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Tearaway
20. November 2013

Als man glaubte, das Sony die PlayStation Vita abgeschrieben hatte, wurden auf der Gamescom 2012 die beiden exklusiven Spiele Killzone und Tearaway präsentiert. Killzone: Mercenary konnte voll und ganz überzeugen (siehe Review) aber wie sieht es mit Media Molecule neuem Spiel aus. Von Anfang an war es als Seitenprojekt geplant und ein kleines kreatives Team wurde für dieses Spiel zusammengestellt. Doch Kreativität alleine reicht nicht aus um als gutes Spiel zu gelten!

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Willkommen in der Papier Welt von Tearaway. Doch irgendetwas stimmt hier nicht und der Grund ist der Spieler selbst. Es muss ihm eine Nachricht übermittelt werden, doch wie übermittelt man diese am besten? Natürlich als Brief, der in Form des wagemutigen Kuriers Iota Gestalt annimmt. Um diesen Brief zu übermitteln, muss sich der kleine Held zahlreichen Gefahren stellen, doch glücklicherweise ist er nicht allein. Iota hat Vertrauen in den Spieler und seinen Entscheidungen und so müsst ihr ihm Helfen die zahlreichen Aufgaben zu meistern. Aber ihr seid nicht von jedermann beliebt. Seit dem Auftauchen des Spielers sind die bösen Schnipsel in der Welt erschienen, welche für Angst und Schrecken unter den Bewohnern sorgt. Es steht dem kleinen Held eine lange Reise bevor, die nicht nur das Schicksal dieser Welt verändern wird!

Tearaway ist eines der wenigen Spielen, die behaupten können „Der Weg ist das Ziel“. Zusammen mit dem Kurier erlebt ihr diese Reise und werden direkt in das Spiel eingebunden. Diese Einbindung erfolgt mit den Unterschiedlichsten Mitteln. Einmal müsst ihr die Umgebung manipulieren um einen Weg zu schaffen, oder ein Bewohner bittet Iota um Hilfe und wünscht sich eine selbsterstellte Dekoration. Doch mit solchen simplen Elementen gibt sich Media Molecule nicht zufrieden und hat das Spiel mit zig einzigartigen Ideen ausgestattet. Die Bewohner nehmen den Spieler als Sonne war, der sie von oben beobachtet. Mit Hilfe der vorderen Kamera werdet ihr immer gefilmt und sobald im Spiel die Sonne zu sehen ist, seht ihr wie die Figuren den Spieler sehen. Man ist somit selbst ein Teil dieser Welt und die Bewohner sind sich dem bewusst. Durch eine Vielzahl gestalterischen Möglichkeiten könnt ihr dem Spiel und der Handlung einen ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Hört sich alles sehr tiefsinnig und philosophisch an, doch in Wirklichkeit ist es eine Geschichte über einen Helden und seinen Beschützer, der über diese Welt wacht und sie beeinflusst.

Little Big Floating?

Media Molecule musste viel Kritik bezüglich der Steuerung und Verhalten des Sackboys einstecken, dies ist bei Tearaway nicht mehr der Fall. Ganz wie es sich viele Spieler wünschten, ist die Steuerung nun knackig und punktgenau, dies ist auch wichtig, denn im Herzen ist Tearaway ein klassischen Jump 'n Run mit Abenteuerelementen. Ihr steuert den kleinen Kurier, bzw. Kurierin, durch gut designte Level, die ihr immer wieder manipulieren müsst. An vielen Stellen findet man Klebestreifen die weggezogen werden müssen um Wege zu schaffen, oder um ein Trommelfell freizulegen. Ganz wie ein Trampolin können diese Trommelfelder den Kurier nach oben schleudern, um sie in Schwingung zu versetzten reicht ein leichter Fingerschlag auf die Rückseite der PSVita. Auch kleinere Verschieberätsel werden mit Hilfe der Rückseite gelöst, in dem ihr euren digitalen Finger in die Spielwelt steckt.

