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Monster of the Deep: Final Fantasy XV
7. März 2018

 

Das Angeln zählte im Rollenspiel “Final Fantasy XV” zu den wohl umfangreichsten Nebenbeschäftigungen und wurde in ein nettes Minispiel integriert. Es war spaßig, nicht zu simpel und man konnte Stunden damit verbringen. Also warum nicht ein eigenes Spiel daraus machen? Und dann am besten noch in tollen VR! Das dachte sich wohl auch Square Enix und “Monster of the Deep” war geboren.

“Der Fisch, den man fängt, ist immer der größte.”

Nachdem man den netten Titelscreen hinter sich gelassen hat, landet man nach einem schier endlosen Ladescreen im Tutorial, wo man alles über den Gebrauch des Sonars (zum Aufspüren der Fische) und der Angel erlernt. Schon jetzt fällt auf, dass sich Square Enix sehr um eine hübsche Grafik bemüht hat, denn die Vegetation ist in VR recht beeindruckend und wartet mit vielen Details, sowie kleinen und großen Getier auf. Spielt man mit den beiden Move Controllern, passiert anfangs jedoch nicht viel, da es schier unmöglich erscheint die Angel korrekt auszuwerfen. Klappt es schließlich doch mal, landet der Köder meist nie dort, wo er eigentlich hinsollte. Sprich, das Tracking ist wirklich schlecht und ich hatte das ganze Spiel damit zu kämpfen. Besser spielt es sich also mit dem normalen Dualshock Controller, was jedoch der Immersion wiederum nicht zuträglich ist, denn das eigentliche einholen der Angel macht mit den beiden Move Controllern schon Spaß und ist besser gelöst als in “Fisching Master”.

“Andere gehen zur Therapie, ich gehe zum Angeln”

Nach dem Tutorial landet ihr schließlich in einem Editor, wo es möglich ist, sich einen eigenen Charakter zurecht zu basteln. Der Editor ist angenehm umfangreich und kann im späteren Verlauf um einige Accessoires erweitert werden. Hatte ich eigentlich schon die Ladezeiten erwähnt? Man sind die lang, aber es ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, den der nächste Dämpfer neben dem Tracking und den Ladezeiten folgt prompt. Egal ob es an der Faulheit oder Kosteneinsparung von Square Enix liegt, es ist an Dreistigkeit fast nicht zu überbieten. Was nun folgt ist sozusagen das Intro des Spiels, welches nur im Cinema Mode vor einem abläuft. In 2D! Und das nicht einmal in einer Rendersequenz. Nein, in Spielegrafik … in 2D! Hinzu kommt, dass es neben der japanischen und englischen Sprachausgabe nur englische Untertitel gibt. Das aber nur nebenbei. Anschließend switcht man wieder zurück in den VR Mode und landet in einem atmosphärischen Setting und spielt das Intro sozusagen weiter. Nachdem uns hier ein beeindruckender Monsterfisch platt gemacht hat, geht es allerdings wieder zurück in den Cinema Mode, für sage und schreibe 30 Sekunden, nur um dann wieder in den VR Modus zu schalten. Um den Schock über die schlechte Präsentation etwas entgegen zu wirken, verwendet Square Enix einen einfachen Kniff, der zumindest beim männlichen Geschlecht Wirkung zeigt. Man zeigt uns Möpse! Und zwar die von Cindy, die uns ihre beiden Freunde ungeniert entgegenstreckt und uns wieder auf die Beine hilft. Hach, ich liebe VR! Nachdem wir wieder etwas runtergekommen sind, geht es nach einer Ladepause zurück in den Cinema Mode, welcher uns einige der zukünftigen Locations zeigt. Ihr seht schon, man könnte dieses Spiel endlos weiterführen, aber gut jetzt, es sollte zu jedem durchgedrungen sein, dass die Story (also das bisschen Geplapper, was uns Square Enix als Story verkaufen will) nur anhand der 2D Videos und langer Ladezeiten erzählt wird. Da hat man schon Final Fantasy in der Hinterhand und macht nichts daraus. War da jemand auf das schnelle Geld aus?

“Kleine Angler haben den Vorteil, der Fisch wirkt größer, wenn sie fotografiert werden.”

