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Star Ocean 3: Till the End of Time
23. Oktober 2004

Vor gut 10 Jahren wurde für das Super Nintendo Entertainment System ein Spiel mit dem Namen Star Ocean veröffentlicht. Es hatte bereits Sprachausgabe und war eines der teuersten Videospielprojekte der SNES Ära. Entwickelt wurde das Rollenspiel damals von Enix und erschien wie die meisten Rollenspiele nie in Europa. Nachdem Sony 1995 mit der PlayStation den Markt eroberte, lies es sich Enix jedoch nicht nehmen einen Nachfolger zu diesem tollen Videospiel zu entwickeln. Dieses Mal erblickte jedoch auch eine PAL Version (mit dicken PAL Balken) das Licht der Welt. Nachdem Squaresoft und Enix fusionierten und gemeinsame Sache machten, heuerte man Tri-Ace (Entwickler der ersten beiden Star Ocean Spiele) an, um ein weiteres Star Ocean Abenteuer zu erschaffen. Mit über einjähriger Verspätung dürfen nun auch deutsche Spieler in die fantastische Welt von Star Ocean 3 eintauchen. Ob es sich lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Review.

Billigreisen

Star Ocean 3: Till the End of Time ist ein Science-Fiction Rollenspiel, in dem ihr viele verschiedene Planeten bereist und mit eurem Raumschiff das Weltall durchquert. Bevor das Abenteuer allerdings beginnt, schlüpft ihr in die Rolle des jugendlichen Fayt Leingod, der mit seiner Familie und seiner Freundin Sophia auf dem idyllischen Planeten Hydra seinen Urlaub genießt. Da Hydra eine friedliche Welt ist, verplempert er die meiste Zeit in der örtlichen Arcade. Klar, dass man dabei schnell mal ein Date mit seiner Freundin vergisst und so steht Sophia plötzlich vor dem Helden und zerrt euch an die Frischluft. Nach einem kurzen Plausch willigt ihr ein, das Hotel mit Sophia zu erkunden. Als ihr jedoch an einem Kampfsimulator vorbei schlendert, ist Fayt`s Interesse geweckt. Schnell bequatscht er seine Begleiterin auf ein Probespiel. An dieser Stelle wird euch das Kampfsystem ausführlich erklärt, bis plötzlich der Simulator abbricht und ein schriller Alarm aus den Sirenen heult. Ihr schaut zum Fenster und seht riesige Raumschiffe am Himmel kreisen, sicherlich kein gutes Zeichen. Ihr nehmt also eure Beine in die Hand und versucht ein nahe gelegenes Rettungsschiff zu erreichen. Klar, dass so eine Flucht nicht kampflos von statten gehen kann. Zahlreiche Invasionstruppen stellen sich euch in den Weg und nur um Haaresbreite entkommt ihr dem Angriff. Fayt`s Eltern haben nicht soviel Glück und werden von den Invasoren gefangen genommen. Unserem Held bleibt also keine Wahl, als Rettungspläne zu schmieden. Das Spiel beginnt und je weiter ihr vordringt, umso mehr Verstrickungen und Wendungen öffnen sich dem Spieler. Wie von Square Enix gewohnt, bekommt man für sein Geld eine bombastische Geschichte mit einigen wundervollen gerenderten Zwischensequenzen zu sehen.

