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Mitfahrgelegenheit + Interview

Einige werden sicher noch anno nym alias Alexander kennen, welcher mich bei OnPSX in Sachen Filmreviews immer wieder unterstützt hat. Letztendlich hat er es immerhin auf um die 70 Filmreviews geschafft. Alex schreibt allerdings nicht nur über Filme, sondern dreht selbige auch. Nach Kurzfilmen wie „Perspektive“, „Ein Leben“ oder „Endzeit“ wagte er sich 2007 mit seinem Team an seinen ersten Abendfüllenden Spielfilm, welcher von Sunfilm nun in den Handel gebracht wird. Besonders interessant dabei ist, dass eine lebhafte Community während der Entstehung mitentscheiden konnte. Sprich, es handelt sich bei „Mitfahrgelegenheit“ um den ersten deutschen Web 2.0 Film.

Originaltitel: Mitfahrgelegenheit
Regie: Alexander Schulz
Darsteller: Matthias Dietrich, Martin Kaps
Laufzeit: 88
FSK: 12
Ton: Stereo 2.0 (Deutsch)
Untertitel: -
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 1,85:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2007
Erschienen: 09.07.2010
Vertrieb: Sunfilm
Preis: 20€


Film:
Frank (Matthias Dietrich) ist verliebt, hat aber das Problem, dass sich die glückliche zum studieren auf nach Spanien gemacht hat. Er will sie spontan besuchen, doch leider schaut es mit der Kohle nicht so gut aus und Frank ist auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen. Diese findet er mit Thomas (Martin Kaps), welcher mit seinem Camper ebenfalls auf dem Weg nach Spanien ist.


Die Charakterkombi kommt recht gegensätzlich daher, was weniger neu aber dafür bewährt ist. Thomas ist ein Draufgänger der in den Tag hineinlebt und dem es egal ist, was morgen wird. Frank dagegen benimmt sich stets vernünftig, hat ein geregeltes Leben und nach seinem Studium eine sichere Zukunft. Somit wäre genügend Stoff für hitzige Konfrontationen gegeben, doch leider schafft es das Drehbuch anfangs nicht, das Potential auszuschöpfen. Die Kennlernphase der Beiden zieht sich ziemlich und kommt dank oberflächlicher Fragen von Thomas an Frank nicht so recht in die Gänge, zumal Frank den Fragen auch noch ausweicht. Bei solchen klischeehaften Charakterzeichnungen kommt es natürlich auch mal zum Streit, welcher aber nie irgendwelche Konsequenzen nach sich zieht, bzw. Einfluss auf die Geschichte hat.

In der zweiten Hälfte wird die Erzählweise aber straffer, die Dialoge besser und die Story interessanter und abenteuerlicher. Da steht die Suche nach Franks geliebter Mercedes fast hinten an. Ebenfalls besser werden auch die einzelnen Szenen in ihrem Aufbau. Man merkt, wie das Team im Laufe der Zeit gewachsen ist und die Anschluss- und Logikfehler immer mehr abnehmen. Über einige Logikfehler kann man letztendlich aber nicht hinwegsehen.

Sehr positiv ist auf der anderen Seite der Soundtrack, welcher mit teils wirklich passenden Songs daherkommt. So kommen aus dem Autoradio Bands wie Clueso, Yellow Umbrella, die Ohrbooten und viele mehr. Ebenfalls positiv sind die beiden Hauptdarsteller, welche sehr gut aufgelegt agieren, wobei man immer irgendwie das Gefühl hat, dass beide zu mehr im Stande gewesen wären.



Bild:
Optisch hat der Film mit einigen Problemen zu kämpfen. Zwar wurde mit einer 1080p Kamera gedreht, doch die Schärfe schwankt von dürftig bis gut, wie auch die Farbwiedergabe. Es gibt Szenen die leuchten wirklich fabelhaft, wobei es bei einigen Einstellungen mit der Sättigung auch zu viel des guten ist. Dann gibt es aber auch wieder Szenen, welche etwas zu Farbarm daherkommen. Einige Kontrast- und Helligkeitsdefizite gibt es bei „Mitfahrgelegenheit“ ebenfalls. In Anbetracht der benutzten Technik kann man darüber aber hinwegsehen.

