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PS5

Assassin's Creed Black Flag Resynced

04. Oktober 2026

Lesezeit: 10 Min.

Assassin's Creed Black Flag Resynced

Bereits im Jahr 2013 stach Edward Kenway in See und versuchte sein Glück als Pirat und Assassine. Die unterhaltsame Geschichte, sympathische Charaktere und eine Vielzahl von Shantys trugen maßgeblich zum Erfolg des Spiels bei – für viele war es sogar der Höhepunkt der alten Assassin's Creed Teile vor dem Reboot durch Origins. Auch bei Ubisoft stand der Titel offenbar hoch im Kurs, denn nun bekommt er ein volles Remake. Als Basis dient die Ubisoft Anvil Engine, die auch schon bei Shadows werkelte.

Reichtum, Ruhm und Macht

Wir schreiben das Jahr 1715 – der Beginn des „Goldenen Zeitalters der Piraterie" in der Karibik. Die Piratenrepublik Nassau wurde gegründet und Edward „Blackbeard" Teach sowie Charles Vane beginnen sich einen Namen zu machen. In dieser Zeit lernen wir Edward Kenway kennen: einen Waliser, der sich wie viele andere als Freibeuter versucht und im Namen des Königs Schiffe überfällt. Alles für etwas Ruhm und Reichtum, damit er seiner Frau eines Tages als „ehrenvoller" Mann wieder gegenübertreten kann. Noch als einfacher Matrose erlebt er wie das Schiff, auf dem er dient, versenkt wird und findet sich als einer von nur zwei Überlebenden an einer Küste wieder. Neben ihm liegt ein Mann in einer seltsamen Robe und Kapuze. Im Überlebenskampf tötet Edward ihn und schlüpft in seine Rolle. Duncan Walpole war sein Name und im Auftrag einer ominösen Bruderschaft war er unterwegs. Alles, was Edward weiß, ist, dass er ein Kästchen nach Havanna bringen soll, wo eine stattliche Belohnung wartet. Ohne es zu ahnen, gerät er damit mitten in die Fronten des ewigen Krieges zwischen Assassinen und Templern.

Die Geschichte um Edward Kenway sollte man vor allem als Piratengeschichte verstehen, weniger als Assassinen Geschichte. Erst im letzten Drittel rückt die Bruderschaft wieder stärker in den Mittelpunkt. Bis dahin verfolgt man Edwards Treiben in der Südsee: Er trifft zahlreiche namhafte Piraten, erlebt spektakuläre Schiffskämpfe und zerbricht am Ende fast an sich selbst. Das ist auch der Grund, warum diese Geschichte noch heute so gut funktioniert. Es macht großen Spaß, Edwards Aufstieg vom einfachen Matrosen zum Kapitän mitzuerleben – auch wenn er sich dabei selbst der größte Feind bleibt.

Getragen wird die Geschichte zudem von hervorragenden Nebencharakteren wie Blackbeard, James Kidd oder dem stets treuen Adéwalé. Hier zeigt sich aber auch eine Schwäche des Remakes. Waren die Rollen für das Jahr 2013 noch ausreichend, wünscht man sich heute doch, dass sie eine größere, aktivere Rolle einnehmen. In den vergangenen 13 Jahren hat sich schließlich nicht nur die Grafik weiterentwickelt, sondern auch die Erzählmöglichkeiten. Auch an der Handlung selbst merkt man die technischen Grenzen der frühen PS4-Zeit. Man verliert schnell den Überblick, in welchem Jahr man sich gerade befindet und wo Handlungsabkürzungen genommen wurden, da man es technisch nicht darstellen konnte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erklärung, wie Edward wieder an seine gestohlene Jackdaw kommt. Im Grunde funktioniert die Handlung aber auch im Jahr 2026 noch.

AC: Shadows auf hoher See?