Teamwork

Anfangs zieht ihr nur mit Fayt in den Kampf, später kommen noch andere Charaktere dazu. Insgesamt 3 Helden(innen) können die Monster in eurer Party ins Jenseits befördern. Dank großer Karten und der Möglichkeit die Kamera frei um den Protagonisten zu schwenken (L1 und R1), mangelt es in den teilweise hektischen Echtzeitauseinandersetzungen nicht an Übersicht. Zu diesen kommt es übrigens, wenn ihr auf der Übersichtskarte feindliche Kreaturen berührt. Dann schwenkt das Spiel in einen separaten Kampfbildschirm um und ihr könnt ruckzuck den Gegnern das Licht ausblasen. Dabei könnt ihr euch frei in den kleinen Arealen bewegen und somit auch Angriffen ausweichen. Übrigens könnt ihr das Spiel jederzeit pausieren, um in aller Ruhe Zaubersprüche und Items auszuwählen. Selbst andere Charaktere könnt ihr steuern, dazu wechselt ihr im Kampf einfach per Knopfdruck zu einem eurer Mitstreiter. Damit eure Begleiter nicht nur in einer Ecke stehen und nichts machen, lässt euch das Spiel zudem die Möglichkeit, verschiedene Taktiken für eure Kämpfer festzulegen. So könnt ihr zum Beispiel für einen starken Kämpfer eine passende „Haudrauf“ Taktik auswählen, bei weniger kräftigen Figuren ist eine vorsichtigere Taktik notwendig. Dem Gruppenmagier könnt ihr dagegen sagen, dass er sich aus dem Nahkampf heraushalten soll und ihr somit selber auf seine Fertigkeiten zurückgreifen könnt. Dadurch gewährleistet ihr, dass die schwächeren Zaubergelehrten nicht an der Front zu finden sind und den Schwertschwingern aus der zweiten Reihe helfen.

Komplexes Kampfsystem

Obwohl Star Ocean 3 auf Echtzeitkämpfe setzt, arten die Auseinandersetzungen nicht in pures Knöpfchendrücken aus. Hauptgrund dafür ist mit Sicherheit die Ausdaueranzeige, welche den Figuren nur begrenzte Aktionen erlaubt. Während man Angriffe nur mit voller Prozentanzeige blocken kann, verbraucht sich die Anzeige bei Bewegungen und bei eigenen Angriffen. Sollte eure Ausdauer gar auf null fallen, braucht euer Recke eine Pause um sich zu regenerieren. Aber nicht nur beim defensiven Kämpfen kommt die Ausdaueranzeige zum tragen. Für die normalen Angriffe verbraucht ihr weniger Ausdauer, dafür könnt ihr schneller zuschlagen. Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand, solche Angriffe können vom Gegner auch geblockt werden. Mehr Ausdauer verschlingen dagegen die so genannten „Major Angriffe“, die jedoch langsamer in der Ausführung sind, vom Gegner dafür nicht geblockt werden können. Damit nun nicht jeder auf Magie zurückgreift, unterliegt auch die Zauberkunst dem Ausdauergesetz. Ihr müsst also mit Bedacht eure Kampfhandlungen wählen. Solltet ihr wie wild drauflosschlagen, gehen eure Recken schneller KO als euch lieb ist.

Leonardo Da Vinci

Star Ocean 3 strotzt nur so von Nebenaufgaben. Egal ob ihr Häuser auf der Jagd nach Items durchstöbert, oder mit jedem Einwohner der Planeten sprecht. Euch erwarten Reichtum und viele Side-Quests, für die es wiederum Erfahrungspunkte gibt. Wem einmal die Lust auf das Erkunden und Entdecken vergeht, der darf sich zudem als Erfinder betätigen. Ihr meldet euch einfach in der Handelsstadt Peterny in der zuständigen Gilde an und könnt nun Werkstätten eröffnen, in denen ihr eurem Geist freien Lauf lassen könnt. Der ganze Spaß ist jedoch nicht gerade preiswert, denn eine ordentliche Werkstatt herzurichten, verschlingt eine Menge Geld. Habt ihr die passende Umgebung für Fayt geschaffen, wählt ihr nur noch die Itemgruppe aus, in der ihr gerne etwas erfinden möchtet und wartet einige Minuten. Danach könnt ihr bewundern, was euer Charakter ersonnen hat, oder aber (und diese Chance besteht immer), ihr müsst den Vorgang wiederholen, wenn dabei nichts Brauchbares herausgekommen ist.

