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Need for Speed: Most Wanted
26. November 2012

Ein Burnout hat Criterion Games nun schon viel zu lange nicht mehr herausgebracht, aber dafür scheinen sie nun zum Retro-Verwerter der Need for Speed Serie zu werden. Denn nachdem sie schon Hot Pursuit wiederbelebt haben, folgt nun auch das unter Spielern beliebte Most Wanted. Wie dieses im Test ausfällt, erfahrt ihr in unserem Test.

10 Fahrzeuge musst du schlagen

In der Neuauflage von Most Wanted verschlägt es den Spieler nach Fairview, eine große Stadt irgendwo in Amerika in der die Raserei zum Guten Ton gehört. Dabei haben sich zehn besonders gute Fahrer gefunden, die man nur die „Most Wanted“ nennt. Der Polizei von Fairview gefällt das natürlich gar nicht und so liefern sich die Beamten und die Raser einen unerbitterten Kampf, um die Vorherrschaft und dann kommt ihr ins Spiel. Ihr kommt mit dem Ziel euch an die Spitze der Most Wanted Liste zu kämpfen in die Stadt, aber vorher müsst ihr euch den Respekt der Fahrer in vielen Rennen erkämpfen. Diese bestehen aus normalen Rundkursrennen, Sprintrennen von A nach B, Tempojagden (Im Grunde Zeitrennen, wo es aber um die Durchschnittsgeschwindigkeit geht) und sogenannte Hinterhalte. Denn während der Rennen kann es schon mal vorkommen, dass die Polizei euch bemerkt und dann versucht euch auszuschalten. In den Hinterhalten ist es daher eure Aufgaben vor der Polizei in einer bestimmten Zeit zu fliehen, in dem sie durch waghalsige Manöver abgeschüttelt werden. Meist entscheidet aber eher das Glück über Bestehen oder nicht Bestehen, da die Polizei ziemlich hartnäckig sein kann. Dann entscheiden schon mal KI-Aussetzer darüber. Allgemein ist die Implementierung der Polizei etwas halbgar. Denn nur abseits der Rennen könnt ihr auch von der Polizei geschnappt werden, was aber wieder absolut keine Konsequenzen für euch hat. Teilweise geht es sogar schneller, als mühsam zu fliehen und so wird das ganze System ad absurdum geführt. Trotzdem sorgen sie in den Rennen für etwas mehr Spannung und teils auch Frust. Schlimmer ist da schon die Steuerung. Zwar konnte Criterion den Input Lag aus Hot Pursuit nahezu vollständig beseitigen, sodass die Fahrzeuge nun direkt auf Tasteneingaben reagieren, aber trotzdem steuern sich die Fahrzeuge etwas schwammig. Vor allem wenn man das Lenken beenden möchte, reagieren die Fahrzeuge sehr träge, was zu vielen Kollisionen führt. Schlangenlinie fahren ist so quasi unmöglich. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum die Welt von Most Wanted relativ wenig Verkehr bietet. Für den ein oder anderen Wutausbruch kann aber auch die Gummiband-KI sorgen. Denn wie schon in Hot Pursuit wird das Fahrerfeld künstlich zusammengehalten, sodass man sich nie wirklich von der Gruppe absetzen kann. Besonders ärgerlich, wenn dann ein Gegner in letzter Sekunde mit Vollgas an einem vorbeizieht. Am stärksten merkt man die Gummiband-KI an den Zeiten im Autolog. Obwohl jeder erster wurde, gibt es teilweise Unterschiede von 30 Sekunden oder mehr in den Zeiten. Ebenfalls merkwürdig ist, dass man beispielsweise einen Bugatti Veyron (Anm. Eines der schnellsten Fahrzeuge der Welt mit über 400km/h) deshalb auch mit deutlich langsameren Fahrzeugen schlagen kann.

