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Star Wars: Squadrons
14. Oktober 2020


So richtig wusste EA mit der Star Wars Lizenz trotz mehrere Kinofilme seitens Disney nichts anzufangen. „Star Wars: Battlefront“ hatte keine Kampagne, Teil 2 musste umso mehr mit aggressiven Abzockermethoden kämpfen und lediglich das Action-Adventure „Star Wars Jedi: Fallen Order“ war brauchbar und gut. Nun gibt es eine Weltraumsim zum Thema, wobei Simulation übertrieben ist. Viel eher handelt es sich um ein Actionspiel, das mich an die Flugszenen in „Call of Duty: Infinite“ erinnerte. Wir haben uns in das Cockpit eines X-Flüglers respektive Tie-Jäger gesetzt und klären, ob sich eine Anschaffung lohnt.

Ein Märchen aus dem Star Wars Universum

Handlungstechnisch ist der Titel nach der Schlacht von Endor und der Zerstörung des zweiten Todessterns angesiedelt. Sprich die „Neue Republik“ wurde ausgerufen und im Imperium herrscht Unruhe und Aufruhr. Letztendlich folgt die Geschichte dem Kapitän Lindon Javes, der das Imperium aufgrund moralischer Zweifel verriet und sich den damaligen Rebellen anschloss. Seinem früheren Protegé Terisa Kerill gefiel das natürlich gar nicht und sie schwor Rache. Nun treffen die beiden wieder aufeinander – und ja, die Neue Republik bastelt auch noch an einem geheimen Super-Raumschiff. Erwartet aber nicht zu viel, wirklich episch ist hierbei nichts und das Ende ist zwar kein Komplettreinfall, aber auch kein wirklich befriedigender Abschluss.

Schwarz gegen Weiß

Der Story-Modus vermischt Einsätze des Imperiums mit den Rebellen der neuen Republik zu einer einzigen Kampagne. Diese ist dann auch nicht sonderlich umfangreich und recht schnell durchgespielt. Durch die hektische Natur des Gameplays, dürften zudem nur die wenigsten die Lust verspüren, alle verpassten Medaillen bei den Missionen im Nachgang nochmal zu erspielen. Zumal das Missionsdesign auch nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Im Gedächtnis ist mir vor allem eine Hinterhalt-Mission des Imperiums geblieben, die einfach nur nervig war, denn die Feinde flogen so schnell durch das vorher präparierte Trümmerfeld, dass es mehrere Anläufe gekostet hat, alle Schiffe innerhalb des unsichtbaren Zeitlimits zu zerstören. Die meisten Missionen strotzen sowieso nicht vor Einfallsreichtum und Sekundärziele gibt es ebenfalls kaum bzw. werden diese nicht sonderlich belohnt. Richtig ärgerlich empfand ich, dass man seinen Geschwaderkumpels keine Befehle geben konnte, weshalb es anstatt eines taktischen Anstrichs am Ende immer nur doofes Deathmatch gab.

Abseits der Kampagne steht noch ein Mehrspieler-Modus zur Verfügung. In dem kann man seine Pilotenstufe erhöhen und allerlei optischen Krimskrams (Lackierungen, Helme usw.) freischalten. Das wird jedoch oft eine ziemlich öde Angelegenheit, da die zur Verfügung gestellten Karten mit nur 6 Stück äußerst mager ausfallen. Neben Luftkämpfen (quasi Team Deathmatch) für bis zu 10 Spielern, sind vor allem die Flotten-Schlachten interessant. Hier kämpfen zwei Team mit je 5 Spielern (also ein Geschwader) darum, das jeweilige feindliche Flaggschiff zu zerstören. Diese Kämpfe werden auf auf einer Karte mit verschiedenen Zielen geführt und vermitteln einen dynamischen Krieg mit Frontverschiebungen durch ein Moral-System. Rudimentär kommt das zwar auch im Story-Modus durch, aber so richtig fetzen tut das nur hier. Sollte man übrigens keine Freunde parat haben, kann man auch mit Bots spielen. Bevor ich es vergesse: EA hat bereits angekündigt, dass der Titel keinen nennenswerten Post Launch Support erhalten wird, also rechnet nicht mit neuen Raumschiffen und Karten.

Nur 8 Raumschiffe

Pro Seite stehen gerade einmal 4 Raumschiffe zur Verfügung. Und alle haben eine spezielle Aufgabe in der Schlacht. Da gibt es Kampfschiffe, Unterstützer und Bomber. Ihr kennt das ja sicherlich aus so manchen Actionspielen, wo jeder Charakter auch seine bestimmte Aufgabe hat. Das ist hier genauso: Jedes Schiff verfügt über Vor- und Nachteile. Ein X-Flügler hat beispielswiese einen Reparatur-Androiden an Bord, während ein Tie-Reaper eher zur Unterstützung und zum Auffüllen der Munition gedacht ist. Unabhängig davon lassen sich jedoch auch noch verschiedene Waffensysteme / Panzerungen und Antriebe ausgestatten. Die Steuerung ist im Grunde simpel, wirkt aber dennoch überladen – und das ohne das man seinen Kameraden Anweisungen geben kann. Vom Spielgefühl hat mich das weniger an aktuell Vergleichbares wie „Ace Combat“ erinnert, sondern an die Flugszenen aus diversen „Call of Duty“ Spielen – insbesondere aber „Infinite“, das ja ebenfalls im Weltraum handelte. Mit dem linken Stick gibt man hoch / runter Schub bzw. bremst und via rechts / links neigt man das Raumschiff. Der rechte Stick dient dann zum eigentlichen Steuern. In der Theorie hört sich das ganz gut an, praktisch ist das jedoch gewöhnungsbedürftig. Vor allem der Schub ist schwer einzuschätzen, da es quasi keine visuelle Rückmeldung gibt. Mehrmals dachte ich, ich spiele einen Ego-Shooter, wo ich Renne oder Laufe, aber eben nichts dazwischen. Außerdem bocken manchmal die Eingaben, weswegen man dann irgendwo (Raumschiff) dagegen prallt. Der Tasten für Offensiv / Defensiv Waffen gibt es und dann noch die Steuerkreuztasten zum Anpassen von Energieverteilungen (zum Beispiel um mehr Energie für Schub als für Waffen zu haben). L2 dient zum Anvisieren, wobei langes Drücken ein Steuerrad aufruft, mit dem man die Zielmarkierungen eingrenzen kann. Wirklich funktioniert hat das aber nicht und ich habe mich damit mehr rumgeärgert, als die Sache wert ist. Ein einfaches Durchschalten von Feinden hätte gereicht. Was mir auch noch ein wenig missfiel, ist die Tatsache, dass die Raumschiffe quasi stehen bleiben können. Auch die KI-Kameraden machen das – was irgendwie falsch wirkt. Aber da wären wir wieder beim Vergleich „Call of Duty“ vs. „Ace Combat“.

