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PSP

Die Sims 2

27. März 2006

Lesezeit: 6 Min.

Die Sims 2

Mit der Entwicklung der Sims-Spiele ist den Leuten von Maxis ein wahres Meisterstück gelungen. Dank des einfachen Spielprinzips und der interessanten Thematik verkaufte sich die Serie bislang millionenfach. Anfangs nur auf dem PC zu haben, setzte Publisher EA die Titel später auch für diverse Konsolen um. So auch für die PSP, mit deren Fassung von „Die Sims 22 wir uns heute beschäftigen. Aber funktioniert eigentlich ein PC Spiel überhaupt auf einem Handheld? Immerhin konnte bereits die PS2 Fassung nicht vollends überzeugen, wie soll das da bei einem noch leistungsschwächeren Handheld erst aussehen? Fragen über Fragen, die im Vorfeld zu Recht durch die Köpfe der Spieler schwebten. Aber ich überbringe euch frohe Kunde: Es funktioniert (zumindest hinsichtlich des Konzeptes)! Wie? Ganz einfach: Maxis haben aus einem Computerspiel ein PSP Spiel gemacht…

Willkommen in Merkwürdighausen

Das Besondere an „Die Sims 2“ für die PSP ist vor allem die Tatsache, dass ihr mit einer richtigen Story konfrontiert werdet. Bevor es jedoch losgeht, müsst ihr erst einmal einen eigenen Sim erstellen. Typisch für EA Spiele stehen euch diverse Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. So könnt ihr euren Sim entweder komplett nach euch selbst entwerfen oder ihr kreiert einen völlig neuen Charakter. Darüber hinaus habt ihr zu Beginn auch noch die Chance, eure Nachbarschaft zu editieren. Wem das jedoch zu stressig ist, der kann dies ruhig dem Spiel überlassen. Nachdem ihr schließlich alles eingestellt habt, beginnt das wahre Abenteuer. Wie zu Beginn schon erwähnt, bekommt ihr eine richtige Hintergrundstory spendiert. So erfahrt ihr nämlich, dass euer Charakter gerade mitten auf dem Weg nach Merkwürdighausen ist, um dort ein neues Leben zu beginnen. Aber wie es das Schicksal nun mal so will, bleibt euer Auto irgendwo in der Pampa stecken, wodurch ihr gezwungen seid, in der nächsten Werkstatt eine Pause einzulegen. Doch bereits hier nimmt das Übel seinen Lauf. Nach dem ihr euch gerade die Beine vertreten habt, stellt ihr überrascht fest, dass die Werkstatt in die ihr euer Auto gebracht habt, dem Boden gleich gemacht wurde. So liegt es nun an euch, mithilfe der dort herumlaufen Personen einen Weg nach Merkwürdighausen zu finden. Nach und nach bekommt ihr die wichtigsten Manöver erklärt, mit denen ihr euch durch das Spiel bewegen könnt. Aber wie schön gesagt, hebt sich das Spiel stark vom Original ab. Statt nämlich von oben auf das Geschehen zu schauen, bekommt ihr das Spiel in der untypischen 3rd Person Ansicht präsentiert. Während ihr das Steuerkreuz bzw. den Analognub zum Fortbewegen benutzt, dient die X-Taste zur Interaktion mit den Figuren. Ab hier wird es erst richtig interessant. Was wäre schließlich ein Sims Spiel ohne Nicht-Spieler-Charaktere (NPC)?

