ist für mich einer der heißesten Anwärter auf den Titel „Spiel des Jahres 2011“. Grafik, Sound, Technik und Gameplay legen im Vergleich zum Vorgänger noch deutlich zu und machen es zu einem der besten Open-World Spiele in dieser Generation. Einzige wirkliche Kritikpunkte sind die Vorbestellerextras, die von Laden zu Laden variieren und den User nur verwirren und eigentlich unntöig sind, sowie die etwas zu kurze Geschichte. Da man aber dank Gut und Böse das Spiel eigentlich zweimal durchspielen muss und die Benutzerinhalte das Spiel auch lange am Leben erhalten sollten, fällt der Kritikpunkt nicht so stark ins Gewicht. Wer also den Vorgänger gemocht hat, wird inFAMOUS 2 lieben und auch alle anderen sollten dem Spiel zumindest eine Chance geben, denn selten hat man so viel Spaß am Superheldendasein gehabt, wie in inFAMOUS 2!

[ Review verfasst von crack-king ]

Pluspunkte:

  • Einwandfreies Gameplay
  • saubere technische Umsetzung
  • Toller Soundtrack

Minuspunkte:

  • Geschichte etwas kurz
  • Aufgabeneditor kompliziert
  • Verwirrung mit Vorbestellerextras


Infos zum Spiel
NameinFAMOUS 2
SystemPlayStation 3
HerstellerSony
EntwicklerSucker Punch
GenreAction-Adventure
USKkeine Jugendfreigabe
PEGI16+
Preis71,95 €
PlatinumNein
Release
 10.06.2011
 07.06.2011
 07.07.2011
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenJa
HeadsetNein
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
inFAMOUS 2
Gameplay
9.5
Atmosphäre
9.5
Grafik
9.5
Sound
9.0
Spielspass
9.5

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