Im Story Modus gilt es nun sieben Locations zu besuchen, um dort ein paar Fische an Land zu ziehen. Man bewegt sich mittels Teleportation (Motion Sickness ist hier ein Fremdwort) um das Gewässer herum und wirft an einem der markierten Punkte die Angel aus. Hat man endlich den Köder ungefähr dort platziert, wo man ihn haben möchte, zieht und wackelt man so lange an der Leine, bis einer anbeißt. Anschließend holt man mit wildem Gekurbel die Leine wieder ein und bewegt die Angel ab und an in die gewünschte Richtung, denn ganz ohne Kampf gibt sich der Fang nicht geschlagen. Dass alles funktioniert jedoch ohne großes taktisches Geschick, was die Angelei natürlich mit der Zeit recht eintönig macht. Leine einholen, Leine geben? Spielt alles keine Rolle. Als ob die Fische keinerlei Überlebenswillen haben. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, erscheint nach einer Handvoll gefangener Fische ein dicker Boss. Diesen muss man erst mittels Armbrust Schwächen, bevor er überhaupt auf die Idee kommt anzubeißen. Doch auch hier macht sicher schnell Langeweile breit, obwohl der Kampf dem Spieler Taktik vorgaukeln will, da ihr einfach nur mittels Dauerfeuer auf den Boss ballert. Ist der Energiebalken auf null, wirft man die Leine aus und die Sache hat sich erledigt. Spielerisch ist das ganze etwas anders umgesetzt als bei der Konkurrenz “Fishing Master”, jedoch genauso einschläfernd. Ein Level veranschlagt somit nur um die 15 bis höchstens 30 Minuten, kommt ganz drauf an, ob man sich etwas Zeit lässt, oder gleich am ersten Spot die Angel auswirft. Abseits der hübschen Grafik gibt es allerdings nicht zu erkunden und Geheimnisse machen sicher sehr rar. Ok, neben einem Chocobo zu stehen, ist in VR schon ziemlich cool! Abseits des Story Mode gibt es noch freies Angeln, einen Hunt Mode und einen Turnier Mode. Ersteres erklärt sich von selbst und bei letzterem gilt einfach nur, wer in einer bestimmten Zeit die meisten Fische an Land holt. Im Hunt Mode dagegen kann man Gil (die Währung aus FFXV) sammeln, um sich davon Klamotten, Köder und Angeln kaufen zu können. Dies ist allerdings ziemlich sinnlos, da ich zumindest “Monster of the Seep” mit der ersten zur Verfügung stehenden Angel inklusive Köder spielte. Das dürfte alles sagen. Klar, man kann damit vielleicht nicht jeden Fisch fangen, doch ist dies für den Fortlauf der Geschichte völlig irrelevant. Bei “Fishing Master” musste man zumindest neues Equipment kaufen, damit man weiter kommt.

“Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.”

Technisch kommen wie erwähnt die Locations wirklich wunderschön daher und bieten einen tollen Detailgrad. Auch die Charaktermodelle und Fische sehen sehr detailliert und scharf aus. So kann man natürlich auch die Fänge aus der Nähe begutachten und seinen Fang inkl. den erstellten Charakter fotografieren und damit dann vor seinen Freunden protzen. Doch es gibt auch einiges an Kritik. So sind die Proportionen ziemlich daneben und man fühlt sich wie ein Kleinkind. Schon allein der Tisch in der Hütte geht einem gefühlt bis zum Hals. Sitzt man im Auto, muss man ebenfalls immer wieder den Reset Button betätigen, damit es nicht gar so unproportioniert ausschaut. Da das Tracking zudem sehr zu wünschen übriglässt, blickt man immer mal wieder in den eigenen Körper, bzw. steht dieser neben uns. Auch die Hände und Arme verziehen sich. Hinzu kommt, dass die Schrift viel zu nah ist und man ständig mit dem Kopf wackeln muss, will man den mitlesen. Hatte ich schon erwähnt, dass die Story einem nur im Cinema Mode dargeboten wird? Nein? Dann wisst ihr es jetzt. Musikalisch gibt es dagegen nicht viel zu beanstanden und ist Final Fantasy üblich sehr schön geworden und lässt so etwas wie Atmosphäre aufkommen.

FAZIT:

Nachdem schon “Fishing Master” ein eher dröger Versuch war, den Angelsport ordentlich in die virtuelle Welt zu bringen, scheitert auch Square Enix rigoros! Zwar sind die einzelnen Locations wirklich hübsch anzusehen und man kann um die Dümpel etwas herumwandern, doch ist das eigentliche Gameplay auf eine andere Art genauso langweilig und ermüdend wie bei der Konkurrenz. Und ja, ich komme erneut zurück auf die “Get Bass” Reihe aus den 1990er, wo die Fische noch Überlebenswillen zeigten und es einem wirklich wie ein Kampf vorkam. Und wer bitte schön erzählt in einem VR Spiel die Geschichte auf einer 2D Leinwand? Der Verantwortliche sollte mittels Betonschuh umgehend im nächsten Teich versenkt werden! Hinzu kommt ein schlechtes Tracking der Move Controller, was der ganzen Immersion natürlich ebenfalls nicht zuträglich ist. Selbst Final Fantasy Fans sollten hier nicht blind zugreifen.

[ Review verfasst von Shagy ]

[ Gespielt auf der PlayStation 4 Pro mit PlayStation VR und einem 1080p TV ]

Pluspunkte:

  • Hübsche Locations
  • Final Fantasy Setting
  • Der tiefe Ausschnitt von Cindy :-)

Minuspunkte:

  • Tracking sehr fehleranfällig
  • Eintönige Angelei ohne Herausforderung
  • Zwischensequenzen laufen im Cinema Mode



Infos zum Spiel
NameMonster of the Deep: Final Fantasy XV
SystemPlayStation 4
HerstellerSquare Enix
EntwicklerSquare Enix
GenreSimulation
USKab 6 Jahren
Preis29,99 €
Release
 21.11.2017
 21.11.2017
 21.11.2017
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
Japanisch
TexteEnglisch
Japanisch
Online FunktionenJa
Speicherbedarf9,47GB
720pJa
PlayStation MoveJa
PlayStation VRJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
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Screenshot Galerie
Monster of the Deep: Final Fantasy XV
Gameplay
5.0
Atmosphäre
5.0
Grafik
7.0
Sound
8.0
Spielspass
5.0
 

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