Onimusha: Way of the Sword
Es ist bereits 20 Jahre her, seitdem Onimusha: Dawn of Dreams auf der PlayStation 2 erschien. Auch wenn meine Erinnerung nur noch blass ist, habe ich es als spaßige Erfahrung in Erinnerung. Doch bis auf zwei Remaster kam seitdem nichts mehr heraus. Jetzt will Capcom aber die Serie wieder neu beleben und bringt mit Onimusha: Way of the Sword einen neuen Teil heraus. Diesen durften wir bereits ausführlich spielen und verraten euch, ob die Serie in der heutigen Zeit noch eine Zukunft hat.
Ich will der allerstärkste sein
Im Spiel schlüpft man in die Rolle von Miyamoto Musashi, ein Samurai, der auf der Suche nach Stärke gegen andere kämpfen möchte. Genau in solch einer Situation befindet man sich zu Beginn und kämpft gegen den Meister eines Dojo. Bei der anschließenden Flucht vor den Dojo-Mitgliedern passiert ein Unglück und Musashi stirbt. Auf dem Weg zur Hölle wird er aber von einem Oni (japanischer Dämon) aufgehalten, mit einem Oni-Gauntlet ausgestattet und in die Welt der Lebenden zurückgeschickt. Wieso und weshalb das alles passiert, ist zu dem Zeitpunkt unklar. Aber sicher ist, dass das Gauntlet Musashi besondere Stärke gibt, die er eigentlich gar nicht haben möchte. Und zu allem Übel scheinen Genma aus der Hölle auszubrechen und die Welt der Lebenden unsicher zu machen und euer Gauntlet dürstet nach Genma-Seelen. Also schnetzelt ihr euch durch die Welt, trefft auf andere Träger eines Oni-Gauntlets und lernt Schritt für Schritt, warum ihr zum Leben erweckt wurdet. Spannend ist die Geschichte leider nicht. Sie braucht sehr lange bis sie in Fahrt kommt und Musashi ist nicht gerade der sympathischte Charakter. Während alle um ihn herum die Situation ziemlich ernst nehmen, will Musashi eher widerwillig mitmachen und seine launische und zynische Art sorgt für wenig Freunde. Auch als Spieler fällt es einem schwer, sich mit Musashi zu identifizieren.

Nicht alles braucht eine offene Welt
Während die früheren Spiele sich ziemlich linear präsentiert haben, bietet Onimusha: Way of the Sword eine Art offene Welt. Ihr befindet euch nämlich in Kyoto und könnt die Stadt quasi frei erkunden. Zu Beginn sind große Teile aber noch mit Bosheit verdeckt und nach und nach schaltet ihr mehrere Teile von Kyoto frei. Dabei gibt es sogar kleine Nebenaufgaben, die aber alle ziemlich langweilig sind, viel Zeug zum Sammeln und Gegner, die euch bei Laune halten sollen. Hin und wieder schickt euch das Spiel aber auch an andere Orte, die dann durchaus auch größer sein können und dann eher an Level aus alten Spielen erinnern und durchaus Spaß machen. Die offene Welt bietet aber relativ wenig und fühlt sich eher wie Füllmaterial an, weil das Spiel euch gerne mal von A nach B schickt, um mit einer Person zu reden, nur um die nächste Mission zu starten. Aber der Weg dorthin ist weder herausfordernd noch spaßig.
