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Legend of Kay Anniversary
26. August 2015

Legend of Kay wurde von uns auf der PlaySation 2 ordentlich abgefeiert. Das Spiel bot bunte Grafik, ein schnelles Gameplay und eine gelungene Inszenierung. Dies sahen wohl auch die User so und der Titel verkaufte sich ausreichend gut, dass man nun 10 Jahre später auf den HD Remaster Zug aufspringen möchte. Allerdings machte man sich bei der Neuveröffentlich keine große Arbeit und sparte sich eine technisch hochwertige Aufbereitung.

Es war einmal in einem fernen Land...

Die Geschichte um das mystische Land Yenching wo die Völker der Katzen, Frösche, Hasen und Pandas friedlich und nach alten Lebensweisheiten zusammenleben, fasziniert von der ersten Sekunde an. Durch gewisse magische Brunnen aus Singendem Stein und dem magischen Wasser darin - welches Körper und Geist stärkte - glaubten alle an „Den Weg" und das Gute in jedem. Doch mit der Zeit wurden die Völker selbstgefällig und „Der Weg" geriet in Vergessenheit. Als dann die Brunnen versiegten und das Böse in den Lebewesen wuchs, sahen die Gorillas ihre Chance, verbündeten sich unter anderem mit den Ratten und fielen über das Land her. Als die Gorillas auch noch die Kampfschule im Katzendorf schließen, platzt unserem Kater Kay der Kragen und er macht sich auf eine lange Reise, um das Böse zu vertreiben. Aber nur wenn die Völker auf den Pfad ihres alten Glaubens finden, kann die Finsternis endgültig besiegt werden. Das ganze Abenteuer wird dabei immer wieder anhand von sehr schön gezeichneten und teilweise animierten Panels über mehrere Seiten erzählt, wodurch eine gelungene Atmosphäre entsteht.

Nachdem man den arg in die Länge gezogenen Epilog hinter sich gelassen und sich ein wenig in der Kampfkunst geübt hat, macht sich Kay auf in die fernöstliche Welt und reist von seinem Dorf aus nacheinander in die Dörfer der anderen Völker. Dies ist fortan alles sehr linear gehalten und der Weg fest vorgeschrieben, so dass man nach und nach alle Völker abklappert. Zwar gibt es einige Nebenmissionen, doch diese beschränken sich meist darauf geheime Schalter oder Charaktere zu finden. So ist das finden von Geld, neuen Waffen, Rüstungen und anderen hilfreichen Items recht leicht. Dabei ist es aber schade, dass man nicht mehr in ältere Abschnitte zurückkehren darf, falls man z.B. etwas vergessen hat.

Die eigentlichen Missionen sind zudem sehr „old schoolig" gehalten und ihr müsst eigentlich immer nur einen Schlüssel, Edelstein oder Schalter finden, um die Aufgaben zu lösen. Richtige Rätsel habe ich bis auf ein paar Schiebeaufgaben nicht entdecken können. Hier hätte man sich vielleicht etwas mehr von Zelda abschauen können. Das soll uns gleichzeitig als Überleitung zum nächsten Punkt dienen, dem Schwierigkeitsgrad. Auf „Leicht" braucht man das Spiel eigentlich gar nicht erst anzufangen, da man hier eindeutig unterfordert wird (ich verlor kein einziges Leben im gesamten Spiel). Selbst wenn man in einen Abgrund fällt oder ertrinkt (unser Held kann nur begrenzte Zeit schwimmen), bekommt man immer nur einen Energiepunkt abgezogen und durch die sehr guten Rücksetz- und Speicherpunkte fielen lange Laufwege ebenfalls aus. Ebbe in der Kasse herrscht ebenfalls nie, wodurch man sich regelmäßig mit schönen Rüstungen und Kraftverstärkern eindecken konnte. Selbst die Endgegner machten mit der richtigen, leicht zu findenden Strategie keinerlei Probleme, wie auch die Jump & Run Einlagen. Einzig die wirklich miese Kamera sorgt dafür, dass man ab und an doch daneben springt. Hier hätte man nachbessern müssen, denn schon damals nervte die Kamera und ist heute, im Jahr 2015 eigentlich schon grenzwertig! Etwas fordernder sind hingegen die verschiedenen Wildschweinrennen (später auch mit Wölfen und Drachen), wo man eher mal ins Schwitzen kommt. Diese Einlagen sorgen jedoch auch für die nötige Abwechslung und passen sehr gut in das restliche Spielgeschehen. So slidet man im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Wildschwein oder Wolf durch enge Kurven oder räumt mit dem Drachen und seiner Feuerattacke Mienen aus dem Weg.

