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The Neon Demon

Nach seinem internationalen Durchbruch mit “Drive” hat sich der Name Nicolas Winding Refn zur einer Marke entwickelt, wie es bislang nur wenigen Regisseuren mit experimentellen Filmen gelang. Nach seinem Erfolg blieb er sich zudem treu und perfektionierte seinen Stil weiter. Münden tut dies nun im grotesken “Horror”drama “The Neon Demon”, welcher zum Ende hin extrem provokant die Zuschauer spalten wird.

Originaltitel: The Neon Demon
Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Elle Fanning, Keanu Reeves, Jena Malone, Christina Hendricks, Abbey Lee, Desmond Harrington, Jamie Clayton
Laufzeit: 113
FSK: 16
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: -
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1
Produktion: 2016
Erschienen: 27.10.2016
Vertrieb: Koch Media
Preis: 12€

Film:
Gleich vorweg, die Story rund um die 16-jährige Jesse könnte nicht klischeebehafteter daherkommen. Jesse kommt nach L.A. um eine Modelkarriere zu starten, welche nach einem Gespräch mit der Agenturchefin und folgendem Fotoshoot mit einem Starfotografen schnell ins Rollen kommt. Zudem freundet sie sich mit der Visagistin Ruby an, während zwei Kolleginnen Jesse eher als Konkurrenz sehen. Jesse ist aber nicht ganz auf sich allein gestellt, da ihr Freund Dean stets versucht sie zu beschützen.

 

Alles andere als normal ist dabei jedoch die Inszenierung. Hier hat sich Regisseur Nicolas Winding Refn wahrlich selbst übertroffen und hat das wohl durchgestyltetes Stück Film der letzten Jahre geschaffen. Zusammen mit dem Soundguru Cliff Martinez (u.a. “Drive”, “Only God Forgives”, “Spring Breakers”) und betörenden Farben im Neon Look wird man förmlich in die Welt eingesogen. Hier verschmelzen hypnotischer Elektro und rührselige Popsongs mit dem Look zu einer Einheit. Schon allein die Anfangsszene ist grandios. Hinzu kommen Einstellungen, welche man sich bedenkenlos an die Wand hängen könnte. Besonders, wenn es zu Modelshots kommt, ist der Artstyle bis zum letzten Detail durchdacht und treibt den perfektionismus der Branche auf die Spitze, wenn Models wie leblose Schaufensterpuppen in teils komplett weißen Räumen oder mit scharfen Kontrasten im Freien abstrakt inszeniert werden. Helmut Newton lässt grüßen!

Nach all der Lobhudelei gibt es aber auch einiges an “The Neon Demon” auszusetzen. Die Geschichte rund um das Model Dasein ist nicht nur einfach gehalten, sondern auch langatmig und zäh. Es passiert wirklich fast gar nichts und alles kommt viel zu simpel daher. Auch die Dialoge kommen hölzern und uninspiriert daher. Hier wurde der “Style over Substance” Aspekt deutlich übertrieben und Refn schafft es nicht, die knapp zwei Stunden sinnvoll zu füllen. Einzig die letzte halbe Stunde rettet die Story vor der Belanglosigkeit und somit den Film. Allerdings werden nicht alle mit dem Gezeigten klar kommen und sich womöglich anekeln, was aus “The Neon Demon” ein klassisches Beispiel für “lieben oder hassen” macht. Viele werden in "The Neon Demon" ein intellektuelles Meisterwerk sehen, andere wiederum verschwendete Zeit. Ist das nun Kunst oder belanglos?

 

Bild:
Ein optisch solch auf Perfektionismus getriebenes Werk darf sich hier natürlich keine Fehler erlauben und “The Neon Demon” leistet sich keine Schnitzer. Leider haben wir nur eine Promo DVD und keine Blu-ray erhalten, doch für DVD Verhältnisse ist das Bild gestochen scharf und bietet einen sehr plastischen Look. Auch die Farben sind für DVD Maßstäbe auf einem Referenzniveau. 

Ton:
Auch hier gibt sich die DVD auf Referenzniveau und leistet sich keine Schwächen. Der Soundtrack ist nicht nur äußerst präsent, sondern entscheidend und wichtig für den Film. Der Sub hat ordentlich zu tun und lässt ein stetig tiefes und bedrohliches brummen im Raum.

Bonus:
Neben einem kurzen Intro von Nicolas Winding Refn, findet sich noch ein Audiokommentar und ein Interview des Regisseurs auf der Disc. Zudem gibt es noch eine Bildergalerie, einen Teaser und den Trailer zu sehen. Zur Verpackung können wir dank Promo DVD nichts sagen.

 

FAZIT:
Konzentriert sich “The Neon Demon” in der ersten Hälfte storytechnisch auf ein etwas klischeebehaftetes Drama über das Modelbuisness mit perfektem Artstyle, kommt zum Ende hin wahrlich der Demon zum Vorschein und der Film verwandelt sich in einigen Szenen (inklusive Nekrophilie) zu einem Schocker, der wohl vielen auf den Magen schlagen wird. Zudem ist “The Neon Demon” viel weniger Film als so schon von Refn gewohnt und mehr ein groteskes Kunstobjekt aus Farben und treibender Musik, da die Geschichte nicht wirklich vorankommt, bzw. interessant ist. Einiges erinnert dabei zwar immer wieder an “Mullholand Drive” und lässt Nicolas Winding Refn zunehmends wie ein David Lynch der Neuzeit wirken, doch leider mit dem Unterschied, dass er es hier mit “Style over Substance” übertrieben hat. Für mich nach “Walhalla Rising” und “Only God Forgives” der schwächste Refn und letztendlich ein “lieben oder hassen” Film. Die einen werden Kunst schreien, die anderen sich gelangweilt abwenden.

Bild - 10/10
Ton - 10/10
Bonus - 5/10
Film – 7/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber im Forum.

 

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