Im Laufe seiner Reise erlernt Iota immer neue Tricks und bald springt und Kugelt man durch die knallbunte Welt. Immer wieder trifft man auf die bösen Schnipsel die in verschiedener Form auftauchen und ihr eigenes Angriffsmuster haben. Einige gilt es zu überlisten, andere brauch zum Besiegen die Hilfe des Spielers. In der Mitte des Spiels findet Iota endlich ein Werkzeug, mit dem diese lästigen Schnipsel leichter besiegt werden können, aber auch neue Wege freigeschaltet werden Nun könnte man meinen, dass die Einbindung der ganzen PSVita Funktionen zu Lasten des Spielfluss geht. Dies ist hier nicht der Fall. Man merkt, dass sich die Entwickler sehr wohl überlegt haben welche Einbindung vernünftig ist und keinen Frust entstehen lässt. Doch trotz all dieser Bemühungen gibt es viel, was nicht gelungen ist. Schnell stellt man fest, dass Tearaway viel zu einfach ist. Eine Vielzahl von Rücksetzpunkten verhindert, dass ihr an einer Stelle hängen bleibt. Das System erkennt auch automatisch ob ihr vor einem dieser Punkte gestorben seid und lädt automatisch von dort. Somit geht der Reiz, schwierige Stellen zu meistern, verloren. Auch wenn man bei den Kämpfen gegen die Schnipsel scheitert, merkt sich das Spiel welche besiegt wurden. Zu guter Letzt bleibt noch die relativ kurze Spielzeit. Durch das Fehlen von Herausforderungen, kommt man zügig durch die Levels und schon nach knapp sechs Stunden ist die Nachricht an den Spieler zugestellt. Sehr enttäuschend, aber Media Molecule ist an diesem Problem selber zuzuschreiben. Man hat wirklich gut durchdachte und unterhaltsame Levels geschaffen, die mit kniffligen und spaßigen Sprungeinlagen überraschen. Doch der leichte Schwierigkeitsgrad macht es viel zu einfach. Da nützt es auch nichts, dass man in Form von Trophäen versuch den Spieler zu motivieren, diese Plattformen ohne zu Sterben zu meistern. Auch mit allerhand Sammelbaren versucht man die Spielzeit in die Länge zu ziehen, was auch nur ambitionierte Sammler erfreuen wird.

Die Spur der Kreativität

Doch genug von diesen kleineren Schnitzern im Gameplay, den Tearaway will vor allem bei Kreativität Punkten und das Meistert dieses Spiel. Schon früh bekommt eine Kamera geschenkt, um Objekte zu fotografieren. Immer wieder findet man in den Levels weiße Objekte die es zu fotografieren gilt. Hat man ein gutes Foto geschossen wird man aufgefordert das Spiel mit seinem Tearaway.me Account zu synchronisieren. Der Clou hierbei ist, dass ihr auf dieser Webseite diese Modelle freischalten und auf Papier ausdrücken könnt um diese zu basteln. Wer will kann danach ein Foto machen und die eigene Kreation mit der Community teilen. Wer lieber die virtuelle Kreativität nutzt, hat mit der Option der Bastelmappe die Möglichkeit verschiedene Objekte für die Bewohner der Papierwelt zu schaffen. Sei es eine Krone für ein Eichhörnchen oder eine Schneeflocke. Euch ist es überlassen wie dies aussehen soll. Diese kleinen Dinge findet man immer wieder in den Levels und die verleihen jedem Spieldurchgang seine Individualität. Auch der Kurier lässt sich voll und ganz anpassen. Schneidet etwas aus und klebt es auf ihn. Kreativität wird in diesem Spiel großgeschrieben und ihr selbst legt fest wie ihr diese Welt gestallten möchtet.

Digitales Papier!

