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PS2

Speed Kings

26. August 2007

Lesezeit: 4 Min.

Speed Kings

Wisst ihr eigentlich, warum Acclaim seine Pforten schließen musste? Nein? Dann will ich euch erleuchten! In erster Linie waren nämlich Spiele wie „Speed Kings“ Schuld am Untergang des Publishers. Wieso das so ist? Lest einfach unseren Test und stellt euch folgende Frage danach: Hättet ihr so ein Spiel gekauft?

0 - 18 - 15 Burnout auf zwei Rädern

Die Überschrift fasst das Spielgeschehen eigentlich schon recht gut zusammen. Nach dem Erfolg von Burnout wollte Acclaim sich als feste Größe im Arcaderacerbereich etablieren und neben heißen Autorennen, auch noch flotte Motorradaction an den Mann bringen. Doch leider liegen Welten zwischen begnadeten Codern wie den „Criterions“ und den drittklassigen Stümpern von Climax (UK)! Da hilft es auch nicht, wenn man ala Burnout 2 eine Fahrschule in das Spiel integriert. Denn dort offenbaren sich bereits die ersten Schwächen. Um zum Beispiel Stunts wie einen Handstand zu vollführen, oder auf dem Motorrad zu surfen, bricht man sich nämlich schon einmal die Finger. Genau - so kompliziert und unhandlich sind die Tastenkombinationen zum Ausführen der Manöver. Von den aufgesetzt wirkenden Slidemoves will ich da gar nicht erst anfangen. Die Grundprinzipien des Gameplays sind schlichtweg schlecht durchdacht und lassen jeglichen Feinschliff vermissen.

AusgeTRICKSt

Neben der schnöden Meisterschaft warten auch noch diverse Grand-Prix Wettkämpfe (Rennen finden lediglich ohne Verkehr und auf zusätzlich umgekehrten Strecken statt) und Trick-Herausforderungen auf den Spieler. Bei Letzteren wird man eigentlich nur auf eine Strecke gestellt und muss unter Zeitdruck verschiedene Tricks wie Stoppies, Spin Outs, Motorrad Surfen usw. vollführen. Aber das ist leichter gesagt als getan, denn wie bereits weiter oben beschrieben, verlangen die Tricks nach drei Händen. Besonders die Verwendung des linken Analogsticks ist unverständlich, da man diesen oftmals zum Aktivieren betätigen muss, bevor man die die anderen Tasten drücken darf. Aber selbst die Taste für das Sliden ist mit "Dreieck" ungünstig gelegt und schlecht zu erreichen. Dazu kommt noch, dass nicht alle Tricks im Handbuch aufgeführt und erklärt sind. Deswegen bedarf es teilweise ganz schön viel Übung, bis man hinter jede Kombination gekommen ist. Davon abgesehen, sind diese Sachen sowieso vernachlässigbar, denn im eigentlichen Spiel braucht man diese Moves gar nicht. Erstens kann man mit vollem Boost eh nur für drei Sekunden den Gegnern davonfahren, zweitens landet man dadurch noch schneller im Gegenverkehr und drittens bieten nur wenige Strecken Abschnitte, die es überhaupt zulassen würden, dass man Tricks bewerkstelligen kann. Somit kann ich nur sagen, das Tricksystem hätte lieber gleich komplett weggelassen werden sollen. Der Rest ist unspektakuläre Standardrennkost. In höheren Schwierigkeitsstufen ist es beispielsweise unmöglich die Gegner auch nur ansatzweise abzuhängen und Gegenverkehr taucht stets hinter Kurven oder Bergkuppen auf - was meistens in einem Crash endet. Zudem ist die Steuerung nicht gerade präzise und Kurven verlangen grundsätzlich nach der „Handbremse“. Weiterhin nerven auch noch von der Seite kommende Fahrzeuge, die immer wieder zu den ungünstigsten Zeitpunkten auftauchen.

Schnörkel- und Lieblos

Für ein Spiel, das ein gutes Jahr nach Burnout 2 erschienen ist, sieht „Speed Kings“ verhältnismäßig mies aus. Die leeren und tristen Umgebungen geizen mit jeglichen Details, die Texturen entsprechen bestenfalls PS1 Niveau und die Framerate wartet immer wieder mit unschönen Rucklern auf. Aber besonders die Strecken mit ihrem einfallslosen Design sorgen für Minuspunkte. Dass man zum Beispiel durch Hamburg düst, merkt man einzig und allein am Streckennamen. Weder diverse Wahrzeichen, noch irgendwelche anderen Besonderheiten gibt es zu sehen - mit Ausnahme der Werbung für das so genannte “Uberfest“. Den Preis für den schlechtesten Entwurf holt sich dennoch ein anderer Kurs und zwar „Detroit“. Diese Piste sieht nicht nur unrealistisch und unglaubwürdig aus, sondern besitzt auch noch ein absolut missratenes Streckenlayout! Aber genug von der Umgebungsgrafik, wenden wir uns den Motorrädern und Fahrern zu, denn diese sind nämlich auch keine Schönheiten. Besonders die Bikes sehen teilweise so hingerotzt aus, dass man zweimal hinsehen muss, bevor man ein Motorrad erkennt. Getoppt wird die Grafik eigentlich nur noch von der Musik, die unter die Kategorie wahre Grausamkeit fällt. Schon seit Jahren habe ich kein derart uninspiriertes Gedüdel gehört. Die Ohrmalträtierung passt zu keiner Zeit zum „rasanten“ Spielablauf und lässt jegliches Talent des Musikers vermissen. Übelartig!

FAZIT:

Wenn es wirklich eine Art „Baukasten“ für Videospiele gibt, dann wurde er bei „Speed Kings“ ganz sicher benutzt! Das Spiel wirkt in jederlei Hinsicht absolut unterdurchschnittlich und lieblos dahingeschludert. Die Grafik ist zum Gähnen langweilig, der Sound zwingt zum Abschalten und die Rennaction versprüht soviel Charme wie eine Schüssel voller Reis. Selbst Hardcore Racing-Fans sind gut darin beraten, einen großen Bogen um dieses Stück Software zu machen! Denn Spielspaß findet man hier mit Sicherheit nicht...

[ Review verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Grüne Motorräder
  • Blaue Motorräder
  • Rote Motorräder

Minuspunkte:

  • Das Gameplay
  • Die Grafik
  • Der Sound

WERTUNG

Atmosphäre
3.0
Gameplay
1.0
Grafik
3.0
Sound
3.0
Werbung
Speed Kings
Screenshots
Speed Kings
Speed Kings
Speed Kings
Speed Kings +4
Name Speed Kings
Release 04.07.2003
Plattform PS2
Genre Rennspiel
Publisher Acclaim
Preis 39,99 €
USK ab 6 Jahren
Spieleranzahl 2
Sprache Deutsch
Texte Deutsch
Memory Card: 84 KB Multiplayer 60Hz Vollbild 50Hz
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