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Final Fantasy XIII-2
14. April 2012

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor zwei Jahren den Test zu Final Fantasy XIII geschrieben habe. Final Fantasy XIII (OnPSX Review) war ein Spiel, was es durchaus nicht einfach hatte. Angefangen bei der langen Entwicklungszeit, bis hin zu einigen umstrittenen Design-Entscheidungen, die vielen Fans ein großer Dorn im Auge waren. Knapp zwei Jahre später liegt nun Final Fantasy XIII-2 vor mir. Ein Spiel, welches im Gegensatz zu seinem Vorgänger quasi wie aus dem Nichts kam. Und natürlich stellt sich jetzt die Frage: Hat Square Enix aus den Fehlern gelernt? Unser neuestes Review soll's klären...

Willkommen zurück in der Welt von Cocoon

Rein storytechnisch bewegt sich das Spiel drei Jahre nach den Vorfällen von Final Fantasy XIII. Vieles hat sich seitdem verändert: Angefangen mit der Neu-Besiedlung von Grand Pulse, nachdem der Zusammenbruch von Cocoon durch die aufopfernde Lightning so gerade eben noch verhindert wurde. Ein Mahnmal, was die Menschen die ganze Zeit daran erinnert, wie knapp sie der Katastrophe entkommen sind, ist das inzwischen von Kristallen umrahmte Cocoon, welches als unübersehbare Warnung tagtäglich Horizont zu sehen ist. Die Tage sind ruhiger geworden – Bis es jedoch zu einem überraschenden Meteoriten Einschlag in Neu Bodhum kommt. An dieser Stelle schlüpft der Spieler erstmals in die Rolle von Serah – der Hauptfigur des Spiels und Lightnings Schwester. In dem Moment, als sie das Haus verlässt, wird ihr schnell klar, dass die ruhigen Tage vorbei sind. Als, vom Meteor angelockte, Monster gerade dabei sind alles kurz und klein zu hauen, kommt es aber zum Auftritt eines mysteriösen braunhaarigen Jungen, der die Heldin des Spiels nicht nur aus der Klemme hilft, sondern auch noch eine Nachricht ihrer längst verschollenen Schwester überbringt. Eine durchaus seltsame Fügung, wenn man bedenkt, dass Serah seit mehreren Jahren nichts mehr von Lightning gehört hat. Wie sich jedoch herausstellt, scheint Noel Kreiss, so der Name des Hauptprotagonisten, mehr als nur ein Botenjunge zu sein. Von Lightning geschickt, soll er nicht nur Serah dabei helfen ihre Schwester wiederzufinden, sondern auch seine eigene Zukunft zu ändern, in der er der letzte Mensch auf Erden ist. Beide erkennen schnell, dass sie voneinander abhängig sind. Und trotz aller rätselhaften Geschehnisse, billigt Serah ein mit Noel mitzukommen. Ob es den Beiden tatsächlich gelingt ihre Zukunft neu zuschreiben, erlebt der Spieler in Form eines knapp 50 Stunden großen Abenteuers, welches ihn durch die verschiedenen Zeitperioden und Orte von Grand Pulse, sowie Cocoon treibt.

