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Shinobido: Weg des Ninja
5. Mai 2012

Eins Vorweg! Bei „Shinobido“ handelt es sich nicht um eine einfallslos betitelte Fortsetzung der bekannten „Shinobi“ Serie von Sega. Das von Aqquire entwickelte „Shinobido“ ist ein ambitioniertes Action-Adventure ganz im Stile der bekannten „Tenchu“ Reihe. Jedoch wollten die Entwickler nicht einfach eine Kopie hinlegen, sondern ein selbständiges, innovatives Spiel entwickeln. Ob es ihnen wirklich gelungen ist, frischen Wind ins angestaubte Gerne zu bringen, verraten wir euch nun in unserem Test!

Die Ähnlichkeiten zur Tenchu-Reihe kommen nicht von ungefähr

Memento

Nach einer völlig durchzechten Nacht, wacht euer Alter Ego namens Goh die Krähe mit einem kompletten Filmriss an einem Flussufer auf. Nachdem er ein wenig umhergeirrt ist und einen mysteriösen roten Stein gefunden hat, wird ihm per Pfeilpost eröffnet, dass er die Nacht gar nicht in einem japanischen Wirtshaus verbracht hat. Denn in Japan herrscht Krieg und während seines letzten Kampfes wurde ihm seine Seele entfernt und in Form von 8 kleinen Splittern überall verstreut. Um diese Splitter und somit euer wahres Ich wieder zu finden, tretet ihr mit den Herrschern Utakas in Kontakt, die euch bei eurer Suche nach den Seelensteinen helfen wollen. Natürlich nicht ohne Gegenleistung. Ihr sollt für sie diverse Aufträge erledigen, um so ihr Vertrauen zu erlangen. Das ist gar nicht so einfach wie es klingt! Denn die drei Herrscher in spe sind miteinander verfeindet und eure Aufgabe ist es auch noch, die Machtverhältnisse wiederherzustellen und einen neuen Herrscher auf den Thron zu hieven. Ihr habt es nun also nicht leicht, es allen recht zu machen…

Altbekannte Hausmannskost

Ihr startet ins Spiel mit einem kleinen Tutorial, welches euch die grundlegenden Elemente des Spiels und die Steuerung erklärt. Alles weitere was ihr sonst noch über das Spiel wissen müsst, könnt ihr im Laufe der Zeit in eurer Hütte nachlesen. Hier beginnt auch das eigentliche Abenteuer. Zu Beginn solltet ihr euch mit den Möglichkeiten, die ihr hier habt, vertraut machen. So könnt ihr nicht nur speichern, sondern auch Aufträge annehmen, eure Items verwalten und das Tutorial weiterführen. Das ist ziemlich sinnvoll, wenn ihr alle Optionen des Spiels ausnutzen wollt. Im Laufe des Spiels schaltet ihr immer neue Lernfilmchen und Texte frei, die euch z.B. das optimale Vorgehen im Kampf, das Einsetzen von Wurfgeschossen oder das Mischen von neuen Kräutern und Tränken lehren. Auch eure Missionsergebnisse und die Briefe der Herrscher könnt ihr in eurer Unterkunft nachschlagen. Habt ihr euch mit allem vertraut gemacht, kann es auch schon mit der ersten Mission losgehen. Für jede Mission die ihr abschließt, bekommt ihr am Ende Geld, welches ihr in neue Items investieren könnt. Leider kann das eigentliche Spiel nicht ganz mit diesen interessanten Elementen mithalten. Das Gameplay bietet nämlich lediglich Altbekanntes. Ihr lauft mit eurem Charakter durch ziemlich eintönige Levels und geht euren Ninjapflichten nach. Das heißt, nicht entdeckt werden und lautlos töten! Werdet ihr entdeckt heißt es, den Gegner möglichst schnell auszuschalten, oder die Beine in die Hand zu nehmen, wenn zu viele Gegner auf euch eindreschen. Zumindest sagt das das Tutorial. In Wirklichkeit ist es meistens ziemlich egal, ob ihr durch die Levels schleicht und einen auf Sam Fisher macht, oder einfach durch das Level stürmt, und alles niedermäht was euch vor die Klinge kommt. Dabei ist es auch wurscht, ob es nur ein Gegner ist, oder euch eine ganze Gruppe feindlicher Ninjas begegnet. Außer bei Aufträgen, die euch das Unentdeckt bleiben vorschreiben, ist das Hau-Drauf Prinzip sogar noch sinnvoller.