Abwechslungsreiche Welten

Eines der Highlights von Star Ocean ist mit Sicherheit die Grafik. Wenn man den dritten Teil direkt mit dem zehnten Final Fantasy vergleicht, bemerkt man weniger flimmern, aber eine genauso opulente Optik. Die Charaktere sind schön modelliert und glänzen mit detaillierten Kleidungsstücken. Die Welten sind sehr unterschiedlich in Szene gesetzt und geizen nicht mit abwechslungsreichen Farben. Zwischendurch verwöhnen euch zudem einige Rendersequenzen und verstärken somit die Atmosphäre. Leider hat es Square Enix wieder einmal nicht geschafft, für eine ordentliche PAL Anpassung zu sorgen. So zerquetschen dicke PAL Balken die Optik und man darf einen leichten Geschwindigkeitsverlust in Kauf nehmen. Wenigstens bleiben die Proportionen erhalten und vor dem Pausbackensyndrom aus Final Fantasy X wird der Spieler verschönt. Für diese nicht vorhandene Anpassung gibt es jedoch kräftig Abzug. Insbesondere in Kontext auf die sehr späte Veröffentlichung.

Music kicks ass

Der Soundtrack von Star Ocean ist ebenfalls sehr gut gelungen. Während der Wanderungen durch die Wälder und Täler, werden die Ohren des Spielers mit ruhigen, schönen Melodien verwöhnt. In den Kämpfen wird die Musik peitschender und sorgt für die nötige Anspannung. Die Stücke sind zudem recht vielfältig und sollten niemanden auf die Nerven fallen. Gleiches betrifft die hervorragende Synchronisation der Spielfiguren. Praktisch jede Zwischensequenz wurde vertont und wartet mit erstklassigen Sprechern auf. Dadurch baut sich die Atmosphäre rund um die epische Geschichte gleich viel dichter auf. Schade nur, dass neben der Sprachausgabe, auch alle Untertitel und Texte in Englisch gehalten sind. Zwar erklären sich einige Begriffe aus ihrem Kontext, gute Kenntnisse der Sprache sind jedoch zwingend erforderlich.

FAZIT:

Star Ocean 3 ist ein grandioses Rollenspiel, mit dem Square Enix wieder einmal bewesen, was sie alles auf dem Kasten haben. Nicht nur der riesige Umfang, die abwechslungsreiche und detaillierte Grafik und das innovative Kampfsystem sorgen für die nötige Motivation, sondern auch noch viele versteckte Extras wie der Zweispielermodus, welchen ihr erst frei schalten müsst. Mehrmaliges Durchspielen ist also garantiert. Wer Lust auf ein abwechslungsreiches Rollenspiel mit einem Science Fiction Setting verspürt, darf zugreifen. Ärgerlich dagegen ist, dass Square Enix wieder einmal keine PAL Anpassung vorgenommen hat. Denn neben den dicken Balken oben und unten, sorgen vor allem die fehlenden deutschen Untertitel für Stirnrunzeln.

[ Review verfasst von Mike ]

PS: Da der Zweispielermodus nur als eine Art freischaltbarer Bonus gedacht ist, haben wir uns entschlossen, dafür keine gesonderte Wertung abzugeben.

Pluspunkte:

  • Gelungenes Kampfsystem
  • Gute, fesselnde Hintergrundgeschichte
  • Großer Umfang

Minuspunkte:

  • Dicke PAL Balken
  • Das Spiel ist komplett in Englisch
  • Teilweise sehr schwer


Infos zum Spiel
NameStar Ocean 3: Till the End of Time
SystemPlayStation 2
HerstellerUbisoft
EntwicklerSquare Enix
GenreRollenspiel
USKab 6 Jahren
Preis59,99 €
PlatinumNein
Release
 01.10.2004
 31.08.2004
 27.02.2003
Spielerzahl2
SpracheEnglisch
TexteEnglisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
60HzNein
Vollbild 50HzNein
PAL BalkenJa
Speicherbedarf175 KB
Progressive ScanNein
Dolby ProLogic IIJa
EyeToyNein
HeadsetNein
Mehr...

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Screenshot Galerie
Star Ocean 3: Till the End of Time
Gameplay
9.0
Atmosphäre
9.0
Grafik
8.5
Sound
9.0
Singleplayer
9.0

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