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Need for Speed: Rivals
23. Dezember 2013

Ich kenne die „Need for Speed” Serie schon seit dem ersten Teil. Meine Highlights sind: „The Need for Speed“, „Hot Pursuit 2“, Brennender Asphalt und „Underground 2“. Der Rest hat mich weniger begeistert und einige Gurken wie „Undercover“ und „The Run“ zeugen vom Qualitätsverlust der Serie. „Rivals“ erfindet das Rad nicht neu und knüpft auch nicht an die glorreichen Tuner-Tage an. Auch sollte man kein reines Rennspiel erwarten, vielmehr scheint man bei EA der Meinung zu sein: In jedem Spiel braucht man mittlerweile eine ordentliche Prise „Call of Duty“, damit es ordentlich rummst…äh Spaß macht.

Raser gegen Polizisten

Eingebettet in eine hauchdünne Story muss man erst einmal zwei quasi gleiche Tutorials über sich ergehen lassen, bis man sich selbst hinter das Steuer eines Sportwagens setzen kann. Entweder man bricht das Gesetzt als Raser und sammelt Punkte, oder man jagt diese als Cop. Wechseln kann man zwischen beiden Parteien zu jeder Zeit in einem Versteck bzw. Kommandozentrale. Ansonsten laufen die Kampagnen getrennt voneinander ab. Als Raser bestreitet man vorrangig Rennen, entkommt der Polizei, fährt gegen die Uhr, absolviert Sprünge und lässt sich Blitzen. Umso mehr man solche Aktionen erfolgreich absolviert, umso höher steigt der Fandungslevel bzw. Multiplikator. Dadurch verdient man Geld, dass man wiederum in neue Autos, Leistungsupgrades oder Verfolgungstechnik stecken kann. Doch das Geld muss man erst einmal in ein Versteck schaffen, wird man nämlich zwischendurch von der Polizei erwischt, dann ist alles Futsch. Das kann ganz schnell sehr nervig werden, da die Polizei schon ab Stufe 2 extrem aggressiv reagiert. Ab Stufe 4 wird’s dann eine reine Rempelei und Materialschlacht. Letztendlich absolviert man vielleicht drei Events am Stück und sucht dann schleunigst ein Versteck auf, um die Punkte zu bunkern. Schließlich zieht sich das Freischalten hin, denn für jedes Auto muss man die Verfolgungstechniken (EMP, Schockwellen usw.) erneut kaufen.

Bei den Gesetzeshütern geht es dagegen entspannter zu. Hier gibt’s kein Tuning, vielmehr gibt es jeweils drei Autos vom gleichen Typ mit angepassten Eigenschaften. Enforcer steht für brutale Gewalt, Undercover für Unscheinbarkeit und Streife für den nun ja Streifendienst. Zwar muss man auch hier Geld in Verfolgungstechnik (Nagelbänder, Straßensperren usw.) stecken, doch man kann das Geld hintereinander erfahren, denn man muss ja nicht immer wieder vor der Polizei flüchten. In beiden Spielarten gibt es für jeden der 20 Karrierelevels drei Aufgabenlisten. Eine davon muss man erfüllen, um weiter zu kommen. Die Speedlists unterscheiden sich zum Glück voneinander, so dass  man am besten die Aufgaben auswählt, die einem am ehesten zusagen (zB. Fahre 15 Sekunden bei 325km/h). Bei den Cops entscheidet die Auswahl auch noch das freizuschaltende neue Auto. Wenn man eine Undercoverliste absolviert, bekommt man nur das Undercover Fahrzeug, die anderen beiden Autos bleiben gesperrt.

Weder Fisch noch Fleisch

Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Man hat hier keinen richtigen Arcaderacer ala „Burnout“ vor sich, aber auch keine Simulation ala „Gran Turismo“. Die Lenkung geht etwas schwergängig und könnte für die wilden Verfolgungsjagden ein Tick agiler und direkter sein. Vor allem das gekonnte Driften bleibt dem Zufall überlassen, wobei spätere / schnellere Autos sich weitaus besser steuern, als die Mittelklasse Sportwagen am Anfang. Das Geschwindigkeitsgefühl ist übrigens trotz exzessivem Blur-Einsatz nur Mittelmaß. Manchmal hat man das Gefühl, man rast nicht mit 280 Sachen über die Piste, sondern mit 80km/h. Schade ist zudem, dass es nur zwei Ansichten gibt. Von hinten und Stoßstange - eine Motorhaubensicht, oder gar ein Blick ins Cockpit bleibt dem Spieler verwehrt. Warum nur?

