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The Jungle Book

Disney hat einen Masterplan. Und zwar hat man sich vorgenommen, die alterwürdigen Zeichentrick Klassiker nach und nach als Realfilme neu in die Kinos zu bringen. Während für die Zukunft schon “Dumbo”, “Arielle” und “Die Schöne und das Biest” angekündigt wurden, haben es bereits “Cinderella” (unser Review zum Zeichentrickfilm) und “Maleficent” (Schneewitchen) erfolgreich in die Kinos geschafft. Aktuell steht jedoch der in Deutschland immer noch erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten im Mittelpunkt. Das Dschungelbuch! Ob der Realfilm (na ja, bis auf Mogli ist der Rest eigentlich CGI) nun mit dem unbeschwerten Original aus dem Jahre 1967 mithalten kann, klären wir in den folgenden Zeilen.

Originaltitel: The Jungle Book
Regie: Jon Favreau
dt. Stimmen: Armin Rohde, Joachim Król, Ben Becker, Heike Makatsch, Jessica Schwarz, Justus von Dohnányi, Christian Berkel
Laufzeit: 106
FSK: 6
Ton: dts-HD Master Audio 7.1 (Englisch), dts-HD 5.1 (Deutsch), dts 5.1 (Italienisch), DD 5.1 (Griechisch, Rumänisch), DD 2.0 (Audiokomentar)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Griechisch, Italienisch, Rumänisch
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 1,85:1 (1080p)
Produktion: 2016
Erschienen: 01.09.2016
Vertrieb: Buena Vista Home Entertainment
Preis: 18€

Film:
Mogli wurde als Baby von seinen Eltern im Dschungel getrennt und wuchs bei seiner Ziehmutter Raksha unter Wolfen auf. Als Mogli jedoch älter wurde und sich die Existenz des Menschenkindes herumgesprochen hat, wird die furchteinflößende Raubkatze Shir Khan auf den Jungen aufmerksam und versucht ihn zu töten. Und das aus gutem Grund, denn Shir Khan hat ziemlich schlechte Erfahrungen mit Menschen und deren “roter Blume” gemacht. Mogli konnte zwar die ersten Angriffe mit Hilfe seiner Wolfsfamilie überstehen, doch will er seine Familie nicht weiter in Gefahr bringen und macht sich mit seinem Freund und Beschützer Baghira auf, den Dschungel zu verlassen, um in einer Menschensiedlung ein neues Leben zu beginnen. Auf dem langen Weg trifft Mogli allerdings auf viele Bewohner des Dschungels, welche wie die Python Kaa oder der Affenkönig Louie nicht immer nur gutes im Sinn haben. Aber es gibt auch (mehr oder weniger) gute Seelen, wie Balu der Bär.

 

Regisseur Jon Favreau (“Iron Man”) geht bei der Realverfilmung jedoch einen anderen Weg als damals Wolfgang Reitherman (“101 Dalmatiner”). Denn während der Zeichentrickfilm bunt und leichtfüßig daherkam, wurde die Neuverfilmung auf düster und ernst getrimmt. Dies klingt erst mal schlimmer als es ist und führt neue Aspekte der Vorlage ans Licht. Zudem ist eine neue Herangehensweise vorbildlicher als eine bloße Kopie. Ohne jetzt groß zu spoilern sei gesagt, dass hier auch mal Weggefährten sterben und die Beweggründe einzelner Figuren abgeändert wurden, wodurch vieles realistischer/glaubwürdiger daherkommt. So ist King Louie ziemlich böse geworden und auch der gemütliche Balu hat anfangs ganz andere Beweggründe und ist viel selbstsüchtiger. Das düstere und ernste Setting steht des Stoff allerdings gut und wir gehen so weit, dass die FSK 6 Einstufung schon sehr gewagt ist. Damals im Kino fiel schon auf, dass einige Szenen etwas zu viel für die Kleinen sein könnten und Erwachsene immer wieder erklärten was passiert, bzw die Kleinen beruhigen mussten.