Neben der Kreativität wird Tearaway vor allen wegen des Grafikdesign in Erinnerung bleiben. Die ganze Welt besteht aus Papier und die Entwickler Rühmen sich damit, dass alles was man in diesem Spiel sieht auch nachgebaut werden kann. Natürlich sollte man über etwas Bastelgeschick verfügen. Die Entwickler haben es geschafft, eine realistische Papierwelt zu erzeugen, die trotz der einfachen Texturen grafisch überzeugen kann. Erreicht wird dies durch viel Liebe zum Detail. Rollt ihr durch die Gegend hinterlasst ihr eine Konfetti Spur, hüpft ihr im Wasser entstehen Wellen aus Papier. An einigen Stellen, wo zahlreiche dieser Elemente auftreten und noch eine große Anzahl von Schnipseln ihr Unwesen treiben, muss sich die PSVita geschlagen geben und es gibt den einen oder anderen Einbruch in der Framerate. Dies hält sich glücklicherweise in Grenzen. Bei der Vertonung verlässt man sich auf unverständliches Gebrabbel. Beim Soundtrack hingegen schöpft Media Molecule aus den vollen. Im Gegensatz zur Little Big Planet Reihe wurde diesem Spiel ein eigener Soundtrack spendiert und der Komponist hat versucht eine Art Seemann Schantis zu schreiben. Dieser Soundtrack gehört definitiv zu den Stärken des Spiels.

FAZIT:

Dieses Spiel zu bewerten fällt mir sehr schwer. Viele gute Ideen und kreative Einfälle stecken in diesem kleinen Meisterwerk. Man merkt das Media Molecule mit viel Liebe und Mühe diese Welt geschaffen hat, aber dabei stehen sie sich selber im Weg. Um wohl eine jüngere Zielgruppe anzusprechen hat man den Schwierigkeitsgrad radikal entschärft, was sehr zum Leiden der Spielzeit geht. UbiSoft hat mich bei Rayman Origins überzeugt, dass ein gutes Jump 'n Run auch ohne dem klassischen Leben System funktionieren kann, doch bei Tearaway wünschte ich es mir wieder zurück. Das Spiel überrascht in den letzten Abschnitten mit kreativen Plattform Elementen die einen fordern und sinnvoll alle Funktionen der PSVita nutzen, aber dank der zahlreichen Rücksetzpunkte bietet es keine Herausforderung. Erst als ich auf Trophäenjagd war und ein Level ohne zum Sterben abschließen sollte, merkte ich das bei den Plattformen viel Geschick und zeitlich Abgestimmte Sprünge notwendig sind. Grafisch ist das Spiel auch gelungen und die zahllosen Kreativen Einfälle und die Welt aus Papier laden zum Staunen ein. Schon alleine deswegen ist es wert dieses Spiel gespielt zu haben. Wie soll man sagen, dass Spiel ist mehr Kunst als Spiel und lässt sich wohl am besten mit Journey vergleichen. In beiden Spielen steht nicht das Gameplay im Vordergrund, sondern die malerische Landschaft und die Reise. Gerade diese Reise und die Möglichkeit sich in diese Spielwelt einzubringen machen den Reiz des Spieles aus. Schlussendlich bleibt zusagen, dass Tearaway nicht der Kaufgrund für die PSVita ist, den wohl viele erwartet haben. Für mich war es definitiv wert und ich hatte eine Freude, als ich es beendet habe und mir die Botschaft zugestellt wurde.

[ Review verfasst von Andy ]

Pluspunkte:

  • Gut designte und spaßige Levels
  • Sehr gute Grafik und Musikuntermalung
  • Einzigartige Geschichte

Minuspunkte:

  • Viel zu kurz (6-7 Stunden)
  • Keine Herausforderung
  • Warum gibt es nicht mehr solche Spiele???



Infos zum Spiel
NameTearaway
SystemPlayStation Vita
HerstellerSony
EntwicklerMedia Molecule
GenreJump'n Run
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis29,99 €
Release
 22.11.2013
 22.11.2013
 05.12.2013
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online FunktionenJa
Ad-hocNein
Speicherbedarf4MB
Mehr...

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Screenshot Galerie
Tearaway
Gameplay
8.0
Atmosphäre
9.0
Grafik
10.0
Sound
8.0
Spielspass
9.0

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