Ton:
Man merkt, dass die technischen Möglichkeiten recht begrenzt waren. So gibt es viele Umgebungsgeräusche, welche schon den einen oder anderen Dialog stören, bzw. übertönen. Auch ist der Dialog teils etwas zu weit weg vom Kamerageschehen. Musikalisch wird bei „Mitfahrgelegenheit“ viel Abwechslung geboten, doch werden die Songs zu oft zu abrupt abgebrochen oder gewechselt. Leider gibt es auch selten Szenen, wo Dialoge mit Songs im Hintergrund abgemischt wurden.

Bonus:
Herzstück der Blu-ray sind zum einen der Audiokommentar und zum anderen der Videopodcast, welcher die komplette Produktion von Anfang bis Ende begleitet. Beide sind sehr gut gemacht und bieten reichlich Infos über den Dreh wie Pannen, Filmfehler und das Filmemachen im allgemeinen. Witzig und kurzweilig ist das alles auch noch. Des Weiteren gibt es noch ein Making Of, was man sich hätte sparen können, da es nur ein längerer Trailer geworden ist. Den eigentlichen Trailer, sowie ein paar Setfotos gibt es auf der Blu-ray ebenfalls noch zu sehen, wie auch ein paar Probeaufnahmen mit den Darstellern. Gegen eine Flatschenallergie hilft übrigens das Wendecover der Veröffentlichung. Negativ ist aber anzumerken, dass es während des Filmes kein PopUp Menu gibt. Zudem geht zumindest die Playstation 3 nach dem Abspann zurück ins XMB und nicht in das Hauptmenu der Blu-ray. Mehr Infos gibt es auch auf der Filmseite Filmtrip.


FAZIT:
„Mitfahrgelegenheit“ beginnt etwas schleppend und am Ende hat man das Gefühl, dass mehr drinnen gewesen wäre. Hätte man die erste Hälfte nicht so langatmig inszeniert und nicht mit meist oberflächlichen Palaver abgehandelt, wäre ein richtig guter Roadmovie bei rausgekommen. Zum Glück legt die Geschichte in der zweiten Hälfte aber ordentlich zu und macht aus „Mitfahrgelegenheit“ doch noch ein kurzweiliges Erstlingswerk. Die Blu-ray hinterlässt technisch leider auch nur gemischte Gefühle, doch immerhin ist das Bonusmaterial sehr gut.

Bild – 6/10
Ton – 4/10
Bonus - 8/10
Film – 6,5/10


[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Sunfilm zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]


Interview mit dem Regisseur Alexander Schulz:



OnPSX: Hast du dich von der Community einmal komplett umstimmen lassen, obwohl du anderer Meinung warst?

Alexander Schulz: Nein, das war nicht nötig. Zum einen ist die Internetcommunity, die sich so sehr für Filme interessiert, dass sie aktiv an so einer Produktion mitarbeitet, natürlich nicht dumm. Die Diskussionen und Entscheidungen die bei Votings etc. herauskamen, hatten also immer Hand und Fuß. Und zum anderen war ja auch das Angebot, aus dem der User auswählen konnte, meistens auf sinnvolle Alternativen begrenzt.

Wie schwer war es, einen Verleiher für solch ein ungewöhnliches Projekt zu finden? Habt ihr viele Klingeln putzen müssen?

