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Citizen Kane

Es gab viele Filme, welche ihre Zeit weit voraus waren. Allen voran die zwei Klassiker "Metropolis" von Fritz Lang und "Citizen Kane" von Orson Welles. Ohne diese Filme, wäre das Science Fiction, bzw. Erzählkino nicht das, was es heute ist. Bemerkenswert, da beide Filme damals gnadenlos beim Publikum durchfielen. Mittlerweile zählt "Citizen Kane" mit zu den wichtigsten Filmen aller Zeiten. Viele gehen sogar so weit, dass Orson Welles Film all das beinhaltet, was heutzutage einen Film ausmacht. Was macht "Citizen Kane" nun so bemerkenswert?

Originaltitel: Citizen Kane
Regie: Orson Welles
Darsteller: Orson Welles, Joseph Cotten, Dorothy Comingore, Agnes Moorehead, Ruth Warrick, Ray Collins, Erskine Sanford, Everett Sloane
Laufzeit: 119
FSK: 12
Ton: dts-HD MA 1.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 1,33:1 (1080p)
Produktion: 1941
Erschienen: 20.12.2013
Vertrieb: Studio Canal
Preis: 15€

Film:
Mit Charles Foster Kane (Orson Welles) ist einer der bedeutendste Zeitungsmogule seiner Zeit verstorben und es liegt nun an den Reporter Thomson einen Kurzfilm üben Kane zu drehen. „Citizen Kane“ fängt nun mit einer Art Wochenschau an, die das öffentliche Leben der Hauptperson näher beleuchtet und sich als Rohfassung des Kurzfilmes entpuppt. Nach dem ersten Sichten der Rohfassung fällt dem Produzenten allerdings auf, dass dem Kurzfilm noch ein passender Aufhänger fehlt und der jetzige Film nur lieblos Kane seine Lebensstationen runterspult. Da fällt Reporter Thomson das letzte Wort aus Kane's Mund ein: „Rosebud“ (zu dt. Rosenknospe). Nun macht sich Thomson auf und klappert alle Personen ab, mit denen Kane in seinem Leben näher zu tun hatte. Dabei trifft er Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen zu Kane und erfährt immer mehr über das eigentliche Leben hinter der Person des Zeitungsmogul. Für die einen war er ein Held, für die anderen Machtbesessen.

 

Orson Welles erhielt vom Produzenten RKO völlige künstlerische Freiheit, was man dem Film auch von vorn bis hinten ansieht. Hätte es seitens RKO Restriktionen gegeben, wäre wohl kein solch innovativer Film entstanden. Vor allem die Kameraarbeit widersetzte sich damaligen Sehgewohnheiten und bestand größtenteils aus Weitwinkelaufnahmen, welche den vorn platzierten Hauptdarsteller übergroß erschienen ließ. Zudem passten sich die Einstellungen auch den Charakteren an und zeigten mächtige Personen aus einer Untersicht, während schwächere von oben herab gefilmt wurden. Zudem verfügt „Citzen Kane“ meist über sehr lange Einstellungen mit wenigen Schnitten und viele Spiegeleffekte.

Eine weitere Innovation stellte die Erzählweise dar. Der Film umfasst zirka 40 Jahre im Leben von Kane, was anhand von Rückblenden und vielen Zeitsprüngen innerhalb des Filmes erzählt wird. Auch findet man diese Zeitsprünge in einer Szene oder bei heutzutage gewohnten Überblendungen wie z.B. von einem Foto zu einer realen Szene. Dabei sind auch die Masken der Darsteller ziemlich detailliert und sehr gelungen. Unterstützt wird die Erzählweise von der Tonabmischung. Damals war es z.B. nicht gerade üblich, dass Darsteller von einer anderen Person mitten im Satz unterbrochen wurden.

Aus heutiger Sicht wirkt das alles dennoch etwas altbacken und teilweise auch etwas steif, doch wenn man sich 70 Jahre zurückversetzt, brach „Citizen Kane“ mit so ziemlich allen Gewohnheiten des Kinos getreu Orson Welles Moto: „Das Kino ist noch sehr jung, und es wäre einfach lächerlich, wenn es einem nicht gelänge, ihm ein paar neue Seiten abzugewinnen.“. Zum Glück gibt es noch heute Regisseure wie Darren Aronofsky, Christopher Nolan, die Coen Brüdern und Alejandro González Iñárritu welche sich diesem Moto annehmen und auch heutzutage unsere Sehgewohnheiten immer wieder auf die Probe stellen.

 

Bild:
Das Bild der deutschen Veröffentlichung muss sich leider gegen das US Release von Warner geschlagen geben. So ist die deutsche Abtastung zu hell geraten und neigt zum Überstrahlen, was einige Details schluckt. Demzufolge kann auch der Kontrast nicht ganz überzeugen. Die Schärfe ist dagegen für solch einen alten Titel auf einem guten Niveau und liegt im direkten Vergleich nur knapp hinter der US Scheibe.

Ton:
Auch der Ton kann nicht mit dem US Ton mithalten, wofür allerdings Studio Canal nicht viel kann, da die deutsche Synchronisation damals schon ziemlich verhunzt war. So wurden Musikstücke weggelassen oder einfach gegen andere ausgetauscht. Technisch allerdings gibt es für bei solch einem alten Film nichts groß zu beanstanden. 

Extras:
An Extras hat man sich nicht lumpen lassen und mit „The Battle Over Citizen Kane“ (ca. 100min), sowie „Orson Welles – The One Man Band“ (ca. 80min) schafften es zwei lange und interessante Dokumentationen auf die Disc. Bei „The Battle ...“ geht es um den Kampf des realen Zeitungsmogul William Randolph Hearst, welcher den Film aufgrund von Parallelen zu sich selbst vernichten wollte. So hagelte es in seinen Blättern nur negative Kritiken was auch einen gewissen erfolg brachte. „Citizen Kane“ ist gefloppt. In der Doku „The One Man Band“ gibt es Einblicke in unvollendete Projekte von Orson Welles. Zudem gibt es einen interessanten Audiokommentar vom Filmhistoriker Prof. Dr. Thomas Koebner. Des Weiteren gibt es noch Dokumente, welche die Kosten für den Film sehr detailliert aufschlüsseln, was recht interessant ist. Abgerundet wird alles durch den Original Trailer, sowie eine Fotogalerie. Ein Wendecover darf natürlich nicht fehlen und es findet sich sogar ein 16-seitiges Booklet in der Veröffentlichung.

 

FAZIT:
"Citizen Kane" zu bewerten fällt nicht leicht, da einem immer das Gefühl ereilt, alles schon mal (besser) gesehen zu haben. Aber genau das macht den Film so genial. All das, was einen guten Film ausmacht, hat "Citizen Kane" erst hervorgebracht, bzw. vieles erstmals zusammengebracht. Und das vor bereits 70 Jahren! Solch einen Fokus auf die verschachtelte Erzählweise, die gekonnten Kamerawinkel, die Vertonung und die Beleuchtung gab es so vorher in noch keinem Film. Wer Filme nur konsumiert, wird heutzutage nicht viel von „Citzen Kane“ halten, aber Filmenthusiasten, welche sich mit den Anfängen des Kinos vertraut machen möchten, ist der Film ein absolutes muss! Man sollte sich nur bewusst werden, dass Orson Welles Werk über 70 Jahre alt ist.

Bild – 5/10
Ton – 4/10
Extras – 9/10
Film - Filmgeschichte

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Studio Canal zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber.

 

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