Kenner des Originals werden schnell feststellen, dass es viele Gameplay Anpassungen gibt. Neben den notwendigen QOL Änderungen für das Jahr 2026 – etwa einem automatischen Folgen-Knopf – übernimmt man viele Mechaniken des Vorgängers Assassin's Creed: Shadows. Auf das RGB-System verzichtet man jedoch und bleibt einem klassischen Action-Adventure treu. Die verbesserte Klettersteuerung kommt wieder zum Einsatz und macht Edward spürbar agiler, wenn auch noch nicht so agil wie in AC2. Neu ist außerdem die Möglichkeit, sich zu ducken und sich im hohen Gras zu tarnen – Optionen, die es früher nicht gab und die einige Missionen heute deutlich einfacher machen. Im Gegenzug hat man aber auch viele Optionen gestrichen, weil sie in der Anvil Engine nicht mehr funktionieren. Die versteckte Klinge lässt sich nur noch für Attentate nutzen und Musketen der Feinde können nicht mehr aufgenommen werden. Das gesamte Kampfsystem wurde zudem deutlich vereinfacht und an die neueren Teile der angepasst. Starke und Schwache Angriffe werden mit Rot oder Blau gekennzeichnet. Pariert man diesen, kann man sofort kontern und den Gegner töten. Wer die richtige Waffe trägt, kann vier dieser Angriffe hintereinander auslösen. Das hat zur Folge, dass man sich mühelos durch ganze Gegnerhorden schnetzeln kann. In diesem Bereich ist das Spiel deutlich zu leicht. Hilfsmittel wie Pistolen, Blasrohr und Rauchbombe machen es noch einfacher – wobei man oft vergisst, dass man diese Optionen überhaupt hat, weil man ohnehin schon alle Gegner erledigt hat. Was die KI betrifft, hat sich diese seit dem Jahr 2013 nicht verbessert. Diese bleibt dumm wie eh und je.

Willkommen auf der Jackdaw

Unverändert bleiben dagegen der Seekampf und das offene Meer, welche nach wie vor ein echtes Highlight darstellen. Einen Großteil der Spielzeit verbringt ihr auf hoher See mit der Jackdaw. Während ihr durch die beeindruckenden Wellen prescht, unterhält euch die Crew mit launigen Seemannsshantys. Auf dem Meer merkt man, dass sie Masse hat und man gegen Wetter und Wellen ankämpft. Jedoch ist man weit von einer richtigen Simulation entfernt, was es dafür aber sehr Spielbar und unterhaltsam macht. Mit dem Fernglas erspäht ihr Schiffe, die sich zu entern lohnen. Aus der Ferne haltet ihr sie mit dem Mörser in Schach, aus der Nähe gebt ihr ihnen die volle Breitseite. Auch Heck und Bug verfügen über eine ordentliche Bewaffnung – doch Vorsicht: Ein paar gezielte Treffer genügen, und die Jackdaw sinkt auf den Meeresgrund. Das Spiel ist hier immer noch so knallhart wie im Jahr 2013! Neu ist die Möglichkeit, zusätzliche Verbesserungen zu erspielen. Der Mörser lässt sich weiter aufwerten, eine Rammattacke bringt euch nah an den Gegner heran, und gezieltes Ducken verringert den Schaden. Habt ihr dem Gegner genug zugesetzt, könnt ihr entern. Ziel ist es, die Moral des Gegners zu brechen – entweder ihr schnappt euch seine Fahne, zerstört das Schießpulver oder dezimiert die halbe Mannschaft. Ergibt sich die Crew, könnt ihr das Schiff versenken, sein Gesucht-Level senken oder es eurer Flotte hinzufügen. Neu ist, dass man nun keine Ladezeiten mehr beim anlegen des Schiff gibt oder wenn man es sich geschickt anstellt, kann ein Schiff auch ohne Kampf übernehmen, in dem er sich an Bord schleicht und die Flagge stiehlt. 

Das waren doch schon mal mehr Symbole?!