Man muss zwischen den Worten „Verleih“ und „Vertrieb“ unterscheiden. Der Verleih kümmert sich um die Kinoauswertung, der Vertrieb um das „Heimkino-Release“. Einen Verleih haben wir trotz einigen Suchens nicht gefunden, weshalb wir den Film im eigen-Verleih in einige Programmkinos in Deutschland gebracht haben. Dafür gab es zwei Gründe: Der Hauptgrund ist, dass ein Verleih schon von Anfang an im Boot sein will und es nicht sonderlich beliebt ist, den einen fertigen Film zu präsentieren. Der zweite Grund ist, dass der Film nun mal eher ein Programmkinofilm ist, und sich diese Sparte Aufgrund geringer Einnahmen sowieso keiner großen Beliebtheit erfreut (Zumal wir keine Filmförderung bekamen). Beim Vertrieb hatten wir mehr Glück und hatten relativ schnell über Uwe Boll (ja genau, DER Uwe Boll), dem der Film ganz gut gefallen hatte, den Kontakt zu Los Banditos bzw. Sunfilm bekommen.

Gab es Probleme mit örtlichen Behörden? Ihr hatten doch sicher keine Drehgenehmigungen.

Nur in Deutschland. Schon am zweiten Drehtag fragte uns ein Fahrlehrer (!) mitten auf einem normalen Fußweg, ob wir denn eine Drehgenehmigung hätten und dass er sonst die Polizei rufen würde. Aber in allen anderen Ländern gab es trotz fehlender Drehgenehmigung überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, die Leute waren immer sehr hilfsbereit!

Wenn man sich den Film anschaut, fällt immer mal wieder auf, dass das Bild in der Helligkeit schwankt. Wie schwer waren die Lichtverhältnisse während des Drehs unter Kontrolle zu bringen?

Beim Lichtsetzen gab es zwei Probleme: Man brauch Beleuchtung und viel Strom. Erstere ist sperrig und sehr teuer, letzteres ist bei so einem Dreh einfach nicht vorhanden. Wir mussten also mit normalen 100 Watt Glühbirnen, Reflektoren bzw. dem vorhandenen Licht beleuchten. Das schlägt sich natürlich auch in der Bildqualität nieder.

Was waren allgemein die größten Probleme? In euren Tagebuch hast du z.B. auch von einem Raubüberfall gesprochen.

Bei diesem Überfall wurden uns ein Navi, ein Laptop, Geld und noch diverse andere Dinge geklaut – mitten auf einem französischen, stark besuchten Rastplatz. Und das obwohl zwei Teammitglieder im Auto geschlafen habe. Aber die größten Probleme waren eher drehtechnischer Natur: Vier Mann (von denen einer immer die Autos bewachen musste) sind als Produktionsteam einfach sehr wenig. Außerdem war die Akustik immer sehr problematisch, da wir ja keine Straßen oder ähnliches absperren konnten. Wir mussten die Dreharbeiten also ständig wegen vorbeifahrender Autos etc. unterbrechen. Und ein weiteres großes Problem ist wie bei jeder Produktion der große Zeitdruck. Wir haben den Film zwar letztendlich in nur ca. 24 Tagen abschließen können, aber das weiß man ja vorher nicht und ist also immer unter Stress und Anspannung.


Wie war das Zusammenleben zu sechst in einem Wohnmobil und Caravan?

Seltsamerweise vollkommen unproblematisch! Wir haben alle von der Einstellung her super zueinander gepasst und es gab nie größere Streits. Durch die viele Arbeit und den Zeitdruck war dafür sowieso keine Zeit, so dass jeder jederzeit gezwungen war, sich am Riemen zu reißen. Wenn man das Team vorher mit Bedacht auswählt, kann ich diese Art des Filme-machens nur weiter empfehlen!

Darf man fragen, wie hoch euer Budget war, bzw. was der Film gekostet hat?

Wir haben die Dreharbeiten komplett selber finanziert und an Sponsoring nur ein paar materielle Dinge, wie zum Beispiel die Klamotten der Darsteller, bekommen. Letztendlich waren die finalen Kosten irgendeine Summe zwischen 10.000 – 20.000 Euro. Für einen Spielfilm natürlich ein verschwindend geringes Budget, für uns als Privatpersonen aber ein ganz schöner Batzen

Wie zufrieden bist du letzten Endes mit dem Ergebnis? Was ärgert dich noch in der Finalen Fassung und was hättest du im Nachhinein anders gemacht, wenn du mehr Zeit gehabt hättest?