Die Kamera verhält sich oftmals wirsch...

Das Schleichen wird nämlich dank der „dezent“ umständlichen und Kamera sowie der hakeligen Steuerung zum Ärgernis. Da ihr die Kamera andauernd neu justieren müsst, seht ihr Gegner oftmals nicht rechtzeitig und ihr werdet entdeckt. In Kombination mit der oft störrischen Steuerung wird es sehr schwer z.B. auf einer Mauer entlangzugehen ohne zig Mal runterzufallen. Auch wenn ihr in der Nähe eines Daches hochspringt, um beispielsweise den Gegner zu überlisten, hält sich Goh automatisch am Rand des Daches fest, ohne dass ihr es wollt. Scheinbar hat man versucht, die Steuerung so einfach wie möglich zu gestalten. Denn auch Special Moves wie Stelth-Kills lassen sich nicht von euch beeinflussen. Habt ihr euch nah genug an einen Gegner angeschlichen, blitzt eure Klinge kurz auf. Nun braucht ihr einfach den Rechteck Button zu drücken, und eine eingespielte Sequenz zeigt, wie ihr euren Gegner um die Ecke bringt. Auch während eines Kampfes reicht es, solange den Button zu hämmern, bis der Gegenüber endlich zu Boden geht. Verschiedene Varianten habt ihr dabei nicht. Ihr könnt zwar auch im Sprung oder von einem Dach herunter angreifen, jedoch verfehlt ihr das Ziel so öfter als ihr es trefft. Es ist sehr löblich, dass die Entwickler versucht haben, die Steuerung so einfach wie möglich zu halten, um auch Neulingen das Spiel schmackhaft zu machen, jedoch wird dadurch das Gameplay stark negativ beeinflusst.

Gut gelungen ist hingegen das Inventar. Ihr könnt bis zu 24 verschiedene Gegenstände zu jeder Mission mitnehmen. Acht davon könnt ihr in euer Zugriffsmenü legen um während eures Auftrages schnell auf sie zugreifen zu können. Dafür reicht ein Druck auf die R2 oder L2 Taste und ihr könnt mithilfe der vier Symboltasten den gewünschten Gegenstand sofort benutzen. So könnt ihr euch während des Kampfes schnell heilen, oder den Gegner mit Wurfgeschossen oder Minen malträtieren. Um euer Inventar wieder zu füllen, könnt ihr in jedem Level Gegenstände einsammeln, die aber auch oft von Gegnern nach ihrem Ableben hinterlassen werden. Diese könnt ihr dann direkt einsetzen, oder später in eurem Unterschlupf kombinieren. Durch die Alchemieoption könnt ihr gefundene Gegenstände miteinander vermischen, um so ihre Wirkung zu verstärken oder komplett zu verändern und so quasi einen neuen Gegenstand zu erschaffen. Die Optionsvielfalt ist so reichhaltig, dass ihr alleine damit viel Zeit verbringen werdet. Überflüssige Gegenstände könnt ihr entweder verkaufen, oder an einen der drei Herrscher schicken, um so eure Beziehung zu verbessern. Einen dicken Rüffel holt sich allerdings die Anleitung ab. Zwar besitzt das Spiel zahlreiche Tutorials und Hilfen, das Wesentliche sollte jedoch in der Anleitung stehen. So wird dem eigentlichen Gameplay und der Steuerung nahezu keinerlei Beachtung geschenkt, der Alchemie und dem Missionseditor hingegen geschlagene 12 der insgesamt 18 Seiten spendiert. Um alle Möglichkeiten des Spiels auszureizen, muss man sich also mühsam durch alle Tutorials quälen.

Grafisch reisst der Titel keine Bäume raus

PSone?