Neben Rätseln warten neuerdings auch Quicktime Einlagen auf den Spieler

Mission Complete

Nachdem Beenden des Tutorial-Levels, landet der Spieler in der sogenannten Chronosphäre, welche das Hauptmenü eurer Reise darstellt. Von hier aus kann man jederzeit auswählen welches Gebiet man als nächstes betreten möchte. Die einzelnen Areale unterscheiden sich aber nicht nur Örtlichkeiten, sondern auch durch verschiedene Zeitperioden. Und wo ist der Haken fragt ihr euch? Unglücklicherweise scheinen die einzelnen Welten durch merkwürdige Zeit-Paradoxen betroffen zu sein, welche es zu korrigieren gilt. Erst wenn man sämtliche Anomalien beiseite geschafft hat, wird der Spieler mit sogenannten Artefakten belohnt, durch die man weitere Zeitportale öffnen kann. Was auf dem ersten Blick natürlich recht verworren und kompliziert klingt, ist in der Praxis jedoch kaum der Rede wert. Dies liegt vor allem an der Simplizität der einzelnen Missionen, in denen es Meistens darum geht von Punkt A zu Punkt B zu kommen – natürlich inklusive zahlreicher Monsterkämpfe. Im Vergleich zum Vorgänger punktet Final Fantasy XIII-2 aber durch eine größere Anzahl an Sidequests, die man innerhalb einer Mission erledigen kann. Neben der Zerstörung eines Monsters kann dies aber auch die Suche nach verloren gegangenen Gegenständen beinhalten. Eine weitere Sache, die mir als Fan der klassischen Final Fantasy Spiele sehr gefallen hat ist die wiedergewonnene Lust nach Variabilität im Level-Design. Die einzelnen Levels präsentieren sich nun deutlich weitläufiger, was beim Vorgänger leider nur bedingt der Fall war. Zusammen mit der Möglichkeit alte Level immer wieder von neuen Perspektiven aus zu erleben, hat sich Final Fantasy XIII-2 das Prädikat „Rollenspiel“ redlich verdient. Darüber hinaus verdient auch die neu erzählte Geschichte ein großes Lob. Da man sich von zahlreichen Handlungsketten gelöst hat, wirkt das Gesamtgeschehen nun deutlich klarer und nicht mehr ganz so abgedreht, wie beim Hauptteil, wo man sich an manchen Stellen nur noch denken konnte „Was zur Hölle geschieht hier gerade?“. Und obwohl die Story deutlich simpler ausgefallen ist, wird sie einem sofort in den Bann ziehen, was vor allem an den soliden Hauptcharakteren Serah und Noel liegt. Bis auf wenige Ausnahmen kommen Beide nämlich ohne großen J-RPG Pathos aus, was ihre Beweggründe klar und definiert erscheinen lässt. Was mir ebenfalls gefallen hat, war das neue Dialog-System, welches ab und zu erscheint. Im Stile der Mass Effect Reihe (aber bei weitem nicht so umfangreich) hat man hier die Auswahl aus vier verschiedenen Aktions- oder Fragemöglichkeiten. Je nach Geschehen lassen sich sogar verschiedene Aktionen ausführen, wodurch sich die Handlung ein wenig verändert. Eine gern gesehene Dreingabe im ansonsten so angestaubten J-RPG Genre. Jedoch hat sich Square Enix einen großen Fehler geleistet – Hat man das Spielende erreicht, bleibt einem der Abschluss der Geschichte verwehrt. Und ob dies in Form eines DLC-Add Ons oder gar in Form eines Nachfolgers nachgeliefert wird, steht bislang noch in den Sternen. Ein wenig enttäuschend ist das aber schon, wenn man dermaßen viel Zeit in das Spiel investiert hat.

Im Verlauf der Geschichte besucht man die gleichen Orte zu unterschiedlichen Zeitepochen

Hack like it's 1999

Auch in Hinblick auf das Gameplay, überrascht Final Fantasy XIII-2 mit einigen unerwarteten Veränderungen. Während man beim Vorgänger noch sämtliche Monster und Gegner jederzeit auf der Oberfläche sehen konnte, kehren mit dem neuesten Ableger der Serie die Zufallskämpfe wieder ein. Und obwohl man in der Praxis nicht wirklich dazu gezwungen ist jeden Kampf auch einzugehen (ein spezieller Radius hilft einem dabei von der Gefahr wegzulaufen) ist es schon verwunderlich, warum man in diesem Fall einen Schritt zurückgegangen ist. Was 1999 vielleicht noch Gang und Gebe war, ist in der heutigen Zeit nur noch eine überflüssige Unterbrechung des Spielflusses. Glücklicherweise hat man wenigstens das Kampfsystem größtenteils in Ruhe gelassen, was meiner Meinung nach zu den absoluten Stärken des Vorgängers gehörte. Im Kampfbildschirm angekommen, steht euch wieder mal die altbekannte ATB-Leiste zur Verfügung, die mit rollen-spezifischen Attacken gefüllt werden soll. Die Auswahl der verschiedenen Rollen (Heiler, Zerstörer etc.) gelingt dabei durch ein Betätigen der L1-Taste, welches das Paradigmen-Menü aufruft. Je nach Taktik lässt sich damit die Ausrichtung eures Teams verändern. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich dabei stets im fairen Rahmen. Und wer trotzdem noch Probleme hat, kann selbigen jederzeit von „Normal“ auf „Einfach“ stellen.

Ein Aspekt, der jedoch komplett neu ist, ist die Monsterzucht. Ganze im Stile der Pokemon-Spiele werden sich besiegte Monster euch anschließen. Im Hauptmenü kann man die einzelnen Tiere dann als dritten Charakter im Kampfbildschirm festlegen. Mit speziellen Items sorgt man anschließend dafür, dass sich die Lebewesen nach und nach weiterentwickeln. Je nach Lust und Laune kann man sogar verschiedene Arten kreuzen, was mitunter ein noch stärkeres Monster hervorruft. Ebenfalls mit von der Partie ist das altbekannte Kristarium. Während man beim Vorgänger aber noch selber entscheiden konnte, auf welche Skills man seine Punkte verteilen möchte, geschieht dies nun deutlich geradliniger. Im Grunde kann man nur noch entscheiden, welches Paradigma trainiert werden soll. Die dazugehörigen Attacken werden anschließend automatisch je nach Level-Stand freigeschaltet. Während mich das neue Kristarium aber nur wenig gestört hat, sollten Fans klassischer Rollenspiel-Systeme nicht zu viel erwarten. Zu guter Letzt möchte ich noch auf die neuen Quick-Times Events eingehen. Diese finden nämlich nicht nur in den Kämpfen statt, sondern auch außerhalb der einzelnen Duelle, was das allgemeine Geschehen ein wenig spritziger und intensiver erscheinen lässt. Manche nennen es faul, aber mir persönlich haben die dadurch aufgepeppten Gameplay-Passagen sehr zugesagt. So wirken insbesondere die zahlreichen Boss-Kämpfe nochmal ein bisschen spektakulärer.

