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Final Fantasy VII Remake Intergrade
30. Juni 2021

Ein gutes Jahr nach dem ersten Teil des „Final Fantasy VII Remake"-Projekts reicht Square Enix eine PlayStation 5 Fassung nach. Viele dürften zu dem Zeitpunkt bereits die PS4 Version kennen (war ja ua. auch im März 2021 Bestandteil des PlayStation Plus Abos), von daher will ich auch gar nicht groß an dieser Stelle aus die Vorzüge und Nachteile des JRPGs eingehen. Die könnt ihr allesamt an dieser Stelle nachlesen. Vielmehr soll sich diese Rezension um die Neuerungen der Next-Gen Fassung beschäftigen. Insofern viel Spaß beim Lesen!

Großkonzerne, Supersoldaten und ein umfangreiches Remake

„Final Fantasy VII“ behandelt Themen, die auch in unserer Welt brandaktuell sind. Großkonzerne, die skrupellos den Planeten ausbeuten, Klimakatastrophen, ein klaffender Unterschied zwischen Arm und Reich – sowie proaktive Umweltgruppen, die im Spiel jedoch um einiges militanter vorgehen, als die Fridays for Future Blagen. Der Spieler wird in dieses Szenario mittenrein geworfen. Als Ex-Soldat gerät er mehr oder minder zufällig in ein gigantisches Abenteuer, dessen Ausgang die Welt verändern wird. Im Vergleich zum Original, bei dem der Auftakt in der Industriestadt Midgar lediglich einen kleinen Teil der Spielzeit ausmachte, streckt das Remake die Zeit in der Metropole um einiges in die Länge. Wobei „strecken“ vielleicht der falsche Ausdruck ist, denn es werden viele Elemente stark ausgebaut oder sind komplett neu dazugekommen. Dennoch ist das „Final Fantasy VII Remake“ primär ein lineares Abenteuer – denn erst nach Verlassen der Stadt öffnet sich das Spiel und man kann (zumindest in der PS1 Version) eine offene Spielwelt erkunden. An dieser Stelle endet jedoch das aktuelle Erlebnis – weiter geht es mit Teil 2, der irgendwann erscheinen soll.

Besonders gelungen im Remake ist das Kampfsystem, dass eine superbe Mischung aus Echtzeitaktionen und rundenbasierten Elementen bietet. Viele Sachen aus dem Original findet man auch hier wieder, jedoch modernisiert und an die aktuellen Standards angepasst. Zirka 35 Stunden benötigt man für einen Durchgang, was nicht allzu viel ist, aber im Großen und Ganzen ausreicht. Schließlich braucht auch keiner ein Spiel, dass durch langweilige Nebenaufträge auf 200 Stunden aufgeblasen wird (gell Ubisoft?). Der Wiederspielwert hält sich dennoch in Grenzen, ein wirkliches New Game+ gibt es nicht und ebenso existieren keine Neuerungen bei einem zweiten Spieldurchgang. Das eigentliche Abenteuer ist somit recht kompakt, langweilt jedoch nie. Klar, die Nebenaufgaben fallen qualitativ etwas von der Hauptquest ab, aber zumindest können die auch schnell bewältigt werden. Was in der PS5 Fassung besser von der Hand ging, war definitiv das optionale Dartspiel. Ansonsten bleibt jedoch nur zu sagen, als PlayStation Zocker kommt man um den Titel nicht vorbei. Denn hierbei handelt es sich nicht, um kein schnödes Remaster, sondern ein vollwertiges Remake, das für Fans des Originals auch einige Überraschungen bereithält.

The Power of Next-Gen!

Ich für meinen Teil fand schon die Grafik in der PS4 Version bereits genial und war damit komplett zufrieden. Nun gab es jedoch ein paar Stimmen, die sich wegen der einen oder anderen Textur beschwert haben (Stichwort Türen). Aber hey, dafür lief der Titel flüssig und sah toll aus. Auf der PS5 werden zwei Grafikmodi geboten: Grafik und Leistung. Bei Grafik gibt es durchgehend 4K Auflösung, allerdings zu Lasten einer stabilen Framerate. Mir war das Ganze am Ende zu ruckelig, weswegen ich gleich wieder in den Leistungs-Modus wechselte. Hier steht die Framerate an erster Stelle (60fps) und bleibt auch stabil – dafür passt sich die Auflösung an das Spielgeschehen dynamisch an. Wenn man mit der Lupe sucht, sieht man in einzelnen Szenen (allerdings bei Standbildern) natürlich Unterschiede – aber nur hier spielt sich das Abenteuer wirklich flüssig und man merkt, so sollte das Abenteuer gespielt werden. Durch die Schnelligkeit der SSD werden Ladezeiten fast gänzlich ausgemerzt. Vor allem die Übergänge von Film- zu Spielsequenz sind ultra flüssig, selbst wenn man diese überspringt, geht es sofort weiter. Laden von Spielständen? In Sekundenbruchteilen erledigt. Der DualSense Controller wird mit haptischen Feedback zwar auch unterstützt, aber wirklich anders als das Gerüttel des DualShock 4 fühlt sich das nicht an – sprich, das ist kein Feature, was die neue Fassung auszeichnet. Und wo wir beim Negativen schon sind, auch hier gibt es noch Texturen, die nicht optimal aufgelöst sind – aber Schwamm drüber, der Gesamteindruck passt und darauf kommt es bekanntlich ja an.

