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Die Reise der Pinguine

Dokumentationen feierten in den letzten Jahren auch im Kino etliche Erfolge (allen voran die Filme von Michael Moore), wobei Tierdokumentationen hier bis auf „Nomaden der Lüfte“ leider außen vor blieben. Antarktisforscher, und seit neustem auch Regisseur, Luc Jacquet schaffte dem endlich Abhilfe und begleitete neun Monate lang das beschwerliche Leben der Kaiserpinguine. Sein Werk wurde ein riesiger Erfolg und erscheint jetzt auch endlich auch auf Blu-ray, was dank der Naturaufnahmen natürlich wie dafür geschaffen ist!

Originaltitel: La Marche de l'empereur
Regie: Luc Jacquet
Darsteller: viele Pinguine
Laufzeit: 82
FSK: ohen Altersbeschränkung
Ton: dts-HD 7.1 (Deutsche Kinofassung, Sky du Mont Fassung), dts 5.1 (Französisch, isolierte Musik), Headphone Surround (Deutsche Kinofassung), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 1,85:1 (16:9)
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2005
Erschienen: 17.08.1007
Vertrieb: Kinowelt/Arthaus
Preis: 26€


Film:
In der lebensfeindlichsten Antarktis beginnt im März die alljährliche Reise der Kaiserpinguine zu den sicheren Brutplätzen zwischen schützenden Felsmassiven. In Karawanen verlassen sie den Ozean und machen sich auf einen Wochenlang andauernden Marsch durch die eisige Wüste. Dabei finden sie wie von Gottes Hand immer wieder den richtigen Weg und kommen dabei fast Zeitgleich mit den anderen Karawanen ans Ziel, obwohl sich die Umgebung Jahr für Jahr ändert. Wie sie das fertig bringen ist jedoch bis heute den Wissenschaftlern ein Rätsel. Angekommen, suchen sich die Pinguine einen Partner für die nächsten Monate und vollführen bis Ende Mai einen Paarungstanz. Nach der Paarungszeit legt das Weibchen ein einziges Ei, wobei die Tortur erst jetzt beginnt!


Völlig erschöpft macht sich das Weibchen nun auf zurück zum Ozean, wo sie sich neu stärken und gleichzeitig auch Futter für die Ungeborenen beschaffen. In dieser Zeit liegt es an den Männchen das Ei auszubrüten und zu schützen. Denn ohne die schützende Wärme des Federkleides, überlebt das ungeborene nur wenige Sekunden in der klirrenden Kälte. Schon bei der Übergabe vom Weibchen zum Männchen ist deshalb Vorsicht geboten und wer sich gar so tapsig und ungeschickt anstellt, für den ist das Jahr verloren. Nahezu bewegungslos harrt das Männchen aus und trotz eisiger Kälte von bis zu minus 40 Grad Celsius und peitschenden Winden von bis zu 250 km/h. Dabei dauern die Tage nur noch wenige Stunden und Schneestürme erschweren zusätzlich die Bedingungen.

Nach rund zwei Monaten schlüpft das Kücken und es wird höchste Zeit, dass das Weibchen mit Futter zurückkehrt. Nun folgt eine weitere gefährliche Übergabe, denn auch das junge Leben kann nur kurz in der Kälte, außerhalb des schützenden Federkleides, überleben! Daraufhin macht sich das Männchen auf die Reise, um endlich wieder etwas zu essen. Dies ist ein ewiger Kreislauf … ein ständiges Kommen und Gehen. Dabei wird teilweise sogar das Kücken allein gelassen, immer in der Hoffnung, dass das Elternteil mit neuer Nahrung von der gefährlichen Reise wiederkehrt.