Jetzt gibt es wieder eine offene Spielwelt

Bäumchen wechsel dich

Kommen wir nun zu den Fahrzeugen aus Need for Speed: Most Wanted. Wie nicht anders zu erwarten hat EA keine Kosten und Mühen gescheut, um die Lizenzen der Sportwagen dieser Welt zu kaufen. Überraschenderweise sind aber auch diverse Pickups mit von der Partie, aber die Bugatti Veyrons und Lamborghinis dieser Welt sind natürlich deutlich interessanter. Übrigens muss man in Most Wanted kein einziges der Fahrzeuge kaufen. Man startet mit einem Porsche 911er und kann alle anderen Fahrzeuge in der Welt finden. Diese stehen dann irgendwo am Straßenrand oder schon mal etwas versteckt in Seitenstraßen und warten nur auf euch. Einmal gefunden, kann man jederzeit das Auto einfach so wechseln. Damit verschwindet aber auch das Anpassen und Tuning der Fahrzeuge aus Need for Speed. Denn jedes Fahrzeug wird mit einer Random-Farbe „ausgeliefert“, welche nur beim Durchfahren von Tankstellen verändert wird. Aber auch hier kann man sich die Farbe nicht aussuchen und dabei wird das Auto auch wieder repariert. Denn Most Wanted verfügt über ein Schadensmodell, was aber rein optischer Natur zu sein scheint. Wirkliche Nachteile durch ein demoliertes Fahrzeug sind mir beim Spielen nicht aufgefallen. Das ist wohl auch besser so, denn Crashes treten häufiger auf, als einem vielleicht lieb ist. Dies ist deshalb der Fall, da Criterion die Takedowns aus Burnout übernommen hat. Mit diesen kann man die Gegner nämlich von der Strecke drängen und sich einen Vorteil verschaffen. Die Gegner aber natürlich auch. Kurz vor der Ziellinie ist ein Crash natürlich doppelt ärgerlich. Aber nun zum Tuning. Das ist zwar noch vorhanden, aber nur in einer stark abgeschwächten Variante. Denn mit jedem Fahrzeug kann man nur fünf Rennen fahren und pro Rennen gibt es diverse Ausrüstung, wie Nitro oder andere Reifen, die man dann je nach Bedarf ausrüsten kann. Spoiler oder ähnliches fehlen völlig und die Rennbegrenzung ist auch einer der größten Kritikpunkte am Spiel. Denn nach fünf Rennen hat man gerade sein Fahrzeug vollständig aufgerüstet und da muss man schon das Fahrzeug wechseln und die Ausrüstung erneut freischalten. Das langweilt mit der Zeit und nervt auch, da man sich ständig an ein neues Fahrzeug gewöhnen muss. Mal ganz davon abgesehen, dass man lieber mit seinen Lieblingen Rennen fährt. Ein wirklich eigenartiges Konzept, dass sich Criterion ausgedacht hat.

Rase mit Freunden um die Wette

Natürlich verfügt Need for Speed: Most Wanted auch über einen Online-Modus, der stark an den aus Burnout Paradise erinnert. Denn wenn der Multiplayer aus dem Menü ausgewählt wird, steht einem die ganze Stadt wieder zur Verfügung. Dabei können Spiele mit Freunden oder zufälligen Spielern erstellt werden. In der Welt selbst darf man um die Wette rasen, sich gegenseitig jagen oder einfach zusammen nach Reklametafeln oder anderen Dingen suchen. Wer möchte kann aber auch Rennen oder andere Events starten. Dabei stehen im Grunde die selben Rennarten, wie im Singleplayer zur Verfügung. Es gibt aber auch z.B. Teamrennen, in denen wie erwartet zwei Teams gegeneinander antreten und dann die gesamten Platzierungen und gesammelten Punkte über Sieg oder Niederlage entscheiden. Alles in allem also mehr als genug Abwechslung für spaßige Online-Partien. Zudem läuft online alles wunderbar und nervige Lags oder ähnliches wird man nicht finden. Leider laufen öffentliche Runden meist absolut chaotisch ab, da viele einem nur im Weg stehen möchte und Rennen sind ihnen egal. Aber zum Glück gibt es die Möglichkeit auch nur ein Spiel mit Freunden zu starten und sich per Headset zu unterhalten.

Autolog 2.0: Man sieht jetzt das eigene Foto bei durchsprungenen Werbeplakaten

Autofahren nur mit Sonnenbrille

Technisch hat Criterion Games auf eine eigene Engine gesetzt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es gibt hier eine völlig frei befahrbare Stadt mit unterschiedlichen Stadtteilen, welche auch schön abwechslungsreich modelliert wurden, sodass Orte wiedererkannt werden und man sich teilweise auch fast blind durch die Welt bewegen kann. Das ist auch teilweise nötig, denn Most Wanted bietet zwar eine Art Naviservice zum nächsten Rennen an, aber leider wird der Weg nur auf einer Minikarte am Bildschirmrand gezeigt. So ist man gezwungen von der Strecke weg zuschauen und dabei passiert es öfters, dass man in gegnerische Fahrzeuge fährt oder eine Abfahrt verpasst, da man sich wieder auf den Verkehr konzentriert. Eine grafische Darstellung des Weges auf den Straßen selber, wie bei Forza Horizon zum Beispiel wäre daher wünschenswert. Allgemein hat Criterion aber absolut saubere Arbeit bei der Technik des Spiels abgeliefert. Zwar läuft das Spiel „nur“ mit 30 Bildern pro Sekunde, aber dafür gibt es kein Tearing, keine Ruckler, kein Aliasing oder andere technische Fehler. Einzig bei manchen Grafikeffekten hat es Criterion zu gut gemeint. Vor allem beim Herausfahren aus einem Tunnel merkt man es, wenn man quasi im Blindflug weiterfährt, da die Sonne so stark blendet, dass man überhaupt nichts sieht. Ebenfalls ärgerlich sind die Ladezeiten. Nicht nur dauert es eine halbe Ewigkeit bis man mal überhaupt loslegen kann, sondern auch beim Neustart eines Rennens kann einem schon mal der Geduldsfaden reißen. Das liegt in erster Linie daran, dass jedes Rennen mit einer speziellen Videosequenz eingeleitet wird. Das ist auch meist schön anzusehen, aber das reicht auch einmal. Wenn man ein Rennen aber neu startet, wird auch das Video neu geladen, welches erst weg geklickt werden muss. Aber selbst wenn man ein Rennen abschließt, geht es nicht sofort weiter. Denn bis man das Menü zum Auswählen von Rennen oder Fahrzeugen aufrufen kann, vergehen mehrere Sekunden.

