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NBA 2K19
7. Oktober 2018

Die Veröffentlichung von NBA 2K18 hinterließ einen faden Beigeschmack in den Mündern vieler Zocker. Grund dafür war der extreme Einsatz von Microtransactions in fast jedem Modus. Und die Tatsache, dass die Entwickler im weiteren Verlauf des Jahres diesen Zustand nicht mehr verändert haben, zeigte, dass man all dies ganz ohne schlechtes Gewissen und durchaus bewusst veranlasst hat. Ob NBA 2K19 jedoch mit einem ähnlichen Kalkül entwickelt wurde, erfahrt ihr in unserem neusten Review.

NBA Showtime!

In Sachen Präsentation und Verwendung der Lizenz ist NBA 2K19 erneut das Maß aller Dinge. Angefangen vom modernen Look der Menüs, die inzwischen deutlich schneller reagieren als in den Jahren zuvor, bis hin zur umfangreichen Nutzung aller aktuellen NBA-Teams und Spieler in sämtlichen Modi. Hinzu kommen authentische Einspieler, Interviews mit NBA-Spielern, die während den Ladezeiten eingespielt werden, sowie kultige Klassik-Teams. Doch wie viele wissen, war die Präsentation noch nie eines der großen Probleme der 2K-Reihe. Stattdessen war es vor allem der Karriere-Modus, der in den letzten Jahren in Verruf geraten ist. Da war zum Beispiel die total übertriebene und trashige Story von Spike Lee oder das grausige Zusammenspiel von charakterlosen Protagonisten im vergangenen Jahr. Doch in diesem Jahr soll alles anders werden. Und zugegebenermaßen ist den Entwicklern dies auch gelungen.

„The Way Back“, so der diesjährige Name, führt euch als nicht gedrafteten Rookie zunächst in die chinesische Basketball-Liga. Ab hier beginnt eure Underdog-Geschichte, die euch über die G-League bis in die NBA führen wird. Umgarnt wird das Ganze durch eine solide Hintergrundgeschichte und interessanten Charakteren, die ein bisschen an die Protagonisten in den Story-Modi von EAs Sportspielen erinnert. Zwar wirken die Dialoge zwischen eurem Spieler und den Gastcharakteren oftmals etwas zu dramatisch und überspitzt, aber dennoch ist das Wechselspiel nicht halb so albern oder absurd wie in den vorherigen Teilen. Doch umso länger man spielt, desto weniger spielt die Geschichte später eine Rolle. Denn sobald man es in die NBA geschafft hat, beginnt der wahre Grind bzw. die wahre Schleiferei. Ob das mit oder ohne Microtransactions geschehen soll, liegt an euch. Zwar behauptet 2K, dass das Hochleveln eures Charakters in diesem Jahr etwas einfacher sein soll, aber dennoch hat es bei mir ziemlich lang gedauert, um genügend Erfahrungspunkte für den nächsten Levelaufstieg zu sammeln. Immerhin ist der Karriere-Alltag relativ spannend, was vor allem an den vielen Randaktivitäten liegt, die es allesamt in der „Neighborhood“ gibt. Hierbei handelt es sich um das Online-Portal von NBA 2K19, wo ihr euer digitales Alter Ego entweder im Fitnessstudio weiter verbessern könnt, oder eure Skills auf dem Streetball-Court mit anderen Zockern misst. Lobenswert ist die zentralisierte Struktur der Nachbarschaft, was bedeutet, dass man nicht mehr so lange Strecken zurücklegen muss wie noch im letzten Jahr, um sein Ziel zu erreichen. Schade ist jedoch die Tatsache, dass die eigene Konkurrenzfähigkeit auf dem Online-Parkett tatsächlich von eurem Level abhängt. Und da man relativ schnell auf viele 90er Spieler trifft, ist es zugegebenermaßen doch ziemlich schwer sich auf dem Court einen Namen zu machen. Alles in allem wirkt die „Nachbarschaft“ aber ein wenig ausgearbeiteter und nicht mehr ganz so schleppend wie im Vorjahr, was sich auch in den etwas kürzeren Ladezeiten widerspiegelt.