Doch es ist nicht alles gut gelungen. Während das Original mit gerade mal 78 Minuten kurz und knackig war, blähte man das “The Jungle Book” nun auf 106 Minuten auf. Während man die längere Laufzeit für eine tolle Einführung der Charaktere und das Leben im Wolfsrudel und Kennenlernen mit Balu nutzte, kommt es im Mittelteil zu einigen Längen in denen es Storytechnisch nicht vorran geht und man nur so viele Dschungelbewohner wie möglich abklappert. Ebenfalls nicht ganz logisch ist, warum einige Tiere sprechen können, andere wiederum nicht. Ein anderes Problem betrifft die deutsche Syncronisation des Filmes. Im Original hört man die Stimmen von Bill Murray als Balu, Ben Kingsley als Baghira, Idris Alba als Shir Khan (perfekt!), Christopher Walken als King Louie und Scarlett Johansson als Kaa (zum ersten Mal weiblich). Oft kommen auch die Charakterzüge der Sprecher durch, was besonders bei Balu und Baghira auffällt. Leider griff man hier nicht auf die bekannten deutschen Stimmen der Hollywood Stars zurück und wechselte auf bekannte deutsche Schauspieler, welche nicht immer passen und besonders fiese Gegenspieler etwas zahm wirken. Positiv dagegen kommt die technische Umsetzung daher, denn optisch ist “The Jungle Book” perfekt animiert und alles wirkt aus einem Guß. Leider wurde durch den realistischen Look die Mimik der Tiere zurückgeschraubt, was etwas steril wirken könnte.

 

Bild:
Der Film besteht bis auf Mogli und ein paar Requisiten aus Computergrafiken und bietet ein dementsprechend spektakuläres Bild. Die Tiere sind fabelhaft animiert und besitzen Unmengen an Details wie im Wind wiegende Haare. Aber auch sonst kann der Kontrast und die Farben vollends überzeugen. Dabei sind die Farben recht natürlich und ab und an auch etwas zurückhaltend.

Ton:
Und wieder gibt es hier nur einen deutschen dts-HD 5.1 Mix zu hören, während der englische Ton in dts-HD Master Audio 7.1 auf der Disc liegt. So langsam sollte man hier auch in der Zukunft ankommen! Zwar ist der deutsche Ton sehr gut gelungen und bietet eine schöne Feindetailwiedergabe, doch kommt der Originalton druckvoller daher. Zudem ist die deutsche Synchronisation nicht immer optimal.

Bonus:
Hier schaut es etwas mau aus und es fanden neben einem informativen Audiokommentar von Jon Favreau nur drei Features den Weg auf die Disc. Zum einen gibt es ein recht gutes und 35 Minuten langes Making Of, zum anderen gibt es das Casting von Mogli und ein gesondertes Making Of zum Song von King Louie in verschiedenen Entwicklungsstufen. Neben Trailern für die eigene Sache, gibt es wie von Disney gewohnt kein Wendecover.

 

FAZIT:
Ich hatte mich im Vorfeld wenig mit der Realverfilmung auseinander gesetzt und war damals im Kino etwas enttäuscht. Das lag weniger am gelungenen ernsten und düsteren Look, sondern eher daran, dass man anscheinend auf Gedeih und Verderb den Klassiker von 1967 zitieren wollte. So kommt es zu einigen Szenen, welche nicht ganz zum Look passen wollen. Vor allem der Song von King Louie passt so nicht mehr zum Auftreten der abgeänderten Figur und es kam einen generell so vor, als ob man alle Stationen des Trickfilmes auch hier abhaken möchte. Beim zweiten Sichten nun auf Blu-ray fand ich die Szenen nicht mehr ganz so schlimm und die Stärken des Filmes kamen besser zur Geltung. Alles in allem bin ich mit der Realverfilmung sehr zufrieden.

Bild - 10/10
Ton - 8,5/10
Bonus - 3/10
Film – 8/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Buena Vista Home Entertainment zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber im Forum.



 

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