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Sicario

Gute Filme über Drogenkartelle sind nicht nur selten, sondern auch selten gut. Der letzte wirkliche gute Film über das Thema ist mit “Traffic - Macht des Kartells” gute 15 Jahre alt, da neuere Produktionen wie z.B. “Savages” einfach nur überdrehte möchtegern Tarantinos sind. Nun schickt sich Denis Villeneuve an, welcher bisher mit verschiedener Genrekost wie “Prisoners” und “Enemy” auf sich aufmerksam gemacht hat, das Genre wieder auf den rechten Weg zu bringen.

Originaltitel: Sicario
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Emily Blunt, Josh Brolin, Jon Bernthal, Benicio Del Toro, Jeffrey Donovan, Raoul Trujillo, Sarah Minnich
Laufzeit: 121
FSK: 16
Ton: Dolby Atmos (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,40:1 (1080p)
Produktion: 2015
Erschienen: 04.02.2016
Vertrieb: Studio Canal
Preis: 15€

Film:
Bei einem S.W.A.T. Einsatz in Phoenix kommt es zu einem abscheulichen Fund. In einem Wohnhaus werden über 40 Leichen gefunden, welche in den Wänden versteckt wurden. Hinzu kommt, dass das FBI in eine Falle tappt und unbeabsichtigt eine Bombe auf dem Grundstück hochgeht, was ein paar Tote und Verletzte zur Folge hat. Mitglied der Einheit ist unter anderem Kate Macer (Emily Blunt), welche anschließend zum Geheimdienstmitarbeiter Matt Graver (Josh Brolin) beordert wird. Dieser schlägt Macer und ihrem Kollegen Reggie (Daniel Kaluuya) vor, die Wurzel allen Übels direkt anzugreifen und den Kampf gegen die Drogen an vorderster Front zu bekämpfen. Neugierig, aber etwas blauäugig willig Graver ein und sitzt schon bald mit dem zwielichtigen Agenten Alejandro (Benicio Del Toro) im Auto auf dem Weg nach Juárez. Dort angekommen wird ohne rechtliche Grundlage dem Geheimdienst ein mexikanischer Gansterboss ausgehändigt, der die Truppe zu einem hochrangigen Drogenboss führen soll. Allerdings gerät man schnell in einen Hinterhalt und auch sonst warten reichlich Probleme …

 

Gleich der Anfang gibt die Richtung vor. In ruhigen Kamerafahrten und einem wirklich genialem Soundtrack wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der fast durchgängig bis zum Schluss hält. Der Kameramann Roger Deakins lässt sich dabei von keinem Schusswechsel und keiner Actionszene aus der Ruhe bringen und fängt dabei grandiose Bilder ein, welcher jeder Hektik trotzen. Besonders, wo der Gangsterboss aus Juárez rausgeholt wird, ist mit das spannendste und perfekt inszeniertteste Stück Filmsequenz der letzten Jahre.

Leider leistet sich der Film abseits der audiovisuellen Perfektion einige Fehler. So ist die Story nicht wirklich neu und eine typische Harte Männer Show, wo sich eine Frau beweisen muss. Zudem sind die Charaktere durchweg sehr klischeebehaftet und geben allerlei teils sinnfreie One-Liner zum Besten. Immerhin kommt der Grund der Rekrutierung von Kate Macer ziemlich trocken und cool rüber. Zum Glück bekommt Emily Blunts Figur im Laufe des Filmes aber doch noch ein paar Konturen. So bekommt sie Zweifel an der ganzen Aktion, wo ein unterscheiden zwischen Gut und Böse verschwimmt und kaum mehr zu unterscheiden ist. Vor allem der undurchsichtige Alejandro lässt bis zum Schluss alles im Dunkeln.

 

Bild:
Die Schärfe der Bilder ist auf einem hohem Niveau und punktet vor allem in den Nahaufnahmen. Aber auch die Weitwinkelaufnahmen wissen durch ihre Tiefe zu gefallen. Zudem stimmt auch der Kontrast und überzeugt mit tollen Werten. Von den Farben her, orientierte man sich an den Locations. Während auf amerikanischer Seite alles in monotonem braun gehalten ist, flimmert die Luft in Mexiko gelblich, während der letzte Part durch Nachtsichtgeräte stilistisch und technisch etwas aus dem Rahmen fällt.

Ton:
Da “Sicario” in Bester Tonschnitt und Beste Filmmusik bei den Oscars nominiert ist, ist die Erwartungshaltung natürlich größer als sonst. Und während viele andere Studios den Ton ihrer Veröffentlichungen auf DD 5.1 runter ziehen, gibt Studio Canal seinen Fans alles und presst einen deutschen Dolby Atmos Mix auf die Scheibe. Leider fehlt uns das technische Equipment für Dolby Atmos, doch auch ohne die entsprechende Technik hört sich der Sound grandios an. Der bedrohliche und stetig präsente Soundtrack (welcher stark an “Der weiße Hai” erinnert) trägt ungemein zur Stimmung bei und wird durch klasse Soundeffekte grandios unterstützt. Besonders sei hier der Anfang des dritten Kapitels erwähnt, wo ein Hubschrauber über die Szenarie fliegt. Wow!

Bonus:
Auf der Disc befinden sich vier Features, welche die ganze Produktion abdecken. Man erfährt ein wenig über das visuelle Design (ca. 16min), die Figuren und Darsteller (ca. 14min), die Hintergründe von “Sicario” und den Drogenhandel (ca. 13min) und dem grandiosen Soundtrack (ca. 6min). Alles in allem erhält man ein paar gute Einblicke hinter die Kulissen, wenngleich es sich hier um Standard Kost handelt. Zudem gibt es noch vier Trailer aus dem Studio Canal Katalog.

 

FAZIT:
“Sicario” kommt durch die grandiose Kameraarbeit und den perfekten Sounderlebnis sehr spannend daher. Vor allem die drei Highlights des Filmes wissen durch ihre Inszenierung zu begeistern und zählen eindeutig zu den Höhepunkten des vergangenen Filmjahres. Leider krankt “Sicario” aber an etwas zu klischeebehafteten Charakteren und einer nicht gerade neuen Geschichte. Wer sich daran nicht stört, den erwartet jedoch ein packender Drogenthriller auf einer technisch hervorragenden Blu-ray.

Bild - 9/10
Ton - 10/10
Bonus - 6/10
Film – 8/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Studio Canal zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber im Forum.

 

 

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