Ideen muss man auch konsequent umsetzen

Meldet man sich zu Beginn mit seiner Origin ID an, startet das Spiel gleich als Onlinetitel. Auf der Karte sieht man bis zu sechs andere Mitspieler und kann sie jagen oder mit ihnen Fahren. Wenn man zumindest Einladungen verschickt, denn eine Lobby im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Einfach eine Strecke festlegen und das Auto auswählen funktioniert nicht. Stattdessen muss man erst einmal zu einem Event fahren. Alles nervig und zeitaufwändig, zumal man auch aus dem „Spiel“ geschmissen wird, wenn der Host quittiert. Und dabei kann jeder der Host sein, denn Dedicated Server gibt’s bei EA bekanntlich nicht. Wenigstens kann man in den Optionen, auch komplett in den Offline Singleplayer wechseln oder ein privates Spiel mit Freunden eröffnen. Zeitgleich gibt es auch noch das tolle Second Screen Feature, mit einem Minispiel, bei dem man einem anderen Zocker via Need for Speed App auf einem Handy oder Tablet helfen kann. Ausprobieren konnte ich es nicht, da es bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Android-Version gibt. Bloß gut, das man gleich ein paar Sachen hinter dieser Hürde versteckt hat. Ein eigenes Bild aufnehmen? Geht nur mit der App, einen Bentley Continental fahren? Nur mit App. Super Sache also!

Sprichwörtlich eine Berg und Tal Fahrt

Zuerst einmal die gute Nachricht: Das Spiel erstrahlt in Full-HD auf der PS4. Und das ist ein krasser Unterschied zur matschigen PS3 Fassung! Doch im Gegenzug gibt es auch hier nur 30 Bilder pro Sekunde (booh) und bis zu dem letzten Patch gab es auch ein paar Frame Drops, nun läuft der Titel aber flüssig. Technisch wäre jedoch mehr drin gewesen. Die Autos sehen gut aus, Texturen sind noch okay, Aliasing gibt’s genug und mit den Effekten hat man es etwas übertrieben (Blätter, Schnee, Staub). Dafür gefallen die Tag / Nacht Wechsel und die Wettereffekte. Da man viel zu oft die Werkstatt besuchen muss, fallen auch die langen Ladezeiten negativ auf. Bugs sind auch vorhanden, so kommt es schon mal vor, dass man mitten in der Fahrt kurz einfriert, oder das Cops mitten aus der Luft vor einem materialisieren. Die deutsche Sprachausgabe ist übrigens auf Kinoniveau, genauso wie der fette Sound und die gelungen 5.1 Einbindung. Lediglich der Soundtrack bzw. die lizenzierte Musik tönen zu leise aus den Boxen. Doch das ist kein Verlust, da die Filmmusik beizeiten nervt und die Songauswahl im Radio unter „Wer hört so was?“ fällt.

FAZIT:

Mehr als solide ist „Need for Speed: Rivals” in meinen Augen nicht. Vom mäßig umgesetzten Onlinezwang, über den unausgewogenen Schwierigkeitsgrad in der Racer Kampagne bis hin zur ordentlichen, aber nicht wirklich beeindruckenden Grafik – da habe ich von einem Next-Gen Spiel mehr erwartet. Immerhin lässt es sich ganz ordentlich Spielen, wenn man sich mit der Steuerung arrangiert. Zudem bekommt man recht viel für sein Geld geboten, wobei mir das Aufleveln manchmal etwas zu zäh war. Warum muss ich für jedes Auto die gleiche Ausrüstung nochmal kaufen? Unterm Strich machen die Cops mehr Gaudi. Ohne Alternative ist „Need for Speed Rivals” das einzige Rennspiel zum Launch der PS4 und getreu dem Motto „Beggars arent Chosers“, muss man sich eben mit dem zufrieden geben, was man hat.

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Aktuelle Sportwagen, die man zeitintensiv Aufrüsten kann
  • Nur beim ersten Mal muss man die langweiligen Tutorials ertragen
  • Patch stabilisiert Framerate

Minuspunkte:

  • Second Screen Gaming nur wenn man ein Apple Gerät hat
  • Onlineintegration nur Mittelmaß / nicht wirklich durchdacht
  • Zu wenig Fahren, zu viel Kämpfen



Infos zum Spiel
NameNeed for Speed: Rivals
SystemPlayStation 4
HerstellerElectronic Arts
EntwicklerEA Ghost Games
GenreRennspiel
USKab 12 Jahren
PEGI7+
Preis69,99 €
PlatinumNein
Release
 29.11.2013
 15.11.2013
 22.02.2014
Spielerzahl6
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
Sixaxis Tilt SupportNein
PlayStation MoveNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Need for Speed: Rivals
Gameplay
7.0
Atmosphäre
6.5
Grafik
7.0
Sound
8.0
Spielspass
7.0
 

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