Kein Spaß? Polizeiverfolgungsjagden nerven nur

Wo gibt`s den Soundtrack?

Für EA typisch hat auch Need for Speed: Most Wanted einen abwechslungsreichen Soundtrack, der von Pop über Electro bis Rock alles bietet und dabei auch mit bekannten Acts, wie Green Day aufwarten kann. Wer aber damit nicht zufrieden sein sollte, darf auch seine eigenen Songs einbinden. Übrigens sind die Fahrzeugsounds nicht ganz so gut. Wenn man mit einem Bugatti Veyron oder Lamborghini Avantador fährt, würde man eher einen wahrlich brachialen Sound erwarten, aber letztlich klingen die meisten Autos mehr oder weniger gleich und damit auch gleich langweilig. Den einzigartigen Sound eines V8 Motors oder ähnlichem wird man hier also nicht finden. Dafür gibt es aber teilweise lustige Gespräche im Polizeifunk während der Verfolgungsjagden, wenn die Polizei euren Fahrstil bewundert.

FAZIT:

Need for Speed: Most Wanted ist nicht perfekt, für Fans des alten Klassikers vielleicht in gewissen Bereichen eine kleine Enttäuschung und teilweise erinnert es mehr an ein Burnout, als an ein Need for Speed Spiel. Aber trotzdem macht es deutlich mehr Spaß als die meisten Versuche der letzten Jahre, da die Rennen immer spannend sind und selbst die Verfolgungsjagden können einen schon ein paar Stunden unterhalten. Trotzdem leidet das Spiel unter langen Ladezeiten, fragwürdigen Designentscheidungen und einer ziemlich kurzen Spielzeit für den Singleplayer. Unterm Strich bleibt also ein gutes Need for Speed Spiel mit viel Luft nach oben.

[ Review verfasst von crack-king ]


Die zweite Meinung:

Was soll ich sagen? Ich bin enttäuscht! Zwar bin ich auch kein Fan des originalen „Most Wanted“ Spiels (siehe OnPSX Review), aber mit einem fähigen Entwickler wie Criterion konnte beim Remake ja eigentlich nichts schief gehen. Und trotzdem – am Ende ist ein unausgegorener „Burnout Paradise“ Abklatsch herausgekommen, der in vielen Bereichen nur durchschnittlich ist. Das grottige Fahrverhalten der vierrädrigen Badewannen, die ätzenden Polizeiverfolgungsjagden (Standard Polizeifahrzeuge überholen meinen Supersportwagen bei Vollgas), der uninspirierte Einzelspielermodus und Probleme bei der Framerate (ja, mein lieber Kollege, bei viel Action auf dem Bildschirm knickt die Bildrate mächtig ein), sowie die lahme Integration der Takedown Mechanik (meine eigenen Crashs muss ich ewig und drei Tage anschauen, wenn ich einen Gegner ausschalte, sieht man davon nix), sind nur einige Beispiele von Vielen. Auch die langweilige Umgebung (typische US Großstadt mit ein bisschen Land drum herum) könnte mal von etwas Neuem abgelöst werden. Doch es gibt auch Positives zu berichten: Autolog 2.0 und die wieder tolle Integration des Mehrspielermodus sind die Highlights des Spiels. Auch wenn bei mir die Motivation Online dank des miesen Fahrmodells schnell flöten ging. Lockere Schlachten wie in Burnout sind hier nicht drin. Insgesamt ist der Titel für mich nur magerer Durschnitt und das schlechteste Criterionspiel seit dem ersten Burnout auf der PS2.

[ Kommentar verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Große offene Welt
  • Spannende Rennen
  • Technisch einwandfrei

Minuspunkte:

  • Lange Ladezeiten
  • Gummiband-KI
  • Recht kurz im Singleplayer



Infos zum Spiel
NameNeed for Speed: Most Wanted
SystemPlayStation 3
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerCriterion Games
GenreRennspiel
USKab 12 Jahren
PEGI7+
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 01.11.2012
 30.10.2012
 15.11.2012
Spielerzahl8
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pNein
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveJa
Mehr...

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Screenshot Galerie
Need for Speed: Most Wanted
Gameplay
8.5
Atmosphäre
8.0
Grafik
8.0
Sound
7.5
Spielspass
8.0
 

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