Filme kranken immer am Drehbuch und das ist auch der Hauptpunkt, den ich im Nachhinein ändern würde. Nicht von der Gesamthandlung, aber in Bezug auf bestimmte Szenen. Ich hatte damals kaum Drehbuch und wenn dann auch nur Kurzfilmerfahrung, außerdem hatte ich für das Script nur ca. 4 Monate Zeit. Für einen 90minüter ist das fast gar nichts. Zudem erlaubten die ungewissen Produktionsbedingungen keine großen Sprünge beim Konzeptionieren der Szenen. Im Nachhinein würde ich also gerne viele Dialogszenen, besonders in der ersten Hälfte, durch mehr Handlungsszenen ersetzen. Außerdem würde ich die Geschichte noch viel mehr „over-the-top“ schreiben.

Du kannst auch gerne noch ein paar Worte zu unserem Review sagen.

Nur ein Wort zum Bild: Der Film lief in den Kinos in einer anderen, realistischeren Farbkorrektur. Die war auf der einen Seite zwar untersättigter als die jetzige, entsprach aber mehr dem Originalmaterial, weshalb da viele der jetzigen Probleme nicht vorhanden waren. Der Vertrieb entschied sich aus nachvollziehbaren, verkaufstechnischen Gründen für eine neue, knalligere Farbkorrektur, die mehr einer Sommerkomödie entspricht. Daraus resultieren die übersättigten Farben und hohen Kontraste, allerdings auch die offensichtlich gewordenen Bildprobleme. Die „Beleuchtungsprobleme“ sind also in einigen Fällen nicht auf unsere Setbeleuchtung, sondern auf die neue Farbkorrektur zurückzuführen.

Einige werden sicher noch anno nym alias Alexander kennen, welcher mich bei OnPSX in Sachen Filmreviews immer wieder unterstützt hat. Letztendlich hat er es immerhin auf um die 70 Filmreviews geschafft. Alex schreibt allerdings nicht nur über Filme, sondern dreht selbige auch. Nach Kurzfilmen wie „Perspektive“, „Ein Leben“ oder „Endzeit“ wagte er sich 2007 mit seinem Team an seinen ersten Abendfüllenden Spielfilm, welcher von Sunfilm nun in den Handel gebracht wird. Besonders interessant dabei ist, dass eine lebhafte Community während der Entstehung mitentscheiden konnte. Sprich, es handelt sich bei „Mitfahrgelegenheit“ um den ersten deutschen Web 2.0 Film.

Originaltitel: Mitfahrgelegenheit
Regie: Alexander Schulz
Darsteller: Matthias Dietrich, Martin Kaps
Laufzeit: 88
FSK: 12
Ton: Stereo 2.0 (Deutsch)
Untertitel: -
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 1,85:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2007
Erschienen: 09.07.2010
Vertrieb: Sunfilm
Preis: 20€

Film:
Frank (Matthias Dietrich) ist verliebt, hat aber das Problem, dass sich die glückliche zum studieren auf nach Spanien gemacht hat. Er will sie spontan besuchen, doch leider schaut es mit der Kohle nicht so gut aus und Frank ist auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen. Diese findet er mit Thomas (Martin Kaps), welcher mit seinem Camper ebenfalls auf dem Weg nach Spanien ist.

Die Charakterkombi kommt recht gegensätzlich daher, was weniger neu aber dafür bewährt ist. Thomas ist ein Draufgänger der in den Tag hineinlebt und dem es egal ist, was morgen wird. Frank dagegen benimmt sich stets vernünftig, hat ein geregeltes Leben und nach seinem Studium eine sichere Zukunft. Somit wäre genügend Stoff für hitzige Konfrontationen gegeben, doch leider schafft es das Drehbuch anfangs nicht, das Potential auszuschöpfen. Die Kennlernphase der Beiden zieht sich ziemlich und kommt dank oberflächlicher Fragen von Thomas an Frank nicht so recht in die Gänge, zumal Frank den Fragen auch noch ausweicht. Bei solchen klischeehaften Charakterzeichnungen kommt es natürlich auch mal zum Streit, welcher aber nie irgendwelche Konsequenzen nach sich zieht, bzw. Einfluss auf die Geschichte hat.

