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Dissidia 012 [duodecim] Final Fantasy
28. Januar 2012

Hinter diesen ungewöhnlich langem Namen steckt die zweite Prügel Orgie von Square Enix, in der sich die Helden und Schurken aus den Final Fantasy Spielen gegenüberstehen und bekämpfen. Der erste Teil überzeugte vor allem durch einen großen Umfang, guter Grafik und einem durchdachten Kampfsystem. Da fragt man sich was man bei einem zweiten Teil überhaupt verbessern kann. Kurzerhand stockte Square Enix die Charaktere auf und erhöhte um zehn, auch gab es unzählige Anpassungen am Kampfsystem, aber reicht das aus?

Auf dem Pfad der Vergessenen

Der Krieg zwischen Licht und Dunkelheit ist ein ewiger Kreis in dem es keine Gewinner gibt. Immer und immer wieder wiederholt sich der Kreislauf, doch nun sieht es aus als würde die Dunkelheit die Oberhand gewinnen. Aus diesem Grund entsendet die Cosmos Göttin ihre letzten fünf verbleibenden Krieger, Lightning, Yuna, Tifa, Laguna und Kain Highwind auf eine Mission, die das Blatt nochmals wenden soll. Während die Gruppe rund um Lightning, sich auf die Suche nach der von der Göttin geforderten Kristallen macht, verfolgt Kain einen eigenen Plan. Auch auf der Seite von Dunkelheit bzw. Chaos sind sich die Schurken nicht einig. Es scheint als wäre ein Verräter in ihren Reihen der nur seine eigenen Interessen verfolgt. Die Geschichte der fünf Krieger wird in acht Kapiteln erzählt. Bis auf das letzte Kapitel befasst sich jede Episode mit einem Krieger und erzählt aus seiner Vergangenheit und wie er den Krieg zwischen Licht und Dunkel sieht. Immer wieder trifft man nach Kämpfen auf den Widersacher und die Geschichte wird vorangetrieben. Diese Sequenzen sind komplett englisch vertont und werden in der Spielgrafik dargestellt. Neben den acht Kapiteln gibt es die bekannten Reporte aus dem ersten Teil bzw. aus der Kingdom Hearts Reihe. In diesen wird die Geschichte aus dem Gesichtspunkt der anderen Charaktere erzählt. Diese können einerseits nur Text sein, oder Kämpfe und Zwischensequenzen. Die Geschichte bietet eine ordentliche Spielzeit von über acht Stunden, aber das ist noch nicht das Ende!

Dier neue Oberwelt erinnert an seelige PS1 Zeiten

...das Ende ist erst der Anfang?

Während man in der Geschichte fortschreitet werden immer mehr Optionen freigeschaltet, welche die Spielzeit um gut hundert Stunden verlängern. Square Enix war nicht geizig und hat auch noch den kompletten ersten Teil auf die UMD gepresst. Dieser umfasst nochmals 12 Kapitel und das großen Finale. Wer diesen durch hat, kann sich dem Labyrinth widmen. In diesem Modus wählt man einen Charakter und man kämpft sich von Raum zu Raum. Dieser Raum ist kein klassischer Raum, sondern eine Abfolge von Spielkarten. Jeder dieser Karten besitzt einen Effekt. Einige verstärken den Charakter und bringen neue Items, andere dagegen sind Kampfkarten. Hier muss man sich einem Gegner stellen und Siegreich hervorgehen. Wer scheitert wird aus dem Labyrinth geworfen, wer gewinnt bekommt den Schlüssel zum nächsten „Raum“. Wer lange genug durch hält kann sich viele Bonus Items sichern und die perfekte Waffe und Rüstung schmieden. Denn nur wer die beste Ausrüstung besitzt, hat eine Chance gegen die immer stärker werdenden Gegner. Während der zusätzliche Story-Modus und Labyrinth die umfangreichsten Modi sind, bietet das Spiel auch einen Arcade-Modus, wo man sich einen Gegner stellt. Bei den „Schnellen Kämpfen“ kann man sich seinen Gegner beliebig aussuchen. Dieser bietet auch den Möglichkeit in einer Party an zutreten und der Reihe nach zu kämpfen. In allen diesen Modi erhält man Player Points (PP), welche für den gleichnamigen Katalog benötigt werden. In diesem Katalog kann man zusätzliche Kämpfer, Arenen, Musikstücke und Spielmodi frei schalten. Zudem findet man hier alle zusätzlichen Kostüme für Kämpfer, wie Yunas Brautkleid oder Clouds Advent Children Outfit. Besitzer des ersten Teil haben hier einen Vorteil, da das Spiel am Anfang fragt ob alle Items, Level und freigeschaltetes im PP Katalog übernommen werden soll. Ist das nicht der Fall kann man noch einiges an zusätzlicher Spielzeit dazurechnen.

