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GRID
2. November 2019

Auf der PS3 bracht es die „Grid“-Reihe von Codemasters immerhin auf drei Spiele. Wobei der letzte Teil eher eine Art Best-Of darstellte, im Gegenzug aber auch den größten Umfang bot. Schade das der Titel damals wenige Wochen vor dem Release der PS4 erschien und – ähnlich wie „Gran Turismo 6“ eher wenig beachtet wurde. Aber ich schweife ab. Mit „Grid“ wollte Codemasters den vakanten Posten der „DTM-Race Driver“ Spiele neu besetzen und das gelang anfangs auch ganz gut. Der erste Teil bot echtes Next-Gen Feeling (inkl. Bloom bis zum Abwinken) und das zweite Spiel brachte neue Features mit sich wie Strecken, deren Routen sich während des Spielens änderten. Und mittlerweile? Codemasters produziert in erster Linie die offiziellen Spiele zur Formel Eins und ab und an fällt ein neuer „Dirt“ Teil ab. Zeit also für die „Grid“ Marke ein Comeback zu feiern. Oder doch nicht?

Keine (R)Evolution

Der Einstieg erfolgt recht flott. Denn viel gibt es nicht zu erklären. Es existieren mehrere Rennserien, an deren Ende ein Duell mit dem jeweiligen Top-Team ansteht. Gewinnt man diese, darf man gegen den gefürchteten Ravenwest Rennstall (Veteranen kennen den bereits) antreten. Also fängt man in einer von den vier Kategorien an: Man kauft sich ein passendes Auto, stellt einen CPU-Kameraden ein und fährt das erste Rennen. Am Ende regnet es Geld und Erfahrungspunkte.

Die Moneten braucht man, um neue Fahrzeuge zu erwerben oder um einen besseren Team-Kumpel anzuheuern. Letzteres kann man aber auch sein lassen, denn bemerkbar machen sich die Kameraden kaum. Und ein richtiges Team-Management gibt es auch nicht. Man kann im Rennen lediglich Kommandos für Angreifen und Verteidigen geben. Ob der das dann ausführt, ist eher Glückssache. Da die Partner auch fortwährend bezahlt werden wollen, sollte man schon genau nachrechnen, ob sich das überhaupt lohnt.

Die Erfahrungspunkte dienen dazu, neue Lackierungen, Embleme und Hintergrundbildchen für die eigene Visitenkarte freizuschalten. Schließlich soll man mit seinem Profil auch mal ein Rennen außerhalb der Karriere fahren. Wobei auch hier die Menüs recht simpel gehalten sind. Beim Auswählen werden ja nicht einmal die Strecken Layouts angezeigt, nur die Namen der Kurse. Ansonsten kann man in privaten Lobbies antreten oder man startet ein schnelles Spiel. Dabei werden die fehlenden Gegner allerdings ausnahmslos mit KI-Kumpanen aufgefüllt, was für Duellen mit menschlichen Gegnern dann doch nicht so förderlich ist. Na wenigstens ist im Onlinemodus alles schon freigeschalten und muss nicht erst langwierig erspielt werden.

Die Steuerung geht übrigens gut von der Hand. Es handelt sich hier wirklich um pures Arcade-Feeling. Driften macht Spaß und bleibt zu 99% kontrollierbar, selbst bei nassen Bedingungen. Zwar gibt es auch einige Boliden (alter Ford GT) die etwas schwerer zu beherrschen sind, oftmals ist das Strecken Layout jedoch suboptimal und man driftet einfach zu stark um die Kurven, so dass man auch mal von der Strecke abkommt. Dann hagelt es eine Zeitstrafe! Alles in allem fahren sich die unterschiedlichen Klassen gut und zu den vier Hauptkategorien gesellen sich noch die Hyper-Events gegen Fernando Alonso und diverse Einladungsrennen, in denen man historische Schlitten wie einen Mini steuern darf.

Die vielen Macken von Grid

Beim aktuellen Spiel handelt es sich um das vierte in einer Reihe. Somit müsste man meinen, die Entwickler wissen mittlerweile, wie man was integrieren muss. Was Spaß macht und was man weiterverfolgen sollte. Warum besitzt das Reboot dann so viele Fallstricke und Ungereimtheiten? Zum Beispiel sind die Rennen im Schnitt nur drei Runden lang. Zu wenig, wenn man von hinten startet. Möchte man das nicht, dann absolviert man eine Qualifikationsrunde und startet quasi als Erster. Aber diese „Hot Lap“ geht wirklich nur eine Runde. Warum kann man nicht so lange fahren, bis man die passende Zeit erreicht hat? Schließlich gibt es im Spiel einige Schwierigkeitsspitzen, bei denen es unmöglich ist, die Pole Position zu ergattern. Auch gleichen die Rennen öfters mal einem Destruction Derby, weswegen unfallfreie Überholmanöver eher selten sind. Die vorab hoch gelobte Nemesis KI fühlt sich auch nur alibimäßig an. Manchmal reicht schon ein kleiner Rempler aus, damit der Gegner aktiv versucht, den Spieler rauszuhauen. Auch doof: Außerhalb der Karriere verdient man fast keine Credits, damit man sich neue Wagen kaufen kann. Aber am allermeisten stört, die Umfangsarmut im Spiel. Ja klar, es gibt 80 Streckenlayouts, aber nur 12 Umgebungen. Das letzte „Grid: Autosport“ besaß 22 Umgebungen(!) Auch die Fahrzeuganzahl ist nichts, worauf man stolz sein sollte: Rund 70 Wagen sind bestenfalls okay und es fehlen gegenüber den alten Spielen auch viele Sachen (zum Beispiel exotische Autos oder Euro-Straßenflitzer). Klar, es kommt noch DLC, der kostenlose und bezahlbare Sachen bieten wird. Aber dann hätte der Preis das auch reflektieren dürfen. Von einem Vollpreisspiel erwarte ich einfach mehr.

