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Ratchet & Clank: Rift Apart
9. Oktober 2021

Mit „Ratchet & Clank: Rift Apart“ erschien vor einiger Zeit eines der wenigen wirklich PS5 exklusiven Spiele. Nicht nur die Technik von Sonys Flaggschiff-Konsole sollte der Titel repräsentieren, sondern auch alte Fans der Serie zurückbringen. Schließlich erschien der letzte Teil der Serie „Nexus“ bereits im Jahre 2013. Danach folgte nur noch ein Remake von Teil 1. Der brandneue Teil führt dagegen die Geschichte um Ratchet endlich fort, rückt aber genau diesen auch in den Hintergrund. Was nun?

Rivet, die letzte Lombax

Ratchet und Clank befinden sich im wohlverdienten Heldenruhestand. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie die Galaxie vor verrückten Wissenschaftlern und Konzernbossen befreien mussten. Grund genug, dem Duo eine ordentliche Parade zu spendieren. Doch es kommt, wie es kommen musste: Die Parade wird von ihrem Erzfeind Doktor Nefarious gestört. Dieser will nämlich den von Clank reparierten Dimensionator in seine Klauen bekommen. Das der Lombax damit eigentlich auf seinen Heimatplaneten reisen könnt, stört den Schurken wenig. Im Kampf um den Dimensionator wird dieser jedoch zerstört und das Raumzeitkontinuum gleich mit durcheinandergebracht. Nicht nur, das alle drei in eine andere Dimension geschleudert werden, auch destabilisieren sich die Dimensionen und die Galaxie scheint abermals an den Rand der Zerstörung zu rutschen. Doch unsere Helden bekommen Hilfe, in Form von Rivet, der letzten Lombax einer anderen Dimension.

Dafür das Ratchet noch einen prominenten Teil im Titel beansprucht, rückt er als Hauptcharakter deutlich in den Hintergrund. Insomniac Games nimmt sich viel Zeit für die neue Heldin Rivet. Jedoch geht das erstaunlicherweise nicht auf Kosten der beiden Titelhelden. So findet Rivet früh im Spiel Clank, der erst einmal den braven Gefährten mimt und Rivet über ihre Dimension und Geschichte ausfragt. Das ist logisch in die Handlung eingebunden und verleiht auch Clank noch etwas Charaktertiefe. Ratchet hingegen streift wie gewohnt durch die Galaxis, bekommt aber im Laufe der Zeit auch einen ungewöhnlichen Partner zur Seite gestellt. Nebenbei trifft man auch noch auf dimensionale Gegenstücke von diversen Charakteren, was für allerhand Gags sorgt.

Handlungstechnisch hat Insominac mit „Rift Apart“ wohl die beste Ratchet & Clank Geschichte geschaffen. Hier merkt man deutlich den Einfluss von „Spider-Man“ und seiner filmreifen Erzählung. In gut 10 Stunden bekommen Helden und Schurken Facetten, die man wohl so nicht erwartet hätte. Alt eingesessene Fans werden kritisieren, dass man sich zu weit von der Handlung der ersten PS2 Teile entfernt. Aber über die Jahre hat sich die Freundschaft zwischen Ratchet und Clank als zentrales Handlungselement etabliert und die Geschichte beweist, warum dieses Duo seit über 20 Jahren Erfolg und Bestand hat. Aber die Helden sind nur ein Teil der ganzen Erfolgsformel!