Dieser ewige Kreislauf wird durch bestechende Bilder und einer tollen Kameraführung erzählt. Dabei wird nichts außen vor gelassen und auch dem Schmerz und der Dramaturgie wird ausreichend Platz eingeräumt. So bleiben Schwache einfach zurück und auch unglückliche Eierübergaben und verendete Jungtiere werden in aller Dramaturgie gezeigt. Das Eis, die klirrende Kälte und der Hunger fordern eben auch seine Opfer. Die Kamera ist dabei immer dicht am Geschehen wodurch atemberaubende Bilder entstanden sind und alles detailliert zeigen. Dabei musste Jacquet und sein Team jedoch sehr vorsichtig vorgehen, denn auch nur eine zu hastige Bewegung und die Kaiserpinguine würden aufschrecken und zugleich hunderte Eier zerstören! Da jedoch das bloße zuschauen, trotz der Bilder, mit der Zeit doch etwas langweilig werden würde, entschloss sich Jacquet den Pinguinen eine Stimme zu geben. Um genauer zu sein, wird das Geschehen aus der Sicht einer Familie (Mutter, Vater und später Kind) erzählt, was jedoch ziemlich unglücklich geworden ist. Zwar wird aus der eigentlichen Dokumentation mehr ein richtiger Spielfilm, doch leider sind die Dialoge nicht sonderlich ausgereift, wirken teilweise schwülstig und sprechen eher die jüngere Zielgruppe an. Auch wird durch die Stimmen die Dramaturgie einiger Szenen etwas heruntergespielt. Für Kinder mag diese Vorgehensweise sehr schön sein, doch Erwachsene nervt diese Art der Inszenierung etwas. Da hatten es die Amerikaner (alle anderen in Europa bekamen ebenfalls die Fassung mit den Mutter/Vater/Kind Dialogen) besser, da diese nur durch einen neutralen Erzähler (Morgan Freeman) aus dem Off begleitet wurden. Zum Glück ist auf der Blu-ray eine ähnliche Fassung enthalten. Bei uns begleitet jedoch Sky du Mont die Reise der Pinguine, was um einiges besser passt als die Synchronisation der Kinofassung! Dies ist um einiges realitätsnäher und auch objektiver. Auch der Soundtrack ist bei der Kinoversion anders als bei der US Fassung und wurde mit einigen Songs untermalt. Dies gefiel mir recht gut und passt durch die Kompositionen auch zum Geschehen. Einzig stört hier etwas, dass die Raubtiere die Stimme eines Löwen bekommen haben. Sei’s drum.

 


Bild:
Oh je, jetzt macht es sich negativ bemerkbar, dass der Regisseur die Dokumentation nur auf Video gedreht hat. Das Bild ist völlig verrauscht und auch die mangelnde Schärfe sorgen dafür, dass die Blu-ray nicht gerade zur Vorzeigedisc wird. Schade, denn der Film ist durch die wirklich tollen Bilder eigentlich wie gemacht für eine HD Auswertung. Letztendlich leider nur Durchschnitt.

Ton:
Der tolle Soundtrack wurde klasse abgemischt und auch die Soundeffekte dringen schön aus allen Satelliten, was für eine Dokumentation recht bemerkenswert ist.. Die Stürme pfeifen nur so durch den Raum und der Wind peitscht ebenfalls bedrohlich durch das Zimmer. Dabei vernimmt man zusätzlich aus allen Richtungen die Laute der Pinguine, was letztendlich dazu führt, dass man sich so fühlt, als wäre man mittendrin. Auch das Eis knirscht ab und an sehr bedrohlich. Also bitte nur vorsichtig bewegen, nicht das man noch ein Ei zerbricht! Die Dialoge sind ebenfalls immer gut verständlich und lassen keine Kritik zu.

Bonus:
Hier gibt es reichlich an Information. Fangen wir beim Trailer an und gehen weiter zum Audiokommentar von Regisseur Luc Jacquet. Sollte der Audiokommentar nicht ausreichen, gibt es noch eine interaktive Fassung des Filmes. Hier kann man an bestimmten Punkten mehr über die Dreharbeiten erfahren. Des Weiteren gibt es noch zwei Dokumentationen mit einer Länge von jeweils 52 Minuten. Die erste nennt sich "Von Pinguinen und Menschen, Überleben im ewigen Eis" und die zweite "Frühling in der Antarktis". Wer noch mehr über die Entstehung des Filmes wissen möchte, kann sich zudem das Making Of anschauen und sich der schweren Bedingungen selbst überzeugen. Abgerundet wird alles mit Interviews von Luc Jacquet, Sky du Mont und den französischen Sprechern. All diese Extras sind in HD Material. Nur das Feature zur Musik kommt in SD daher. Als letztes Extra gibt es noch drei Fotogalerien, welche mit Musik (in DD 5.1) unterlegt wurden. Wer den Film übrigens ohne jegliche Kommentare und Spreche anschauen möchte, kann sich auch für eine Fassung mit isolierter Musik entscheiden.


FAZIT:
„Die Reise der Pinguine“ betört durch wunderschön fotografierte Bilder. Jacquet fängt die teils surrealen Bilder gekonnt ein und ist auch immer ganz dicht am Geschehen. Leider krank der Film etwas an der Umsetzung, sofern man sich die Kinofassung zu Gemüte führt. Dadurch, dass die Pinguine eine Stimme bekommen, wirkt der Film zu sehr wie ein Kinderfilm, als eine ernstzunehmende Dokumentation. Wer jedoch die Fassung mit Sky du Mont als Erzähler wählt, bekommt einen der schönsten Filme der letzten Zeit zu sehen. Auf diese Fassung bezieht sich auch die Endwertung, während von der Kinoversion locker drei Punkte abgezogen werden dürfen. Leider kann das Bild der Blu-ray nicht gerade überzeugen und jeder muss selbst wissen, ob es hier nicht auch die 2er DVD Edition tut. Diese kommt zudem mit dem gleichen Bonusmaterial daher.

Bild - 5/10
Ton – 9/10
Bonus - 9/10
Film – 9/10


[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Kinowelt/Arthaus zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

 

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