Kommunikation ist Alles

Das Wichtigste bei „Die Sims 2“ ist ohne Frage die Kommunikation. Allein schon deswegen, da euer Überleben quasi davon abhängt. Wie ihr nämlich anhand des Diamanten an der linken unteren Seite eures Displays feststellen werdet, besitzt euer Sim eine Anzeige für den nervlichen Zustand. Um diese möglichst stabil zu halten, bedarf es jeder Menge erfüllter Wünsche bzw. Aufgaben. Aber ihr solltet auch darauf achten, die persönlichen Bedürfnisse eures Charakters zu befriedigen. Dabei reicht die Palette vom simplen Müll wegwerfen, bis hin zum regelmäßigen Besuch auf dem Töpfchen. Auch die Etikette sollte nicht zu kurz kommen. Wer sich zum Beispiel nach dem Gang zur Toilette niemals die Hände wäscht, oder sich nicht einmal duscht, wird schon bald als Stinkmuffel der Nation bekannt sein. Doch wieder zurück zum Thema Verstand. Neben der Erfüllung der eigenen Wünsche bestehen eure Aufgaben auch darin, die duzenden Geheimnisse der Stadt Merkwürdighausen herauszufinden. Diese spielen nämlich eine elementare Rolle im neuesten Teil der Sims Reihe. Zum Beispiel erfahrt ihr kurz nach dem Einzug in die neue Wohnung, dass selbige voll mit Gespenstern und anderen unwillkommenen Besuchern ist. Da sich das jedoch nicht all zu positiv auf euren Gemütszustand auswirkt, liegt es also an euch herauszufinden, wieso die Geister hier sind und wie man sie wieder loswird. Dafür müsst ihr ordentlich Fersengeld bezahlen, lauft durch die Gegend, kommuniziert mit anderen Sims und findet heraus, was Sache ist. Je nach Charakter bedarf es dann einer speziellen Art der Unterhaltung. Während ihr zum Beispiel mit manchen flirten müsst, sollt ihr andere dagegen einschüchtern, um an deren Geheimnisse zu kommen. Dies erledigt ihr mit einem der vielen Minispiele, wo ihr so schnell wie möglich, das gleiche Symbol anklicken müsst, was vorher über dem Kopf des Gesprächspartners aufblinkte. Je nach Trefferquote bekommt ihr dann eine der vielen Informationen zugesteckt. Erwartet jedoch nicht, dass jeder Charakter direkt auf euch zugeht. Auch solltet ihr hier immer wieder auf eure Verstandsanzeige achten, da die Leute bei einem durch geknallten Sim natürlich alles andere, als redefreudig sind. Sollte jedoch einmal der Fall eintreten, dass ihr euren Charakter vollkommen vernachlässigt habt, warten nicht nur die Irrenanstalt auf euch (die vor allem recht teuer ist), sondern auch so genannte Notfälle (Hunger, Übelkeit, Langeweile usw.). Damit euer Sim ein erfülltes Leben hat, bedarf es auch ein wenig Geld. Dies erlangt ihr ebenfalls durch das Aufdecken der unzähligen Mysterien. Seid ihr erst einmal in Besitz dieser Geheimnisse, könnt ihr sie wieder gegen Geld verkaufen. Doch Obacht: Verkauft ihr ein Geheimes gleich an mehrere Personen, ist es schnell Schnee von gestern. Wie ihr also bemerkt hat, hebt sich der Spielablauf sehr von der PC Variante ab. Im Gegensatz zu dieser geht es hier nämlich weniger um den Aufbau einer Familie, als um die Erfüllung der eigenen Wünsche. Fans der Serie wird dies natürlich zu erst abschrecken, doch in Hinblick auf den Mobilitätsfaktor ist die Entscheidung der Entwickler ein anderes Prinzip zu wählen, durchaus nachvollziehbar.

Grafik

Grafisch macht Die Sims 2 einen durchaus zufrieden stellenden Eindruck. Die Charaktere wurden gut animiert und die verschiedenen Szenarien wirken stets stimmungsvoll und atmosphärisch. Leider beinhaltet das Spiel mit den gewaltigen Ladezeiten einen folgenschweren Kritikpunkt. Jede Aktion muss nämlich erstmal einige Sekunden lang vorgeladen werden, bevor sie schließlich ausgeführt wird. Und da gerade die Interaktion ein wichtiger Bestandteil der Sims-Reihe ist, ist es für mich einfach unverständlich, wie man dieses Spiel in der Form veröffentlichen konnte. Jeder halbwegs vernünftige Spieler wird die UMD nämlich nach spätestens zwei Stunden wutentbrannt aus dem Fenster werfen. Umso tragischer ist es, da das Spielprinzip recht gut auf die PSP zugeschnitten wurde. Aber leider haben die Entwickler mit den unerträglichen Ladezeiten alles vermasselt.

Sound

Der Sound wird den Fähigkeiten der PSP in keiner Weise gerecht. Statt einer richtigen Synchronisation erwartet euch nur ein unverständliches Geplapper und statt eingängigen Hintergrundmelodien erwarten euch nur lieblose Instrumentalsongs, die permanent wiederholt werden.

FAZIT:

Die Sims 2 hätte durchaus das Potenzial gehabt, eines der interessantesten PSP Spiele zu werden. Schließlich ist die Idee vom Einsammeln diverser Geheimnisse, sowie dem Aufdecken unzähliger Verschwörungen gar nicht mal von schlechten Eltern. Leider scheitert das Spielprinzip jedoch an den absolut nervtötenden Ladezeiten, die den Spielspaß völlig zunichte machen und das Gameplay unerträglich werden lassen..

[ Review verfasst von Dimi ]

Pluspunkte:

  • WiFi Funktionen zum Tauschen von Geheimnissen
  • Gut umgesetztes Gameplay
  • Großer Umfang

Minuspunkte:

  • Extrem lange Ladezeiten
  • Einige Grafikfehler
  • Keine Onlineanbindung

WERTUNG

Atmosphäre
7.0
Gameplay
3.0
Grafik
6.0
Sound
7.0
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Die Sims 2
Screenshots
Die Sims 2
Die Sims 2
Die Sims 2
Die Sims 2 +4
Name Die Sims 2
Release 01.02.2006
Plattform PSP
Genre Simulation
Preis 49,95 €
USK ohne Alterbeschränkung
Spieleranzahl 4
Sprache Deutsch
Texte Deutsch
Multiplayer AdHoc Memory Stick: 704 MB
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