Ein Kontersystem braucht Gegner die angreifen
Falls ihr auf Gegner trefft, kommt natürlich eure Samurai-Seite zum Vorschein. Musashi kann sowohl leichte, als auch schwere Angriffe ausführen, blockieren und ausweichen. Ihr könnt zwar vorpreschen und auf die Gegner eindreschen, aber eigentlich möchte das Spiel, dass ihr eher bedacht agiert und Gegner kontert. Beispielsweise kann man Angriffe im richtigen Moment parieren, damit der Gegner kurz verteidigungslos ist und ihr ihn bearbeiten könnt. Drückt ihr stattdessen im richtigen Moment eine Angriffstaste, führt ihr direkt einen Konter aus. Dieser kann schwache Gegner sofort töten und ist natürlich sehr mächtig. Dafür aber auch etwas schwerer auszuführen als das Parieren. Es gibt aber ein Problem. Die Gegner wollen euch scheinbar nicht angreifen. Selbst in größeren Gegnergruppen greift euch immer nur ein Gegner an und selbst dann dauert es oftmals mehrere Sekunden, bis ein Gegner genug Mut gesammelt hat, um auf euch loszustürmen. Dadurch entsteht nie ein wirklicher Spielfluss im Kampf und man muss sich mühselig durch die Abwehr der Gegner kämpfen. Ganz anders präsentieren sich die Bosskämpfe, die natürlich deutlich aggressiver vorgehen. Hier macht das Kampfsystem plötzlich richtig Spaß, weil es darum geht, die Gegner entsprechend zu kontern und zu parieren. Je riskanter das Vorgehen, desto größer die Belohnung im Erfolgsfall, was für den richtigen Adrenalinschub sorgt.

Technik
Technisch präsentiert sich das Spiel solide. Charaktere bieten einige Details, Animationen sind flüssig und insbesondere die Kleidungsphysik beim Umhang von Musashi ist nett anzusehen. Aber verglichen mit anderen Capcom-Spielen, wie Pragmata oder Resident Evil Requiem sieht Onimusha doch etwas simpler aus. Dabei hilft auch nicht das die ersten Stunden die Umgebung einfach ein Grau in Grau ist. Erst später sieht man auch etwas mehr Farbe im Spiel. Aber grafisch und stilistisch wird das Spiel die Grenzen des Möglichen nicht verschieben. Dafür läuft es absolut stabil und bietet mehrere Grafikmodi. Man kann das Spiel auch in 30 Bildern pro Sekunde spielen, wobei natürlich der Performance-Modus vorzuziehen ist. Insbesondere da die Grafikabstriche nicht so riesig sind. Musikalisch hält sich das Spiel ziemlich zurück und bietet etwas Hintergrundgeplänkel, aber es ist nichts was einem im Gedächtnis bleibt. Dafür können immerhin die Stimmen überzeugen, die ihr wahlweise auf Deutsch, Englisch oder japanisch erleben könnt.
FAZIT:
Onimusha: Way of the Sword versucht die Serie in der heutigen Zeit zu interpretieren. Dafür wurde das Kampfsystem neu definiert und tatsächlich hat es Potential. Insbesondere die Bosskämpfe machen viel Spaß und man möchte immer wieder einen neuen Lauf starten und es erneut versuchen, um die Angriffsmuster der Bosse zu lernen. Leider machen die nur einen geringen Teil aus und die restlichen Gegner wirken, als ob sie nicht zu diesem Spiel und Kampfsystem passen. Sie müssten deutlich aggressiver sein, um einen richtigen Spielfluss zu generieren. Dieser fehlt komplett. Dabei hilft auch die offene Welt nicht, die wenig Mehrwert bietet. Da auch die Geschichte nicht wirklich packen kann, quält man sich irgendwie von Boss zu Boss. Somit bietet das Spiel viel Potential, aber es kann dieses Potential selten aufrufen. Fans von Onimusha könnten enttäuscht werden und für Neulinge gibt es wenig, was das Spiel besser macht als die Konkurrenz. Hoffentlich zieht Capcom hier die richtigen Lehren daraus und wir sehen Onimusha nicht erst wieder in 20 Jahren wieder.
[ Review verfasst von crack-king ]
[ Gespielt auf der PlayStation 5 Pro mit 4K TV ]
Pluspunkte:
- Interessantes Kampfsystem
- Tolle Bosskämpfe
- Endlich wieder ein neues Onimusha Spiel
Minuspunkte:
- Es macht keinen Spaß normale Gegner zu bekämpfen
- Langweilige Geschichte
- Grafisch nicht ganz auf der Höhe
Spielinfos