Das Managen der eigenen Flotte gehört zu den vielen kleinen Minispielen und Sammelaufgaben, die man von Ubisoft gewohnt ist. Gegenüber dem Original hat man hier aber einiges an „Fett" weggetrimmt. Die Zahl der Schatzkarten wurde deutlich reduziert, und beim Sammelbaren gibt es nur Portraits, Flaschenposts, Schatztruhen und Shantys. Fast alles ist fein säuberlich auf der Karte markiert. Die Aufgaben sind überschaubar und bringen zudem sinnvolle Vorteile. Actionreich geht es bei den Eroberungen der Forts her, welche durchaus fordernd sind und Spaß machen. Am Ende warten Waffen oder Anpassungen für das Schiff. In Schatzkisten findet man die meisten Kleidungsstücke und Kleinod, deren Wert wird direkt dem Konto gutgeschrieben– der lästige Verkauf fällt damit komplett weg. Tiere muss man zwar weiterhin jagen, um entsprechende Verbesserungen freizuschalten, doch weil man schnell viel Geld hat, lassen sich die Materialien auch einfach kaufen. Man glaubt es kaum, aber Ubisoft will einen hier nicht stundenlang mit Sammelkram beschäftigen – das übernehmen die Trophäen, die teils sehr spezielle Voraussetzungen haben.

Ubisoft Anvil Engine zeigt, was sie kann!

Eines muss man Ubisoft lassen: Ihre Anvil Engine ist einfach top! Grafisch braucht sich das Spiel nicht zu verstecken – ich kann gar nicht zählen, wie oft ich den Fotomodus aktivieren musste, wenn die Jackdaw perfekt vor der untergehenden Sonne stand oder sich durch einen Sturm kämpfte. Ob Meer oder Land, das Spiel immer einen hervorragenden Eindruck. Im Performance-Modus läuft es mit stabilen 60 FPS bei einer skalierten 4K-Auflösung, der Fidelity-Modus bietet dafür deutlich bessere Grafikdetails, Raytracing, 30 FPS und eine Auflösung von rund 1512p. Wer einen 120-Hz-Fernseher besitzt, kann sich über eine weitere Option freuen: Sie liefert bei 40 FPS und einer Auflösung von rund 1242p einen guten Mittelweg mit erweiterten Raytracing-Effekten. Auch die Pro-Version wird unterstützt und bringt vor allem einen Auflösungs- und FPS Boost. Für ein Ubisoft-Spiel läuft das Ganze erstaunlich rund und ist zudem sehr bugfrei – was vermutlich vor allem am Shadows-Team liegt, das die Engine ordentlich optimiert hat.

Auch akustisch bleibt man nah am Original: Man findet dieselben Sprecher wieder, darunter Tobias Kluckert als Edward Kenway, Klaus-Dieter Klebsch als Edward „Blackbeard" Thatch, Martin Semmelrogge als Jack „Calico" Rackham und Vera Teltz als Mary Read. Eine Vertonung, die durchaus zu den besten gehört. Einzig bei den NPCs hat man deutlich gespart: Hier teilen sich zu viele dieselbe Stimme. Brian Tyler kümmert sich erneut um den Soundtrack und spendiert zudem zehn neue Shantys.

Was ist neu im Jahre 2026?

Zuletzt bleibt die Frage, ob sich für Veteranen ein Neukauf lohnt. Neben der beeindruckenden Präsentation und dem modernen Gameplay finden sich nur sanfte Anpassungen. Ein Highlight für viele werden wohl die geänderten Verfolgungsmissionen sein. Die haben für ordentlich Frust gesorgt. Wer will kann hier den Verfolgten einfach um die Ecke bringen und man findet ein nettes Briefchen, welches einem zum Zielort führt. Auch die QOL-Verbesserungen sind ein Segen, wie auch die zahlreichen Optionseinstellungen. Inhaltstechnisch hebt man hervor, dass es drei neue Offiziere gibt, doch sind diese kaum in die Handlung eingebunden. Sie haben zwar eigene Missionen, die aber nicht annähernd so spektakulär ausfallen wie die des Hauptspiels. Auch die finale Mission ist letztlich nur nettes Beiwerk. Anpassungen an der Hauptgeschichte sind dagegen nur zaghaft. Man hat versucht einigen Nebencharaktere mehr Zeit wie auch Dialog zu geben, damit die Motivation etwas verständlicher ist. Im Original wechselte man zudem immer wieder in das Abstergo Büro in der Moderne. Zu Gunsten einer kohärenten Geschichte für Edward wurde dies gestrichen. Damit rutscht diese Rahmenhandlung noch weiter in den Hintergrund. Als Ausgleich gibt es nun stattdessen Rifts mit einem namenlosen Animus User, die den Kampf gegen Abstergo vorantreiben. Wer sich all diesen Zusatzaufgaben widmet, kann die Spielzeit um gut 8 bis 10 Stunden verlängern.