Zu buntes Weltall

Technisch kann man beim Titel kaum meckern. Die Grafik sieht gut aus, die Raumschiffmodelle wurden gut eingefangen und der Weltraum ist farbenfroher denn je. Wobei gerade das ein großes Problem darstellt, denn dadurch wird es schwerer, die wichtigen Ziele zu identifizieren bzw. von Trümmern zu unterscheiden. Dazu kommt noch, dass man immer in der Cockpit-Ansicht spielen muss, eine Option, nur mit HUD zu fliegen, existiert nicht. Zwischen den Missionen bekommt man auf dem jeweiligen Trägerschiff eine schicke Hangar-Ansicht zu sehen, die man jedoch nicht frei erkunden kann. Nur mittels fester Punkte kann man sein Raumschiff begutachten, ansonsten darf man sich nur um seine eigene Achse drehen. Erinnert ein wenig an das Adventure-Urgestein „Myst“ und ist nicht mehr zeitgemäß. Die Piloten des jeweiligen Geschwaders bzw. andere Figuren im Story-Modus sind dafür aber gut getroffen und ebenso ordentlich animiert. Die Gespräche verlaufen zudem Lippensynchron ab. Einen Bonuspunkt gibt es dafür, dass der Titel komplett auch mit der PlayStation VR Brille spielbar ist, was das Gefühl in einem Cockpit zu sitzen, sicherlich noch verbessert, auch wenn es dafür andere grafische Abstriche gibt.

Laut, Leise, Dynamisch – kein fetter Sound

Ich habe den Titel in Verbindung mit meiner 5.1 Teufel Anlage gespielt und muss sagen: Die Soundabmischung ist merkwürdig. Ein akustisches Raumgefühl ist nur bei den Briefings vorhanden und in den Weltraumschlachten könnte man meinen, das Spiel gibt nur Stereo-Sound aus. Auch ist die Sprachausgabe zwischen den Missionen so dynamisch abgemischt, dass der jeweilige Pilot mal lauter und mal leiser spricht. Und das alles in einem Monolog. Schade eigentlich, denn die deutschen Sprecher leisten einen professionellen Job. Die Star Wars typische Musik kommt durch die merkwürdige Abmischung jedoch auch nicht wirklich so zur Geltung, wie man vermuten würde.

FAZIT:

„Star Wars: Squadrons“ kostete bereits zu Release nur rund 40€. Und das ist auch gut so, denn obwohl das Spiel durchaus kompetent programmiert wurde, hapert es an vielen Ecken und Kanten. Der Singleplayer-Modus ist zu kurz, viele Missionen erinnern eher an eine Runde „Call of Duty“ als an „Ace Combat“ (Stichwort: Das erste ist ein Ego-Shooter und das andere ein Flugspiel). Tuning und Kennenlernen der Geschwaderbrüder- und Schwestern wurde ebenfalls nur rudimentär umgesetzt, die Zielerfassung ist katastrophal und der Mehrspielermodus ist mit seinen wenigen Karten eher eine Beigabe, als ein ernsthafter Spielmodus. Was bleibt, ist sicherlich eines der besseren EA-Spiele der letzten Zeit, aber kein Meilenstein und mit Sicherheit auch kein Must-Have Titel. Letzten Endes: Man wird unterhalten, aber mehr als einen Zwanni würde ich dafür nicht ausgeben.

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf einer PlayStation 4 Pro mit 1080p TV ]

Pluspunkte:

  • Komplett In VR spielbar
  • Nette Singleplayer-Kampagne
  • Ein paar Flightsicks werden unterstützt

Minuspunkte:

  • Kompetent, aber nicht überdurchschnittlich
  • Geringer Umfang – besonders im Mehrspieler-Modus
  • Merkwürdige Soundabmischung



Infos zum Spiel
NameStar Wars: Squadrons
SystemPlayStation 4
PublisherElectronic Arts
EntwicklerEA Motive Studios
GenreAction
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis39,99 €
Release
 02.10.2020
Spielerzahl1-10
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusJa
Online spielbarJa
Online FunktionenJa
HeadsetJa
720pJa
1080pJa
PlayStation VRJa
PlayStation 4 ProJa
Mehr...

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Screenshot Galerie
Star Wars: Squadrons
Gameplay
6.5
Atmosphäre
7.0
Grafik
8.0
Sound
6.0
Spielspass
6.5
 

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