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Die letzten beissen die Hunde

Regisseur Michael Cimino galt in den 1970er als eines der neuen Wunderkinder Hollywoods. Sein erfolgreiches Regiedebüts “Die letzten beissen die Hunde” und der gefeierte Film “Die durch die Hölle gehen” haben ihm alle Türen geöffnet. Leider verschwand er nach seinem damals gefloppten, doch heute in den Himmel gelobten fünfeinhalb Stunden Epos “Heavens Gate” (ebenfalls als Mediabook bei Capelight Pictures erhältlich) fast von der Bildfläche, da er mit seinem maßlos überteuerten Spätwestern sogar die Produktionsfirma United Artists ins verderben stürzte. Doch das ist eine andere Geschichte, denn hier geht es um das Roadmovie “Die letzten beissen die Hunde” mit Clint Eastwood und einem unglaublich jungen Jeff Bridges in der Hauptrolle.

Originaltitel: Thunderbolt and Lightfoot
Regie: Michael Cimino
Darsteller: Clint Eastwood, Jeff Bridges
Laufzeit: 115min
FSK: 16
Ton: Linear PCM 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1
Produktion: 1974
Erschienen: 23.03.2018
Vertrieb: Capelight Pictures
Preis: 20€


Film


Der untergetauchte Ganove Thunderbolt wird von seinen alten Komplizen aufgespürt und muss die Flucht ergreifen. Dabei läuft ihm der junger Lightfood über den Weg und rettet ihn. Nach anfänglicher Skepsis freunden sich beide schließlich an und planen einen neuen Coup. Das alles in Zusammenarbeit mit seinen alten Komplizen, welche notgedrungen sich breitschlagen lassen mitzumachen.

 

Roadmovies sind die konsequente Weiterführung des Westerns und wohl eines der amerikanisten Genre. Es geht um Freiheit, Selbstfindung und die Straße als Sinnbild für den Lebensweg. In den wirren des Vietnamkrieges sprossen etliche solcher Roadmovies aus dem Boden. Angefangen von Klassikern wie “Easy Rider” und “Fluchtpunkt San Francisco” über das Regiedebüt “Duell” von Steven Spielberg und Sam Peckinpahs grandiosen “The Gateway”. In die “Die letzten beissen die Hunde” kreuzen sich sprichwörtlich die Wege von Thunderbolt (Eastwood) und Lightfood (Bridges). Während sich der Taugenichts Lightfood von einem Kleinverbrechen zum nächsten hangelt, ist Thunderbolt bereits ein berüchtigter Bankräuber, der mit neuer Identität nur darauf wartet, die Beute seines letzten Raubzuges aus seinem Versteck zu fischen. Während Thunderbolt anfangs kein großes Interesse an einer Partnerschaft hat, lässt Lightfood jedoch nicht locker und beide freunden sich doch noch zunehmends an. Obwohl der Film im Prinzip nur mit Eastwood vermarktet wurde, ist Bridges im Film gleichwertig in Szene gesetzt und bekommt die gleiche Srceentime zugesprochen. Dies ist sehr zuträglich für die Chemie zwischen den Beiden, welche von der ersten Sekunde an stimmt. Während Bridges eher für die Leichtfüßigkeit und die Gags verantwortlich ist, gibt Eastwood eher den wortkargen, wenngleich er nie in in die Rollen seiner Westernausflüge oder “Dirty Harry” fällt.

“Die letzten beissen die Hunde” verkörpert dabei jedoch nicht nur typisches Roadmovie, sondern mischt gekonnt Buddy Comedy und Heist Movie dazu. Hinzu kommt eine wundervolle Bildsprache mit tollen Landschaftsaufnahmen in herrlichen Panoramen, welche jeden Western Ehre machen würde. Auf der anderen Seite ist die musikalische Untermalung jedoch leider nicht sehr eingängig und erinnerungswürdig. Zunehmend driftet die Bildsprache anschließend ins Urbane ab, wenn das Roadmovie in eine Heist Film übergeht und mehr Nahaufnahmen zu sehen sind. Hier kommen dann noch zwei weitere Figuren ins Spiel und es stehen auskundschaften der Örtlichkeiten und Planung des Raubes an vorderster Stelle, inklusiver absurd komischer vorgehensweisen.

 


Bild


Die Farben kommen recht natürlich daher und auch die Schärfe kann bei solch einem alten Film überzeugen. Hinzu kommt ein starkes, aber homogenes Filmkorn. Ab und an blitzt ein kleiner Filmfehler auf, doch kann man mit der Veröffentlichung sehr zufrieden sein.


Ton


Der Ton reißt keine Bäume aus und liegt in deutsch als auch in englisch als DD 2.0 Stereo Track auf der Disc. Technisch gibt es jedoch nicht viel zu beanstanden und alles ist klar verständlich.


Bonus


Das in Leinenoptik gehaltene Mediabook ist wie von Capelight gewohnt wieder wunderschön geworden und bietet ein informatives und lesenswertes 24-seitiges Booklet. Hinzu gesellt sich ein Audiokommentar von den Filmhistorikern Lem Dobbs, Julie Kirgo und Nick Redman, sowie der deutsche und englische Trailer. Abgerundet werden die Extras durch eine isolierte Tonspur mit der Filmmusik. Zudem liegt der Film auf DVD ebenfalls noch bei.

 


FAZIT:


Anfangs tat ich mich etwas schwer mit “Die letzten beissen die Hunde”, da mir der Buddy Comedy Anteil etwas zu groß war. Ich bin da eher ein Fan der ernsteren Filme wie zum Beispiel “The Gateway”. Im letzten Drittel nimmt der Film dann mit dem Raub noch mal fahrt auf und endet auf eine sehr befriedigende Weise, welche eines Roadmovies würdig ist. Im Mittelteil nimmt sich Cimino letztendlich zu viel Zeit und es kommt nichts weiter brauchbares bei rum, was die beiden Charaktere oder die Story weiter voranbringt. Hier geht es dann fast nur ums Sprücheklopfen. Auch sollte man sich an die damaligen Sehgewohnheiten anpassen, da diese natürlich nicht mehr aktuellen Standards entsprechen. Überzeugend ist neben dem Anfang und dem Ende aber auch die wundervolle Bildsprache und die technische Umsetzung der Blu-ray.

Bild - 6/10 
Ton - 9/10
Bonus - 6/10
Film – 7/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Capelight Pictures zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Diskutiert darüber im Forum.


 

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