Wer noch weiter in dieses Thema abtauchen will, empfehle ich unser Review der PS4 Version. Viele der damals angesprochen Kritikpunkte wurden tatsächlich behoben, jedoch bleibt der NPC Sprecher Bug. War wohl doch so gewollt. 

FAZIT

Assassin's Creed Black Flag Resynced ist ein seltsamer Fall: Es ist ein Remake, das sich extrem eng an das Original hält und größtenteils nur die Präsentation modernisiert. Man könnte meinen, das funktioniere für ein AAA-Spiel nicht – doch es tut es, vor allem dank der guten Geschichte und des starken Settings. Die Welt der Piraten ist auch 2026 noch genauso unterhaltsam wie 2013. Die zahlreichen optischen und spielerischen Anpassungen können jedoch nicht das alte Grundgerüst verbergen. Man merkt deutlich, dass hier in sich geschlossene Levels in eine offene Welt übertragen wurden und die Inseln entpuppen sich letztlich als Schlauchlevel mit ein bis zwei möglichen Wegen. Die frei befahrbare Welt findet sich nur auf dem Meer – und dort sollte man seine geografischen Kenntnisse besser gleich vergessen. Dank des guten, abwechslungsreichen Missionsdesigns fallen diese Schwächen aber kaum auf, denn man bleibt nie lange genug an einem Ort, um sie zu bemerken. Sinnvolle Erweiterungen der Städte und zahlreiche kleinere Interaktionen helfen zusätzlich dabei, in dieser Welt zu versinken. Und weil der moderne Erzählstrang komplett entfernt wurde, bleibt die Handlung durchgehend und reißt einen nie aus dem Geschehen – das lädt regelrecht zum Verweilen ein. Selbst die typischen Ubisoft Aufgaben wie Meuchelmissionen, Lagerüberfälle oder Fort-Eroberungen machen weiterhin Spaß. Einzig die Anpassbarkeit von Edward frustet. Die Piraten Mäntel sind zwar gut design, doch findet man keine Option unterschiedliche Piratenhüte aufzusetzen. Hier lässt man Zuviel Potenzial liegen! Auch der fehlende Schwierigkeitsgrad im Kampf ist ein großer Kritikpunkt. Jedoch bleibt da noch das Seemannsleben: Die Reise und der Kampf mit der Jackdaw ist und bleibt das Highlight. Daher eine klare Kaufempfehlung von mir!

[ Review verfasst von Andy ]

[ Gespielt auf einer PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte: 

  • Die Piratengeschichte und das Setting funktionieren auch 2026
  • Der Seekampf bleibt ein Highlight
  • Die Anvil-Engine liefert

Minuspunkte:

  • Das Kampfsystem an Land ist deutlich zu leicht 
  • Die drei neuen Offiziere sind kaum in die Handlung eingebunden. 
  • Warum kann ich Edward keine unterschiedlichen Piraten Hüte aufsetzen?

WERTUNG

Atmosphäre
9.0
Gameplay
8.0
Grafik
9.0
Sound
8.0
Werbung
Assassin's Creed Black Flag Resynced
Screenshots
Assassin's Creed Black Flag Resynced
Assassin's Creed Black Flag Resynced
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Assassin's Creed Black Flag Resynced +24
Videos
Die ersten 30 Minuten
World Premiere Trailer
Game Overview Trailer +6
Name Assassin's Creed Black Flag Resynced
Release 09.07.2026
Plattform PS5
Genre Action-Adventure
Publisher Ubisoft
Developer Ubisoft
Preis 59,99 €
USK ab 16 Jahren
PEGI PEGI 16+
Spieleranzahl 1
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch
Texte Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch
65 GB Online Funktionen PS5 Pro Cloud-Streaming PS5 & PS Portal (Premium) Vibration & Trigger-Effekt Offline spielbar Barrierefreiheit In-Game-Käufe optional
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