Leider kann die Technik von „Shinobido“ absolut nicht überzeugen. Schon die Zwischensequenzen sind nicht grade eine Wucht. Man kann nun wirklich nicht erkennen, ob sie in Spielgrafik gehalten oder vorgerendert sind. Wenn man sich jedoch die Spielgrafik anguckt, muss man fast zu dem Schluss kommen, dass sie tatsächlich animiert sein müssen. Die Level „beeindrucken“ mit matschigen, eintönigen Texturen, einem niedrigen Detailgrad und einer katastrophalen Auflösung. Zudem ist eine Weitsicht quasi nicht vorhanden. Ihr steht vor einer fast komplett leeren Fläche, auf der erst nach und nach Gebäude auftauchen. Dazu müsst ihr aber schon ziemlich nah herangehen. Durch die extreme Eintönigkeit fällt zudem die Orientierung sehr schwer, da ihr so gut wie keinerlei markante Punkte habt, an denen ihr euch orientieren könnt. Innerhalb von Gebäuden setzt sich die Tristesse fort. Gegenstände und Details sind ebenso wenig vorhanden, wie schicke Texturen. Im Großteil der Innenräume steht ihr sogar lediglich vor braunen oder weißen Wänden. Auch hier ist die Orientierung gleich null. Da sich zerstörte Wände und Gegner in Nullkomma nix in Luft auflösen, wisst ihr nie, welchen Ort ihr bereits besucht habt, und welchen nicht. Dadurch dass sich die Gegner dank Zensur nach einiger Zeit auflösen, ist die Möglichkeit Leichen zu verstecken, damit sie von anderen Kontrahenten nicht entdeckt werden und ihr somit auffliegt, kaum sinnvoll. Dazu kommen noch einige Clippingfehler, so dass die Akteure öfters mal halb in einer Wand oder einer geschlossenen Tür stehen. Am Sound gibt es hingegen kaum etwas zu meckern! Die Soundeffekte sind gut, wenn auch nicht sonderlich abwechslungsreich. Auch der Soundtrack kann überzeugen, und passt mit seinem japanischen Klang gut zum Spiel und baut einen gewissen Grad an Atmosphäre auf. Was man, wie erwähnt, von der Grafik nicht behaupten kann. So wirkt das Spiel absolut unfertig und unter Zeitdruck entwickelt.

FAZIT:

Shinobido hätte ein verdammt gutes Spiel werden können. Nur leider hat man dem ganzen Drumherum wie dem Tutorial, den Möglichkeiten der Alchemie und den Editoren scheinbar deutlich mehr Zeit gewidmet als dem Spiel selbst. Denn auch wenn die Missionen auf die Dauer sehr eintönig sind, fesselt einen dennoch die Story, und die Möglichkeiten sie zu beeinflussen. Nur was ist „Shinobido“ jetzt eigentlich? Ins „Stealth“ Genre passt es nicht, da man fast alle Missionen auch auf die harte Tour locker bestehen kann, und einfach der Adrenalinschub fehlt, wenn man auf einen Gegner trifft. Als Actionspiel geht es aber auch nicht durch, da davon einfach zu wenig vorhanden ist, und eigentlich vom Spieler verlangt wird, sich möglichst nicht entdecken zu lassen. So fehlt der Spielmechanik einfach nur jegliche Balance und übrig bleibt ein halbgarer Genremix. „Shinobido“ wird nur durch seine zahlreichen Möglichkeiten, der tollen Story und dem ausgeprägten Suchtpotenzial vor dem Wertungsdesaster gerettet. „Shinobido“ ist kein schlechtes Spiel, und hat durchaus sehr viel Potential, die Entwickler waren aber einfach zu ambitioniert und haben viel zu viele Ideen nur halbherzig umgesetzt. Vielleicht hätte man mit dem Spiel eher auf die nahende nächste Generation warten sollen.

[ Review verfasst von Redzora ]

Pluspunkte:

  • Tolle Story
  • Viele Möglichkeiten
  • Umfangreiches Tutorialsystem

Minuspunkte:

  • Schlechte Grafik
  • Unausgereiftes Gameplay, schlechte Balance
  • Umständliche Kamera


Infos zum Spiel
NameShinobido: Weg des Ninja
SystemPlayStation 2
HerstellerSony
EntwicklerSpike Ltd.
GenreAction-Adventure
USKab 16 Jahren
PEGI16+
Preis59,95 €
PlatinumNein
Release
 20.09.2006
 Canceled
 10.11.2005
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzJa
PAL BalkenNein
Speicherbedarf585 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IINein
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Shinobido: Weg des Ninja
Gameplay
6.5
Atmosphäre
7.5
Grafik
5.0
Sound
8.0
Singleplayer
6.5
 

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