Episode Intermission

Neu in der PS5 Fassung ist die einzeln anwählbare Zusatzepisode mit Namen „Intermission“. Diese handelt parallel zu den Geschehnissen, die im Hauptspiel stattfinden. Geschickt wird eine weitere Spielfigur aus der Vorlage eingeführt – na klar, ihr habt es bereits erraten: Wutai-Ninja Yuffie gibt sich die Ehre. Prinzipiell bekommt man von allem mehr geboten, auch wenn der Ton des DLCs etwas vom Hauptspiel abweicht. Es wird mehr gelacht, es gibt mehr Comedy-Elemente und ja, man kann sich für das kindische Benehmen von Yuffie auch stärker fremdschämen. Sympathisch ist die Ninja trotzdem, nur halt oftmals auch recht nervig. Wenigstens ist ihr Kampfstil gelungen, der geschickt Nah- und Fernkämpfe mittels eines riesigen Ninja-Bumerangs kombiniert und das Geschehen somit wesentlich actionreicher werden lässt. Auch ihr Partner bringt einen weiteren Waffentyp mit. Neue Bosskämpfe, Monster und NPC-Charaktere runden das Paket ab. Die Geschichte hört jedoch nach 4 Stunden auf – also gerade dann, wenn es anfängt richtig spannend zu werden. Aber das war ja im Remake auch schon der Fall. Das neue Minigame Fort Kondor (eine Art Strategiespiel) ist nett, aber auch nichts, was man mehr als nötig spielen müsste. Die dt. Synchronisation und die neue Musik befinden sich auf dem hohen Niveau des Hauptspiels – das gibt es nichts zu meckern. Mir gefällt sowieso die Synchro besser als das englische Pendant oder die japanische Vorlage. Die Sprecher legen sich richtig ins Zeug und gehen in den einzelnen Rollen total auf – so muss eine Eindeutschung aussehen. Nur den Preis von rund 20 Euro finde ich als Erweiterung dann doch etwas zu teuer – dafür ist man zu schnell durch und auch hier gibt es kaum Wiederspielwert.

Upgrade Wahnsinn!

Nun kann man die PS5 Version ganz normal digital oder im Laden für die Konsole erwerben. Wenn man das macht, bekommt man die technisch beste Fassung, sowie das Bonus-Abenteuer „Intermission“ dazu. Besitzt man jedoch schon die PS4 Variante, darf man – kostenfrei – auf die PS5 Version upgraden. Das ist ein feiner Zug von Square Enix! Auf diesem Weg bekommt man die neue Episode mit Yuffie jedoch nicht dazu – kann sie aber für 19,99€ kaufen. Hat man sich die digitale Version des PS4 „Final Fantasy VII Remakes“ während der PlayStation Plus Aktion geholt (das Spiel gab es im Monat März 2021 „gratis“), dann schaut man sprichwörtlich in die Next-Gen Röhre. Denn man bekommt weder das kostenlose Upgrade, noch gibt es eine Möglichkeit, das Spiel mit Hilfe einer geringen Gebühr aufzuwerten. Praktisch bedeutet das: Man kauft entweder die PS4 Variante oder gleich die PS5 Fassung. Ehrlich – das kann nicht die Zukunft sein – entweder man kauft das Spiel und kann es auf PS4 oder PS5 spielen, oder man lässt es dabei und bietet nicht PS+ Spiele an, die man überhaupt nicht upgraden kann. Bei „Control“ war es übrigens anders herum, dort bekam man die PS5 Version bei PS+, während alle Käufer der PS4 Fassung kein kostenfreies Update bekamen…

FAZIT:

Auch auf der PlayStation 5 überzeugt das Remake von „Final Fantasy VII“, sowohl spielerisch als auch technisch. Der Titel erstrahlt jetzt in noch höherer Auflösung und läuft dazu mit butterweichen 60fps. Dadurch wirkt das Spiel – besonders auf einem großen TV – wie ein CGI-Film. Zudem merkt man erst jetzt, wie störend die Ladezeiten in der PS4 Version waren – dank SSD gibt es hier de facto keine unnötigen Wartezeiten. Die neue Episode „Intermission“ ist jedoch bestenfalls nett, viel zu kurz und auch hier wird man auf Teil 2 vertröstet, sobald es spannend wird. Zudem gibt es einen Punkt Abzug für das ganze Upgrade Hick-Hack. Wer das Spiel jedoch noch nicht kennt, der sollte sich unbedingt die PS5 Version zulegen, ist nun mal die beste Version.

[ Review verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Kostenloses Upgrade der PS4 Fassung
  • Grafisch und spielerisch immer noch 1. Liga
  • Neues Kapitel erhältlich

Minuspunkte:

  • Upgrade Hick-Hack (PS+ Version nicht upgradbar)
  • Wo bleibt Teil 2?
  • Optionales DLC Kapitel recht kurz 



Infos zum Spiel
NameFinal Fantasy VII Remake Intergrade
SystemPlayStation 5
PublisherSquare Enix
EntwicklerSquare Enix
GenreRollenspiel
USKab 16 Jahren
PEGI16+
Preis69,99 €
Release
 10.06.2021
 10.06.2021
 10.06.2021
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
Japanisch
TexteDeutsch
Englisch
Online FunktionenNein
Speicherbedarf100GB
Videos
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Screenshot Galerie
Final Fantasy VII Remake Intergrade
Gameplay
8.5
Atmosphäre
9.5
Grafik
10.0
Sound
9.0
Spielspass
9.0

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