Dimensionales Portal-Springen

Die Gameplay Formel bei „Ratchet & Clank“ beschreibt man wohl am besten als Gun & Jump, denn die meiste Zeit werdet den Finger auf dem Abzug haben. Die einstmals präsenten Sprungpassagen sind noch stärker in Hintergrund gerückt und machen nicht mehr den Hauptteil des Gameplay aus. Dafür ist aber das Gunplay das Beste in der ganzen Serie! Egal welche der Waffen man benutzt, es macht Spaß diese Abzufeuern und sich durch Gegnerhorden zu ballern. Auch ist das serientypische Level System bei den Waffen beibehalten worden So startet man mit einem einfachen Blaster und einer Schrottflinte, die mit der Zeit mehr und mehr Durchschlagskraft bekommen. Natürlich findet man auf der Reise weitere Waffen, die aus Serienklassikern und neuen Kreationen bestehen. Es sollte hier für jeden etwas dabei. Wobei man schnell lernt, dass man ohne regelmäßigen Waffelwechsel nicht weiterkommt (Stichwort Munitionsmangel). Dank der Leistung der PS5 findet man nun deutlich mehr Gegner auf dem Bildschirm, welche unterschiedliche Taktiken verlangen. So verbringt man im Spiel nicht nur mehr Zeit mit Kämpfen, sondern auch im Waffenauswahlmenü. Immer wieder muss man die passende Waffe wählen bzw. auf den Munitionshaushalt achten. Das unterbricht etwas den Spielfluss, wirkt sich aber nicht großartig auf das Gameplay aus. Um diesen Horden Herr zu werden, bekommen unsere Helden zwei neue Fähigkeiten spendiert. Mit dem neuen Phantom Dash kann man geschickt gegnerischem Feuer ausweichen und ist während des Ausweichens kurzeitig unverwundbar. Auch findet man zahlreiche Portale in den Kampfarealen, die einen schnellen Positionswechsel zulassen. Dank der SSD Power der PS5 geht das flüssig vonstatten und passt gut in das Spieldesign. Aber nicht nur im Kampf findet man Portale. Immer wieder gibt es kleine Taschendimensionen zu erkunden, welche wiederum mit Sprungpassagen aufwarten. Die sind zwar nicht sonderlich fordernd, bringen aber die notwendige Abwechslung. Am Ende dieser Prüfung wartet zu dem ein Rüstungsteil. Statt auf fixe Rüstungssätze zu setzen, kann man nun Kopf, Torso und Beine beliebig kombinieren. Auch farblich lassen sich die Rüstungen individualisieren. Clank kommt natürlich auch zum Einsatz. Seine Aufgabe ist es, die Dimensionen mit einfachen Schalter- und Wegerätseln zu reparieren. Wer auf diese keine Lust hat, kann sie auch überspringen und sich wieder der Balleraction zuwenden. Zu guter Letzt fragt man sich wohl noch, wie sich Rivet spielt und die Antwort ist: Sie spielt sich fast identisch zu Ratchet. Man hat sich bewusst dafür entschieden, beide Figuren gleich zu steuern, damit man sich nach den mehreren Charakterwechsel nicht wieder einarbeiten muss.

Abseits der Haupthandlung

„Rift Apart“ ist für ein Ratchet & Clank Spiel sehr geradlinig. Weder gibt es viele alternativen Wege, um ein Level zu beenden, noch speziell entworfene Herausforderungsmonde wie im Vorgänger. Das was jedoch da ist, wurde durchdacht umgesetzt. Jeder Level bietet eine Nebenmission die es zu meistern gilt. Einmal muss man Früchte sammeln, ein anderes Mal eine Fabrik infiltrieren. Auch gibt es mit Glitch einen kleinen Roboter, mit dem man in Kampfarenen interdimensionale Viren besiegen darf. Vor Veröffentlichung wurde als Highlight auch ein Planet mit großer offener Spielwelt angekündigt. Beim ersten Besuch stampft hier noch ein riesiger Roboter durch die Gegend, was Erinnerungen an den Anfang von „Restistance 2“ (Anm. der Red.: Da bist du aber wohl der Einzige) hervorruft. Danach kann man den Planeten frei erkunden. Jedoch gibt es nicht besonders viel zu entdecken, nur ein paar Orbs von einem Lombax, der von unterschiedlichen Dimensionsreisen berichtet. Diese sind recht unterhaltsam, da sich der Lombax in andere Sony Spiele Dimensionen verirrt hat. Natürlich gibt es noch weitere Planeten, sowie die übliche Kampfarena, in der man wellenweise Gegner Ausschalten darf. Und die Suche nach den goldenen Schrauben. Diese Aktivieren wiederrum allerlei Cheats. Zum Beispiel das alle Gegner einen großen Kopf haben, oder das alle Schrauben als Rubine angezeigt werden. Geübte Spieler können in einem Durchgang alles abarbeiten und sogar die Platinum Trophäe freischalten. Der Wiederspielwert hält sich somit in Grenzen.