Jak von Persien ist unterwegs in Hyrule und trifft Dante

Während man beim Setting neue Wege ging, bedient sich das eigentliche Spielkonzept an etlichen anderen Spielen aus den verschiedensten Genres. So turnt unser Kay ähnlich wie der Prinz von Persien an Stangen durch die Lüfte und setzt den Gegnern mit Schwert, Krallen oder Hammer - wobei man alle Waffen mit Upgrades verbessern kann - in ausgefallenen Combos zu. Das Combosystem ist dabei erfrischend einfach und erinnert etwas an die Free Combat Fights aus den aktuellen Batman Spielen. Sobald man einen Gegner erledigt hat, erscheint eine Comboanzeige auf dem Bildschirm und Pfeile die auf die Gegner in der Nähe zeigen. Nun braucht Ihr nur noch die „Dreieck" Taste und den Analogstick in die entsprechende Richtung des Gegners zu drücken und unser Kay nimmt sich den dort warteten Gegner mit einem Salto zur Brust. Dies funktioniert auch in der Luft und wie Dante (Devil May Cry) metzelt ihr euch von Gegner zu Gegner. So könnt Ihr übrigens auch an versteckte Orte gelangen, indem man immer den nächsten Gegner der über einem ist anvisiert. Falls jedoch jemand strategisch an die Kämpfe herangehen will, so kann sich dieser alá Link (Zelda) um die Feinde rollen und so von hinten attackieren, oder zum Wurf ansetzten, sowie zwischen den einzelnen Waffen im Kampf schnell hin und her schalten, um die beste Wirkung zu erzielen. Blocken kann man natürlich ebenfalls.

Aber nicht nur Gegner können „missbraucht" werden, um entlegene Orte zu erreichen, da sich an vielen Stellen auch so genannte Zongs befinden. Um weiterzukommen müsst ihr diese Glocken zerschlagen und die jeweils nächste anvisieren, wieder zerschlagen und so weiter. Hier kommt allerdings das Problem hinzu, dass man später im Spiel während des Fluges teilweise die Waffe wechseln muss, da einige Zongs nur mit dem Schwert, der Kralle oder dem Hammer zerstört werden können. Schafft man es allerdings, winken schöne Boni, welche in Kisten verstaut sind, welche sich nur mit einer bestimmten Combo Anzahl öffnen lassen. Die Steuerung in den Kämpfen ist wie gesagt sehr gelungen und so macht es „tierisch" Spaß sich durch die Horden von Ratten, Gorillas, Krokos und Schildkröten (nette Ninja Turtels Homage) zu schnetzeln. Bei der Vielzahl von Feinden verlässt sich aber nur ein Naivling allein auf seine Waffen. So könnt ihr beim Händler noch einige Gimmicks wie Bomben, Kraftverstärker oder Hornissenbehälter kaufen. Mit der L2 Taste schalte man im Kampf schnell durch das Menu und mit der L1 Taste aktiviert Ihr den ausgewählten Gegenstand. Natürlich gibt es beim Händler noch andere nützliche Sachen wie Herz- und Magiecontainer, Auffrischer für Lebens- und Magieenergie, sowie ein Wässerchen welches euch für 10 Sekunden das Bild färbt und ihr somit versteckte Dämonentore ausfindig machen könnt. Hinter diesen Toren verstecken sich Geld und Gegenstände. Abschließend habt ihr noch eine Magieattacke, welche die Lebensenergie aller nächstliegenden Feinde absaugt und einfach durch halten der Angriffstaste betätigt wird.