Bis zu drei Monster dürfen jetzt in die Party aufgenommen werden, das sorgt für mehr Dynamik und Strategie

Optik & Sound

Final Fantasy XIII-2 ist ein schönes Spiel – Mehr bräuchte man an dieser Stelle eigentlich nicht sagen. Angefangen mit wunderbaren Arealen, die euch nicht nur durch bunte Dschungel-Gebiete und düstere Ruinen treiben, sondern auch (und jetzt aufgepasst) durch opulente Städte und Metropolen, die bei XIII eher die Seltenheit waren. Aber auch die einzelnen Charaktere und Monster wirken so detailliert, wie eh und je. Abzüge gibt es lediglich für die immer wiederkehrenden Framerate-Einbrüche, als auch für die schlampige Platzierung von identischen Non-Player-Charakteren, was manchmal etwas ungewollt komisch aussieht, wenn zwei oder drei Leute mit dem gleichen Outfit durch das Bild rennen. Über allem stehen aber wieder mal die beeindruckenden CGI-Sequenzen, die selbst mit Blizzard's berühmten Videos mithalten könnten. Solide Synchronstimmen, klasse Effekte und ein brandneuer Soundtrack, der mit zahlreichen Vocal-Tracks ausgestattet wurde, sorgen außerdem dafür, dass sich die akustische Seite von Final Fantasy XIII-2 als wahrer Ohrenschmaus entpuppt.

FAZIT:

Ich muss zugeben, dass ich nicht mit den größten Erwartungen an Final Fantasy XIII-2 herangegangen bin. Umso überraschter war ich am Ende, als ich feststellen durfte, dass Square Enix tatsächlich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Aber warum nicht gleich so? Und warum gelang dies schon beim Vorgänger nicht? Fragen über Fragen. Aber lässt man die Historie mal beiseite erwartet euch ein hervorragendes und umfangreiches Rollenspiel. Eine Kombination, die man auf der PS3 leider nur viel zu selten zu sehen bekommt. Umso enttäuschender ist jedoch die unvollständige Konklusion ausgefallen, die einen herben Nachgeschmack hinterlässt.

[ Review verfasst von Dimi ]

Die zweite Meinung:

Der Vorgänger sah zwar toll aus, aber spielte sich in mancherlei Hinsicht altbacken – und das obwohl das Kampfsystem durchaus zeitgenössisch war. Aber dort nervte (!) mich der regelmäßige Figurentausch. Im neuen Spiel bleibt man bei seinen zwei Hauptfiguren (wobei ich Serah bei weitem nicht so interessant finde, wie die glaubhaft geschriebene Figur von Noel Kreiss), kann dadurch aber auch zu leicht aufleveln und damit die Kämpfe zum Kinderspiel degradieren.  Ansonsten erinnert die wieder neugewonnene Freiheit an alte PS1 / PS2 Episoden und die Sidequests sowie die Monsterjagd machen Spaß. Was die Geschichte betrifft: Nun, die ganze Zeitreiseproblematik verwirrt nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende, von einigen Logiklöchern mal abgesehen, fand ich die Story im Vorgänger weitaus ansprechender und leichter zu verfolgen. Die Grafik legt nochmal einen Tick zu, der Sound sowie die englische Sprachausgabe sind auf hohem Niveau und die Ladezeiten halten sich in Grenzen – vor allem im Vergleich mit anderen aktuellen (Rollen)Spielen wie Mass Effect 3. Insgesamt ein gelungenes Abenteuer, das Spaß macht und gut unterhält.

[ Kommentar verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Umfangreiches Rollenspiel-Abenteuer
  • Viele Sidequests
  • Wunderschöne Optik...

Minuspunkte:

  • ...die durch einige Framerate-Einbrüche gestört wird
  • Manchmal etwas zu einfach
  • Warum schon wieder Zufallskämpfe?



Infos zum Spiel
NameFinal Fantasy XIII-2
SystemPlayStation 3
HerstellerSquare Enix
EntwicklerSquare Enix
GenreRollenspiel
USKab 12 Jahren
PEGI16+
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 03.02.2012
 31.01.2012
 15.12.2011
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Final Fantasy XIII-2
Gameplay
8.0
Atmosphäre
8.0
Grafik
9.0
Sound
9.0
Spielspass
8.5
 

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