In der zweiten Hälfte wird die Erzählweise aber straffer, die Dialoge besser und die Story interessanter und abenteuerlicher. Da steht die Suche nach Franks geliebter Mercedes fast hinten an. Ebenfalls besser werden auch die einzelnen Szenen in ihrem Aufbau. Man merkt, wie das Team im Laufe der Zeit gewachsen ist und die Anschluss- und Logikfehler immer mehr abnehmen. Über einige Logikfehler kann man letztendlich aber nicht hinwegsehen.

Sehr positiv ist auf der anderen Seite der Soundtrack, welcher mit teils wirklich passenden Songs daherkommt. So kommen aus dem Autoradio Bands wie Clueso, Yellow Umbrella, die Ohrbooten und viele mehr. Ebenfalls positiv sind die beiden Hauptdarsteller, welche sehr gut aufgelegt agieren, wobei man immer irgendwie das Gefühl hat, dass beide zu mehr im Stande gewesen wären.

Bild:
Optisch hat der Film mit einigen Problemen zu kämpfen. Zwar wurde mit einer 1080p Kamera gedreht, doch die Schärfe schwankt von dürftig bis gut, wie auch die Farbwiedergabe. Es gibt Szenen die leuchten wirklich fabelhaft, wobei es bei einigen Einstellungen mit der Sättigung auch zu viel des guten ist. Dann gibt es aber auch wieder Szenen, welche etwas zu Farbarm daherkommen. Einige Kontrast- und Helligkeitsdefizite gibt es bei „Mitfahrgelegenheit“ ebenfalls. In Anbetracht der benutzten Technik kann man darüber aber hinwegsehen.

Ton:
Man merkt, dass die technischen Möglichkeiten recht begrenzt waren. So gibt es viele Umgebungsgeräusche, welche schon den einen oder anderen Dialog stören, bzw. übertönen. Auch ist der Dialog teils etwas zu weit weg vom Kamerageschehen. Musikalisch wird bei „Mitfahrgelegenheit“ viel Abwechslung geboten, doch werden die Songs zu oft zu abrupt abgebrochen oder gewechselt. Leider gibt es auch selten Szenen, wo Dialoge mit Songs im Hintergrund abgemischt wurden.

Bonus:
Herzstück der Blu-ray sind zum einen der Audiokommentar und zum anderen der Videopodcast, welcher die komplette Produktion von Anfang bis Ende begleitet. Beide sind sehr gut gemacht und bieten reichlich Infos über den Dreh wie Pannen, Filmfehler und das Filmemachen im allgemeinen. Witzig und kurzweilig ist das alles auch noch. Des Weiteren gibt es noch ein Making Of, was man sich hätte sparen können, da es nur ein längerer Trailer geworden ist. Den eigentlichen Trailer, sowie ein paar Setfotos gibt es auf der Blu-ray ebenfalls noch zu sehen, wie auch ein paar Probeaufnahmen mit den Darstellern. Gegen eine Flatschenallergie hilft übrigens das Wendecover der Veröffentlichung. Negativ ist aber anzumerken, dass es während des Filmes kein PopUp Menu gibt. Zudem geht zumindest die Playstation 3 nach dem Abspann zurück ins XMB und nicht in das Hauptmenu der Blu-ray.

FAZIT:
„Mitfahrgelegenheit“ beginnt etwas schleppend und am Ende hat man das Gefühl, dass mehr drinnen gewesen wäre. Hätte man die erste Hälfte nicht so langatmig inszeniert und nicht mit meist oberflächlichen Palaver abgehandelt, wäre ein richtig guter Roadmovie bei rausgekommen. Zum Glück legt die Geschichte in der zweiten Hälfte aber ordentlich zu und macht aus „Mitfahrgelegenheit“ doch noch ein kurzweiliges Erstlingswerk. Die Blu-ray hinterlässt technisch leider auch nur gemischte Gefühle, doch immerhin ist das Bonusmaterial sehr gut.