30fps, 40fps oder 60fps?

Fangen wir am besten mit der Standard PS4 an: Die Framerate läuft mit 30 Bildern pro Sekunde, dafür aber ohne jegliche Ruckler. Die Autos sind detailliert, die Strecken ebenfalls, lediglich die Texturen könnten per se schärfer sein. Auf der PS4 Pro sieht das Spiel dagegen eine ganze Ecke besser aus. Die höhere Auflösung hebt mehr Details vor, die Texturen sind knackscharf und eine höhere Framerate gibt es ebenfalls. Allerdings liegt der Hund auch hier begraben, das Spiel läuft flüssiger, es existiert auch ein besseres Geschwindigkeitsgefühl, aber es kommt immer wieder zu ganz minimalen Rucklern. Zwar bleibt der Titel zu jeder Zeit gut spielbar, aber mich haben diese Framerateschwankungen irgendwann genervt. Ansonsten haben sich in das Spiel ein paar kleinere Sachen eingeschlichen, die vermeidbar gewesen wären. Zum Beispiel läuft der Rückspiegel nur mit 15fps, Bremsleuchten der Vordermänner sind fast nicht zu erkennen, in der Cockpit-Perspektive meint man, man sitzt in der hinteren Reihe und in den Menüs, wo man sein Auto auswählt, hängt das Bild immer hinterher (sprich man wählt eine Corvette aus, sieht aber auch Minuten später noch das Bild eines Porsches). Der Sound wummert dagegen anständig aus den Boxen, allen voran die brutalen Motorengeräusche. Die deutschen Sprecher machen ebenfalls einen tollen Job und es kommt tatsächlich eine Atmosphäre wie bei einer Sport-Übertragung auf. Dass alles unterstützt den gelungenen Arcade-Eindruck. Was aber völlig fehlt: Ein passender Soundtrack. Weder während der Rennen gibt es Musik zu hören, noch in den Wiederholungen. Lediglich im Menü wabert eine Melodie vor sich hin.

FAZIT:

Schon lange ist es mir nicht mehr so schwergefallen, ein passendes Fazit abzuliefern. Da veröffentlicht Codemasters mit dem neuen „Grid“ endlich ein spaßiges Arcade-Rennspiel und dann kommt der Titel doch so fade daher. Versteht mich nicht falsch, die Steuerung ist gelungen, die Optik passt auch, aber irgendwie wirkt die Kampagne einfallslos und billig – es werden halt nur mehrere Rennen aneinandergereiht und fertig. Das haben die Vorgänger damals deutlich besser gemacht. Was den Umfang betrifft, zieht das Reboot gegenüber den älteren Spielen ebenfalls den Kürzeren. Sogar am Soundtrack wurde gespart und den fand ich in den Codemasters Spielen immer passend. Somit bleibt ein an und für sich brauchbares Spiel, das Gaudi macht, aber irgendwie zu „nackig“ daherkommt. Aber letzteres ist ja ein allgemeines Problem der aktuellen Codemasters Spiele.

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf einer PS4 und PS4 Pro mit 1080p TV ]

Pluspunkte:

  • Pures Arcade-Feeling
  • Driften immer macht Spaß
  • Simpler Aufbau…

Minuspunkte:

  • …der umfangreicher und komplexer sein könnte
  • Krasse grafische Unterschiede zwischen PS4 Pro und Standard PS4
  • Viele kleine (nervige) Macken

Die Ultimate Edition beinhaltet neben dem Hauptspiel die ersten drei Season-Pässe, fünf zusätzliche Carbon-Lackierungen mit extra XP-Boost ja nach Fahrzeug, Spieler-Karten und -Banner, sowie den VIP-Status.


PS4 Pro Gameplay

Standard PS4 Gameplay



Infos zum Spiel
NameGRID
SystemPlayStation 4
HerstellerCodemasters
EntwicklerCodemasters
GenreRennspiel
USKohne Altersbeschränkung
PEGI3+
Preis59,99 €
Release
 11.10.2019
 11.10.2019
Spielerzahl1-16
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
Speicherbedarf38.71 GB
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
GRID
Gameplay
7.5
Atmosphäre
7.0
Grafik
8.0
Sound
7.5
Spielspass
7.5
 

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