Pixar lässt grüßen!

Seit dem ersten PS3 Ableger hat diese Serie den Ruf, wie ein spielbarer Animationsfilm zu sein und der neueste Teil bekräftigt diese Aussage ebenfalls. Die PS5 erlaubt es zudem, aus verschiedenen Grafikmodi zu wählen. Deshalb kann man sein Spielerlebnis ganz an seine Vorlieben anpassen (für alles in einem Modus ist jedoch auch die PS5 zu schwach). So steht ein 4K 30fps Modus mit aktiven Raytracing zur Verfügung, aber auch ein 4K 60fps Modus, ohne Raytracing. Den Mittelweg bietet ein Modus mit 60fps, aber nur 1080p Auflösung, dafür aber mit aktiviertem Raytracing. Via Update kam noch ein 120hz Modus dazu, der mit 1080p, 40fps und minimalem Raytracing läuft. Die 40fps sind deshalb gewählt, weil es ein Drittel der möglichen Bildwiederholrate ist und äußerst flüssig läuft – zumindest in der Wahrnehmung flüssiger als 30fps. Was hier aus der Konsole herausgeholt wurde, schreit regelrecht nach Next-Gen Feeling. Die Spielewelt wirkt lebhaft und lädt an vielen Stellen zum Staunen ein. Selbst bei hektischen Gefechten mit jeder Menge bombastischen Effekten geht die Framerate nicht in die Knie. Das Beste sind jedoch die Ladezeiten, die praktisch nicht vorhanden sind. Das Spiel wechselt flüssig von Gameplay zu vorgerenderter Szene. Auch bei einem Spieletot ist man nach einer Sekunde gleich wieder am Start. Es ist schon beeindruckend, in wieweit eine schnelle Festplatte (SSD) das Spielgeschehen beeinflussen kann. Auch sollte man die unzähligen, liebevollen, Details der Figuren loben. Wer im Fotomodus an die Helden heranzoomt kann sogar feine Fellhärchen erkennen. Generell wurde sehr viel Zeit in die Animation der Figuren investiert. Statt auf Motion Capturing zu setzen, wurden alle Figuren per Hand animiert. Was sie im Endeffekt noch eine Spur lebendiger erscheinen lässt. Auch die Synchronisation ist auf relativ hohem Niveau und musikalisch gibt es auch kaum was zu kritisieren. Naja, vielleicht nur das entfallene Video der Musical Nummer! Bleibt nur noch die Einbindung des neuen DualSense Controllers zu erwähnen, denn auch das wurde durchdacht integriert. Ähnlich wie bei „Returnal“ werden die unterschiedlichen Waffenmodi mit den Triggern ausgelöst. Leicht Draufdrücken für einen Einzelschuss und Durchziehen für Dauerfeuer bzw. je nach Waffe unterscheiden sich die Funktionen. Wer sich bislang fragte, wie weit man das haptischen Feedback ausnutzen kann, sollte beim zweiten Durchgang den Pixelator mal genauer beobachten.

FAZIT:

Wo „Ratchet & Clank“ draufsteht, ist auch Ratchet & Clank drin. Nicht mehr, nicht weniger! Das Spiel wurde auf Hochglanz poliert und das merkt man in jeder Spielminute. Da ist es schon etwas schade, dass der Spaß nach 12 Stunden auch schon wieder vorbei ist. Zwar handelt es sich um einen Launch-Titel, aber etwas mehr Umfang sollte machbar gewesen sein, zumal Sony ja auch ordentlich beim Preis zulangt. Statt neuen Ideen gibt es in erster Linie Gewohntes, was wohl auch mit Rivet zu tun hat. Eine neue Figur nachhaltig in eine etablierte Serie einzubinden, erfordert einige Kompromisse. Am Ende war es dennoch die richtige Entscheidung auf sie zu setzten, da sie neue Dynamik und eine frische Sicht der Dinge in die Serie bringt. Dadurch ist der neue Teil auch für Neueinsteiger geeignet, da man das Spiel ohne großes Vorwissen genießen kann. Fans hingegen werden die vielen Anspielungen an die PS3 Ableger freuen. Auch technisch ist das Spiel das versprochene Zugpferd für die PS5 geworden. Die zahlreichen Grafikeinstellungen lassen sowohl 60fps Freunde frohlocken, aber auch die Grafikenthusiasten, welche bei 30fps lieber das komplette Raytracing Programm genießen möchten. Somit ist vor allem eines klar: So schnell wird dem Spiel in Sachen Grafik und Präsentation kein anderer Titel den Rang ablaufen. Einzig beim Gameplay hätte ich mir ein paar kreative Neuerungen gewünscht. Immerhin wird das Gebotene auf hohem Niveau weiter perfektioniert. Ich für meinen Teil, wurde gut unterhalten und bin bereit auf den Herausforderungsmodus! Glücklicherweise scheint „Rift Apart“ nicht der letzte Teil der Serie zu sein.

Persönliche Anmerkung:

Was mich persönlich sehr beeindruckte, in welchem Umfang man das Gameplay an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen kann. Spiele sollten einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden und Insomniac Games hat hier eine Vielzahl von Optionen eingebaut, die das auch ermöglichen und weit über den mittlerweile standardmäßigen Rot/Grün Schwäche-Schalter hinausgehen. Bei Gelegenheit solltet ihr einen Blick in diese Optionen werfen. Es ist einer der Pluspunkte des Spiels.

[ Review verfasst von Andy ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Die zweite Meinung:

„Rift Apart“ ist im Grunde das, was man von einem Ratchet & Clank-Abenteuer erwartet. Action gepaart mit Erkundungen, lustigen Charakteren, bombastischer Grafik und verschiedenen Planeten, die man bereisen darf. Rivet sorgt tatsächlich für ein wenig frischen Wind – die „Riss-Problematik“ bleibt für meinen Geschmack jedoch hinter den vollmundigen Ankündigungen zurück. Die Dimensionsrisse sind vor allem ein Gimmick, nicht mehr und nicht weniger. Dementsprechend konservativ gibt sich auch der Rest. Spaß macht das Ganze natürlich trotzdem und stellenweise ist die Grafik (ich habe mit 60fps und voller 4K Auflösung gespielt) geradezu unglaublich. Weniger schön ist der geringe Umfang – für 80€ kann man schon etwas mehr erwarten - zumal die Serie ja für die vielen Nebenaufgaben bekannt ist. Hier verläuft das Abenteuer trotz einiger Planeten recht geradlinig. Demensprechend hat man wirklich nach 12 Stunden alles erledigt. Cooles Spiel – nur ich verorte den Titel eher im 40€ Segment.  

[ Kommentar verfasst von .ram ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Pluspunkte:

  • Das Next-Gen Gefühl
  • Gelungene und logische Handlung
  • Gunplay ist hervorragend

Minuspunkte:

  • Leider nach 10-12 Stunden zu Ende
  • Ein paar deutsche Sprecher unpassend gewählt
  • Sprungpassagen geraten noch weiter in den Hintergrund



Infos zum Spiel
NameRatchet & Clank: Rift Apart
SystemPlayStation 5
PublisherSony
EntwicklerInsomniac Games
GenreJump'n Run
USKab 12 Jahren
PEGI7+
Preis69,99 €
Release
 11.06.2021
 11.06.2021
 11.06.2021
Spielerzahl1
SpracheDeutsch
Englisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online spielbarNein
Online FunktionenJa
Speicherbedarf50 GB
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
Ratchet & Clank: Rift Apart
Gameplay
9.0
Atmosphäre
9.0
Grafik
9.0
Sound
9.0
Spielspass
9.0

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