Bild – 6/10
Ton – 4/10
Bonus - 8/10
Film – 6,5/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Sunfilm zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Interview

OnPSX: Hast du dich von der Community einmal komplett umstimmen lassen, obwohl du anderer Meinung warst?

Alexander Schulz: Nein, das war nicht nötig. Zum einen ist die Internetcommunity, die sich so sehr für Filme interessiert, dass sie aktiv an so einer Produktion mitarbeitet, natürlich nicht dumm. Die Diskussionen und Entscheidungen die bei Votings etc. herauskamen, hatten also immer Hand und Fuß. Und zum anderen war ja auch das Angebot, aus dem der User auswählen konnte, meistens auf sinnvolle Alternativen begrenzt.

OnPSX: Wie schwer war es, einen Verleiher für solch ein ungewöhnliches Projekt zu finden? Habt ihr viele Klingeln putzen müssen?

AS: Man muss zwischen den Worten „Verleih“ und „Vertrieb“ unterscheiden. Der Verleih kümmert sich um die Kinoauswertung, der Vertrieb um das „Heimkino-Release“. Einen Verleih haben wir trotz einigen Suchens nicht gefunden, weshalb wir den Film im eigen-Verleih in einige Programmkinos in Deutschland gebracht haben. Dafür gab es zwei Gründe: Der Hauptgrund ist, dass ein Verleih schon von Anfang an im Boot sein will und es nicht sonderlich beliebt ist, den einen fertigen Film zu präsentieren. Der zweite Grund ist, dass der Film nun mal eher ein Programmkinofilm ist, und sich diese Sparte Aufgrund geringer Einnahmen sowieso keiner großen Beliebtheit erfreut (Zumal wir keine Filmförderung bekamen). Beim Vertrieb hatten wir mehr Glück und hatten relativ schnell über Uwe Boll (ja genau, DER Uwe Boll), dem der Film ganz gut gefallen hatte, den Kontakt zu Los Banditos bzw. Sunfilm bekommen.

OnPSX: Gab es Probleme mit örtlichen Behörden? Ihr hatten doch sicher keine Drehgenehmigungen.

AS: Nur in Deutschland. Schon am zweiten Drehtag fragte uns ein Fahrlehrer (!) mitten auf einem normalen Fußweg, ob wir denn eine Drehgenehmigung hätten und dass er sonst die Polizei rufen würde. Aber in allen anderen Ländern gab es trotz fehlender Drehgenehmigung überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, die Leute waren immer sehr hilfsbereit!

OnPSX: Wenn man sich den Film anschaut, fällt immer mal wieder auf, dass das Bild in der Helligkeit schwankt. Wie schwer waren die Lichtverhältnisse während des Drehs unter Kontrolle zu bringen?

AS: Beim Lichtsetzen gab es zwei Probleme: Man brauch Beleuchtung und viel Strom. Erstere ist sperrig und sehr teuer, letzteres ist bei so einem Dreh einfach nicht vorhanden. Wir mussten also mit normalen 100 Watt Glühbirnen, Reflektoren bzw. dem vorhandenen Licht beleuchten. Das schlägt sich natürlich auch in der Bildqualität nieder.

OnPSX: Was waren allgemein die größten Probleme? In euren Tagebuch hast du z.B. auch von einem Raubüberfall gesprochen.