Immer noch nicht am Ende?

Die Liste der Möglichkeiten im Spiel scheint, als würde sie kein Ende nehmen, denn erst nach vielen Spielstunden hat man alles freigeschaltet, wozu auch der Videoeditor und Missionseditor gehören. Jeden Kampf den man bestreitet lässt sich aufzeichnen, um ihn später zu bearbeiteten. Dieser Editor ist sehr umfangreich gestaltet und bietet dem Benutzer eine Vielzahl von Bearbeitungsmöglichkeiten. Sei es Kamerawinkel, Text Pop Ups oder Schnitte, hier ist der Hobby Regisseur in seinem Element. Ist man mit seinem Werk zufrieden kann man es als AVI Datei exportieren und einer Veröffentlichung auf YouTube steht nichts mehr im Wege. Wer von der ohne hin schon langen Geschichte nicht genug bekommt und eine kreative Ader besitzt, kann seine eigenen Missionen basteln und mit anderen Spielern tauschen. Diese Quests ähneln sehr den bekannten Aufbau im Story-Modus. Zuerst wird ein Textfeld eingeblendet und danach folgt der Kampf. Mit ein bisschen Einarbeitungszeit kann man nette Geschichten erzählen. Vielleicht nicht für jedermann, aber im Großen und Ganzen ist diese Option sehr gut und umfangreich. Wo das Spiel enttäuscht, ist der Multiplayer-Modus. Square Enix hat wieder einmal auf die Onlinemöglichkeit verzichtet und bietet nur Ad-Hoc an. Man tauscht mit einem Freund seine spezifische Spielefreundeskarte und kann dann gegen Ihn kämpfen. Man kann auch von jedem Spieler diese Freundeskarten sammeln um offline gegen seinen Geist anzutreten. Man findet hier wieder die bekannten Modi wie 1vs1 und Party-Modus.

Cloud und Sephiroth in einem Team?