He is on FIRE

In Sachen Gameplay erwartet einem erneut die umfangreichste Simulation im Genre. Es gibt derart viele Moves, dass man selbst als Basketball-Interessierter schnell den Überblick verlieren kann. Glücklicherweise gibt es erneut ein hervorragendes Tutorial, wo man sein Wissen auffrischen kann. Und dies ist in diesem Jahr insbesondere deswegen so wichtig, da 2K nochmals kräftig an der KI der Verteidiger gearbeitet hat. Dies hat man unternommen, um simples Anrennen auf Dauer zu unterbinden. Dadurch wirkt das Vorgehen auf dem Court nun deutlich strategischer und nicht mehr so rasant wie früher. Während dies auf der einen Seite den echten Sport widerspiegelt, gestaltet das den Einstieg für Neuanfänger nun jedoch um ein vielfaches schwerer als zuvor - es sei denn man verringert den Schwierigkeitsgrad. Und dies ist natürlich immer die Gefahr bei Simulationen. Während Cracks die meisten Bewegungen bereits seit Jahren beherrschen, war selbst ich teilweise etwas überwältigt. Und das obwohl ich die vorherigen Teile allesamt gespielt habe. Es wäre cool, wenn 2K in Zukunft vielleicht noch eine Art Arcade-Modus bieten könnte, der dem Gameplay ein wenig die Komplexität nehmen könnte. Dennoch: Obwohl das Gameplay im Großen und Ganzen unberührt geblieben ist, gibt es hier und da ein paar neue Features, welche man auf keinen Fall ignorieren sollte – dazu zählt unter anderem das neue „Takeover-System“, welches nach mehreren guten oder auch negativen Spielaktionen aktiviert wird. Im positiven Fall sorgt es dafür, dass sich eure Stats erhöhen und ihr noch einfacher spektakuläre und spielentscheidene Aktionen ausführen könnt. Im schlechten Fall sorgt es jedoch dafür, dass ihr ganz schnell „kalt werdet“, und nur bedingt Einfluss auf das Spiel nehmen könnt. Und auch der neue Wurf-Meter lässt das Geschehen nochmals etwas realistischer erscheinen, da Layups und Würfe nun etwas berechenbarer geworden sind als im vergangen Jahr. Es sind Features und Verbesserungen wie diese, die NBA 2K19 wirklich zur besten Simulation auf dem Markt machen. Dennoch bleibt die Frage, wie 2K das Spiel in Zukunft noch verbessern will, da man abgesehen - oder gerade wegen – der Komplexität über die absolute Referenz im Genre verfügt.

Abwechslung ist garantiert

Was bedarf es, wenn man über eine super Optik und ein herausragendes Gameplay verfügt? Richtig: Modi! Und die gibt es hier wirklich en Masse. Angefangen mit dem zuvor angesprochenen Karriere-Modus bis hin zum altbekannten Saison-Modus. Auch wieder mit dabei ist der MyGM-Modus, der eine Art Mischung aus Visual Novel und Basketball-Manager darstellt. Was anfangs noch nach einem gelungenen Mix klingt, offenbart sich jedoch schnell als große Tortur, da die Dialoge einfach viel zu peinlich und langweilig sind. Und bis man den wahren Manager-Kern erreicht hat, vergehen erst mal viele Stunden. Aus diesem Grund empfehle ich an dieser Stelle eher den MyLeague-Modus, wo man ohne großes Drumherum die einzelnen Teams verwalten kann. Ein Wiedersehen gibt es zudem mit dem Blacktop-Modus (1 vs 1 bis 5 v 5 auf einem Streetball-Court) und dem altbekannten Online-Modus. Und wem all dies nicht genug ist, kann sich auch im „MyTeam“-Modus vergnügen, wo man sich in bekannter Sammelkarten-Manier mit Genre-üblichen Packs eine Traummannschaft zusammenstellen kann. Dies verlangt aber zugegebenermaßen sehr viel VC (die Spiel-interne Währung) aka, sehr viel Grinding sofern man kein Geld dafür ausgeben möchte.

Stagnation auf hohem Niveau

Während die NBA 2K-Serie zu Beginn der Generation noch das absolute Nonplusultra in Sachen Grafik darstellte, hat sich das Level der Serie inzwischen in einem Bereich der Stagnation eingependelt. Es sieht zwar immer noch recht hübsch aus - vor allem die detaillierten Spielermodelle – aber vom Hocker haut die Optik leider keinen mehr. Immerhin läuft das Geschehen nach wie vor ohne große Ruckler ab – und zwar weder in 1080P noch in 4K. Animationen sind immer noch relativ flüssig und tragen sehr zum realistischen Feeling bei. Das gleiche gilt auch für die Kommentatoren und den gelungenen Soundtrack, die das Paket NBA 2K erneut gelungen abrunden. Einzig die Wiederholungen von zahlreichen Kommentatoren-Samples, welche man bereits aus den Vorjahren kennt, fällt inzwischen immer mehr ins Auge.

FAZIT:

NBA 2K19 hat sich ein wenig vom Chaos des letzten Jahres erholt. Die Story des Karriere-Modus ist verbessert wurden und Microtransactions stehen etwas weniger im Vordergrund als noch beim Vorjahrestitel. Dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der „Grind“ real ist. Um seinen Spieler aufzuwerten, oder neue Packs im „MyTeam“-Modus zu kaufen, bedarf es jede Menge VC. Und dieses bekommt man halt nur gegen Geld oder gegen jede Menge Spiele. Hinter der VC-Fassade steckt jedoch nach wie vor die beste Basketball-Sim auf dem Markt. Es ist ähnlich wie bei FIFA. Muss man es haben? Nein! Aber viele Modi und eine üppige und aktualisierte Lizenz machen es dennoch zu einem interessanten Paket für alle Fans des Sports.

[ Review verfasst von Dimi ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit 1080p TV]

Pluspunkte:

  • Forderndes Gameplay & gelungene Präsentation
  • Viele Spielmodi
  • Verbesserter Karriere-Modus

Minuspunkte:

  • Langweilige Story in MyGM
  • Gameplay schon sehr komplex
  • Lange Ladezeiten



Infos zum Spiel
NameNBA 2K19
SystemPlayStation 4
Hersteller2K Games
EntwicklerVisual Concepts
GenreSport
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis59,95 €
PlatinumNein
Release
 11.09.2018
 07.09.2018
 11.09.2018
Spielerzahl1-10
SpracheEnglisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf55 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation VRNein
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
NBA 2K19
Gameplay
9.5
Atmosphäre
9.0
Grafik
8.0
Sound
8.0
Spielspass
8.5
 

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