AS: Bei diesem Überfall wurden uns ein Navi, ein Laptop, Geld und noch diverse andere Dinge geklaut – mitten auf einem französischen, stark besuchten Rastplatz. Und das obwohl zwei Teammitglieder im Auto geschlafen habe. Aber die größten Probleme waren eher drehtechnischer Natur: Vier Mann (von denen einer immer die Autos bewachen musste) sind als Produktionsteam einfach sehr wenig. Außerdem war die Akustik immer sehr problematisch, da wir ja keine Straßen oder ähnliches absperren konnten. Wir mussten die Dreharbeiten also ständig wegen vorbeifahrender Autos etc. unterbrechen. Und ein weiteres großes Problem ist wie bei jeder Produktion der große Zeitdruck. Wir haben den Film zwar letztendlich in nur ca. 24 Tagen abschließen können, aber das weiß man ja vorher nicht und ist also immer unter Stress und Anspannung.

OnPSX: Wie war das Zusammenleben zu sechst in einem Wohnmobil und Caravan?

AS: Seltsamerweise vollkommen unproblematisch! Wir haben alle von der Einstellung her super zueinander gepasst und es gab nie größere Streits. Durch die viele Arbeit und den Zeitdruck war dafür sowieso keine Zeit, so dass jeder jederzeit gezwungen war, sich am Riemen zu reißen. Wenn man das Team vorher mit Bedacht auswählt, kann ich diese Art des Filme-machens nur weiter empfehlen!

OnPSX: Darf man fragen, wie hoch euer Budget war, bzw. was der Film gekostet hat?

AS: Wir haben die Dreharbeiten komplett selber finanziert und an Sponsoring nur ein paar materielle Dinge, wie zum Beispiel die Klamotten der Darsteller, bekommen. Letztendlich waren die finalen Kosten irgendeine Summe zwischen 10.000 – 20.000 Euro. Für einen Spielfilm natürlich ein verschwindend geringes Budget, für uns als Privatpersonen aber ein ganz schöner Batzen

OnPSX: Wie zufrieden bist du letzten Endes mit dem Ergebnis? Was ärgert dich noch in der Finalen Fassung und was hättest du im Nachhinein anders gemacht, wenn du mehr Zeit gehabt hättest?

AS: Filme kranken immer am Drehbuch und das ist auch der Hauptpunkt, den ich im Nachhinein ändern würde. Nicht von der Gesamthandlung, aber in Bezug auf bestimmte Szenen. Ich hatte damals kaum Drehbuch und wenn dann auch nur Kurzfilmerfahrung, außerdem hatte ich für das Script nur ca. 4 Monate Zeit. Für einen 90minüter ist das fast gar nichts. Zudem erlaubten die ungewissen Produktionsbedingungen keine großen Sprünge beim Konzeptionieren der Szenen. Im Nachhinein würde ich also gerne viele Dialogszenen, besonders in der ersten Hälfte, durch mehr Handlungsszenen ersetzen. Außerdem würde ich die Geschichte noch viel mehr „over-the-top“ schreiben.

OnPSX: Du kannst auch gerne noch ein paar Worte zu unserem Review sagen.

AS: Nur ein Wort zum Bild: Der Film lief in den Kinos in einer anderen, realistischeren Farbkorrektur. Die war auf der einen Seite zwar untersättigter als die jetzige, entsprach aber mehr dem Originalmaterial, weshalb da viele der jetzigen Probleme nicht vorhanden waren. Der Vertrieb entschied sich aus nachvollziehbaren, verkaufstechnischen Gründen für eine neue, knalligere Farbkorrektur, die mehr einer Sommerkomödie entspricht. Daraus resultieren die übersättigten Farben und hohen Kontraste, allerdings auch die offensichtlich gewordenen Bildprobleme. Die „Beleuchtungsprobleme“ sind also in einigen Fällen nicht auf unsere Setbeleuchtung, sondern auf die neue Farbkorrektur zurückzuführen.

Gewinnspiel

Dank XXXXXXXX, ist es uns wieder einmal möglich XXXXXX an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird eine der DVD/Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.

1.
a)
b)
c)

2.
a)
b)
c)

Schick die hoffentlich richtige Antwort inkl. Eurer Adresse bitte an: shagy [et] onpsx.de

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.net bekannt gegeben.

Einsendeschluss ist der XXXXX.
 

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