Rollenspiel trifft auf Beat'm Up

„Dissidia“ versteht sich als eine Mischung aus Beat'm Up und Rollenspiel. Jeder der 32 Kämpfer besitzt spezifische Attacken welche wie bei einem RPG gelernt werden müssen, zusätzlich levelt man auf und rüstet den Kämpfer mit allerhand Items aus. Der Kampf selber ist schnell und Actionreich und erinnert stark an Final Fantasy VII: Advent Children. Gekämpft wird in Arenen welche bekannten Szenarien aus Final Fantasy Teilen nachempfunden wurden, wie die Luftfestung aus FFXII oder das Heiligtum aus FFXIII. Jede dieser Arena ist teilweise zerstörbar und bietet die Möglichkeit Wände hinaufzulaufen und auf Schienen oder Strömen zu surfen. Das von Square Enix entwickelte Kampfsystem unterscheidet sich stark, von Tekken, Soul Calibur und Co, den um den Gegner zu besiegen muss man zuerst Bravery Punkte aufbauen. Diese erhält man, wenn man den Gegner mit Kreis Attacken zusetzt oder ihn auf den Boden oder gegen die Wand schleudert. Hat man genügend Punkte aufgebaut, versetzt man den Gegner mit Vierecke eine Attacke, die ihm Lebenspunkte abzieht. Lange sollte man seine Bravery Punkte nicht aufbauen, denn der Gegner kann euch diese „stehlen“ in dem er euch angreift, oder durch Einsatz eines Summons oder Assistenz Charakter. Hier kommen wir zum interessanten Teil des Kampfsystems! Jeder Krieger kann mit einer Beschwörung (Ifrit, Shiva, Odin usw.) ausgerüstet werden, wobei jede Bestie über eine eigene spezielle Fähigkeit verfügt. Während Ifrit eure Bravery Punkte verdoppelt, friert Shiva diese für kurze Zeit ein. Die Nützlichkeit dieser Fähigkeiten hängen stark von eurem Kampfstiel ab und ist an diesen anzupassen.

Die oben angeführten Möglichkeiten gab es schon in Teil 1, neu hingegen sind die Assistenz Charaktere. Wie bei den Beschwörungen kann auch jeder Krieger mit einem Assistenz Charakter verlinkt werden. Je nach Gelegenheit schreitet dieser in den Kampf ein und unterstützt den Spieler für kurze Zeit. Eine weitere Möglichkeit ist, mit ihm den Platz zu tauschen, um einer Attacke zu entgehen, oder ihn direkt auf den Gegner zu hetzen. Wie auch bei den Summons ist der Assistenz Charakter auf euren Spielstil abzustimmen, da jeder über seine eigenen besonderen Fähigkeiten verfügt. Neben den ausrüstbaren Summons und Charakteren besitzt jeder Kämpfer auch über besondere Fähigkeiten, diese reichen von mehr Geschwindigkeit bis zur Automatischen Verteidigung. Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass die Kämpfe einem Regelwerk und einem Judgement System folgen. Ersteres gibt an welche Items benutzt werden dürfen und letzteres ob der Spieler für bestimmte Situationen bestraft oder belohnt wird. Diese beiden Punkte bringen noch zusätzliche Abwechslung in die hektischen Kämpfe und sorgen dafür, dass sich der Spieler immer wieder neu auf die Situation einstellen muss. Das Kampfsystem in „Dissidia“ ist derart komplex und umfangreich, dass es schwer fällt alle Punkte ausführlich zu beschreiben, die oben angeführten Möglichkeiten sind nur ein kleiner Auszug davon. Denn egal wie gut der Charakter ausgestattet ist, erfordert eine Änderung im Regelwerk eine andere Strategie nötig.

Wo auf dem Bild befindet sich der Gegner?

Die PSP am Limit

Der erste Teil zählt immer noch zu den bestaussehendsten Spielen auf der PSP und bietet eine fantastische Grafik. „Duodecim“ baut darauf und Square Enix verbesserte nur Kleinigkeiten. Auf dem ersten Blick fallen diese nicht sofort auf, doch wer genauer hinschaut erkennt, dass Charaktere und Umgebung um einiges detaillierter sind, auch die Bildrate bleibt stets konstant. Der Preis für diese fantastische Grafik ist die lange Ladezeit vor dem Kämpfen. Zumindest kann man dieses Manko beseitigen, in den man das Spiel installiert. Auch wenn grafisch alles beim Alten geblieben ist, hat sich doch einiges bei der Präsentation getan. In Teil 1 durfte man sich nur über eine Art Schachbrett fortbewegen, nun gibt es eine komplette Weltkarte zu erkunden. In dieser kann man sich frei bewegen und nach Schätzen und Gegner suchen. Das Schachbrett wurde noch beibehalten, doch findet man dieses nur noch in den „Dungeons“. Neben der Grafik, hat man auch den gesamten Soundtrack aus dem ersten Spiel übernommen und erweitert. Pro Final Fantasy Teil gibt es mindestens drei Musikstücke, welche neu eingespielt und abgemischt wurden. Des Weiteren wurden alle Zwischensequenzen, welche in Spielgrafik sind, komplett in Englisch vertont, wo wir schon beim zweiten großen Manko sind. Aus Kostengründen wurden nur ein paar Menüs übersetzt. Wer die gesamte Geschichte und Beschreibungen verstehen will, sollte über gute Englischkenntnisse verfügen.