Technik anno 2003

Das erste mal betrat Legend of Kay 2003 die Bühne der Games Connvention (damals noch in Leipzig) und man muss leider sagen, dass man dies dem Titel auch ansieht. So sind die Animation von Kay recht gut und flüssig, doch die restlichen Charaktere sind eher hölzern und etwas abgehackt, sowie sehr detailarm. Auch die Mimik ist aus heutiger Sicht recht spartanisch und die Charaktere zwinkern nicht einmal, bzw. ihre Münder bewegen sich nur minimal (bis auf Kay). Des Weiteren ist die Sichtweise in den Sümpfen und Wäldern störend gering und die Grafik hier schon richtig hässlich! Da ploppen Grafikelemente unweit von einem ins Bild und man ist froh, die Abschnitte schnell hinter sich zu bringen. Dagegen ist die Grafik in den übrigen Leveln immerhin schön bunt, wenn auch ebenfalls detailarm. Dafür sind die übrigen Effekte wie Flammen und Funken ganz okay und das Spiel läuft im Gegensatz zur PlayStation 2 Version flüssig. Letztendlich hätte man sich hier aber etwas mehr Mühe geben müssen, denn immerhin sind die 20 Euro nicht ohne.

Besser als die optische Umsetzung ist die akkustische Seite geworden. Kay wird hier zum einen von Dirk Meyer (der deutschen Stimme von Fry aus "Futurama") gesprochen, zum anderen wurden allen Tieren spezielle Dialekte in den Mund gelegt. So reden die Frösche - wie sollte es auch anders sein - Französisch, die Drachen in höflichem Britisch und die Schildkröten in Hessisch. Das verleiht dem Spiel einen ganz eigenen Charme. Obs einem gefällt oder nervt, muss jeder selbst entscheiden, zumal die Tierwitze wie z.B. "Mein Name ist Hase und ich weis von nichts." oder "Ich bin der Rattenfänger von Hameln!" teils schon Kallauer Niveau haben. Ebenfalls zur Stimmung trägt der Soundtrack bei, der wunderschöne fernöstliche Melodien besitzt und zum mitschwingen einlädt.

FAZIT:

Besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. So wurde spielerisch zwar viel von bekannten Titeln übernommen aber hervorragend in das eigene Spiel eingefügt und mit eigenen Ideen erweitert. Beim Epilog dachte ich noch für mich, dass "Legend of Kay" ein typischer Titel im Sinne von "in der Erinnerung besser als es eigentlich war" ist. Doch nachdem ich aus dem Katzendorf raus war, war ich dank der auch heute noch guten Steuerung, dem etwas veralteten aber gelungene Gameplay und der liebevollen Inszenierung sofort wieder drin. Da bunte Old School Adventures heutzutage eher selten und meist mit anderen Genre verwässert sind, kann man hier ruhig zugreifen. Man sollte halt nur über die mässige Grafik und die ab und an sperrige Kamera hinwegsehen können. Dann erwartet euch ein leicht verdauliches Adventure mit Charme, Witz und deftigen Prügeleinlagen.

[ Review verfasst von Shagy ]

Pluspunkte:

  • Cooles Kampfsystem
  • Schönes Setting und Atmosphäre
  • "Witzige" deutsche Sprachausgabe

Minuspunkte:

  • Sperrige Kamera
  • Bis auf die Auflösung kein HD Feeling
  • Sehr linear



Infos zum Spiel
NameLegend of Kay Anniversary
SystemPlayStation 4
HerstellerTHQ Nordic
EntwicklerKaiko
GenreJump'n Run
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis29,99 €
PlatinumNein
Release
 29.07.2015
 28.07.2015
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
TexteDeutsch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenNein
PAL BalkenNein
HeadsetNein
720pJa
1080pJa
Mehr...

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Screenshot Galerie
Legend of Kay Anniversary
Gameplay
8.0
Atmosphäre
7.0
Grafik
5.5
Sound
7.0
Spielspass
7.5
 

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