Auf ins PSN

Früh stand fest, dass „Duodecim“ mit zusätzlichen Download Content (DLC) unterstützt wird und Square Enix macht davon ordentlich Gebrauch. Unzählige Kostüme und Musikstücke findet man mittlerweile im PSN Store, aber nicht umsonst. Wer unbedingt mit Cloud im Kingdom Hearts Kostüm kämpfen will, muss um die 0,79 Euro investieren. Zusätzlich findet man in ausgewählten Square Enix PSP Spielen noch Codes für weitere Kostüme, die man nicht im PSN findet. Neben diesen eher kleinen DLC gibt es noch Prologus, eine Bezahldemo. In diesem Spiel kämpft man sich mit Lightning durch das Prolog Kapitel. Zusätzlich bekommt der Käufer Aerith als Assistenz Charakter.

So weicht man aus!

FAZIT:

„Dissidia 012 [duodecim] Final Fantasy“ ist eines dieser seltenen Spiele, das einen nicht mehr los lässt. Das Kampfsystem ist fordernd, aber immer noch einfach genug, um von Neulingen verstanden zu werden. Kenner des Genres werden diese Komplexität und Möglichkeiten lieben. Als wäre das nicht genug, verwöhnt einem das Spiel mit einer ausgezeichneten Grafik und einem hervorragenden Soundtrack. Doch das wahre Highlight ist der Umfang. Niemand hat damit gerechnet, dass Square Enix auch noch den ersten Teil mit auf die UMD packt. Selbst bei der Kämpferauswahl und Anzahl gibt es nichts zu meckern, hier sollte jeder seinen Liebling finden. Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aufgrund des komplexen Kampfsystems ist die Steuerung völlig überladen. Auch die Kamera und die fehlende deutsche Lokalisierung machen einem das Leben schwer. Doch letzten Endes überwiegen die positiven Punkte und man vergisst schnell diese Mankos. Eigentlich sollte jeder PSP Besitzer und Final Fantasy Fan diesen Titel schon lange zu Hause stehen haben, denn hier handelt es sich um ein Spiel, welches seines gleichen sucht. Auch zukünftigen PS Vita Besitzern lege ich den Titel nahe, denn der zweite Analog Stick sollte vieles vereinfachen. Von mir gibt es also eine klare Kaufempfehlung!

[ Review verfasst von Andy ]

Pluspunkte:

  • Enormer Umfang
  • Grafik und Soundtrack auf Reverenzniveau
  • Hoher Wiederspielwert

Minuspunkte:

  • Mäßige Kameraführung
  • Überladene Steuerung
  • Lange Ladezeiten, vor allem ohne Installation



Infos zum Spiel
NameDissidia 012 [duodecim] Final Fantasy
SystemPlayStation Portable
HerstellerSquare Enix
EntwicklerSquare Enix
GenreBeat'em Up
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis39,99 €
PlatinumNein
Release
 25.03.2011
 22.03.2011
 03.03.2011
Spielerzahl10
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
InfrastructureNein
Ad-hocJa
Game-SharingNein
DownloadcontentJa
Memorystick352 KB
Mehr...

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Screenshot Galerie
Dissidia 012 [duodecim] Final Fantasy
Gameplay
9.0
Atmosphäre
9.0
Grafik
9.0
Sound
9.5
Singleplayer
9.5
Multiplayer
9.5

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