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13 Sentinels: Aegis Rim
16. Januar 2022

Beinahe in jedem PSN Sale findet sich dieses Spiel wieder. Wer sich dann im Internet weiter informiert, wird schnell feststellen, dass es sich hier um einen der Geheimtipps des Jahres 2020 handelt. Dem einen oder anderen wird auch der Entwickler namens Vanillaware etwas sagen. Das sind die kreativen Köpfe hinter „Dragons Crown“, das Spiel mit dem eigenwilligen Design (und der Magierin mit den tollsten Kurven). Aber Zauberinnen und Drachen werdet ihr hier nicht finden, sondern mächtige Kampfroboter und eine Geschichte mit dreizehn Hauptcharakteren!

Die Geschichte von 13 Helden

Bezüglich der Story werde ich mich hier nicht im Detail verlieren. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil, welcher euch immer weiter vorantreiben wird. Deswegen gibt es hier nur ein paar Umrisse der Ausgangssituation. Japan, wir schreiben das Jahr 1985. Die Schüler Kurabe, Fuyusaka und Amiguchi führen ein beschauliches Leben, werden jedoch immer wieder von Albträumen heimgesucht, in denen sie riesige Roboter steuern und außerirdische Wesen, genannt Daimos, bekämpfen. Das sind seltsame Träume, in denen alle drei Mitschüler immer denselben Angriff erleben. Auch plagen sie Visionen einer Zukunft, in dem ihre Heimatstadt zerstört ist. Schülerin Minami wird zwar nicht von Albträumen geplagt, findet jedoch einen liebenswerten kleinen Roboter, welcher durch die Zeit reisen kann. Als wäre das noch nicht genug, treiben sich seit Neuestem auch zwei Personen vor der Schule herum, welche aus dem Jahr 1945 stammen. Trotz all dieser unterschiedlichen Ausgangslagen verbindet sie eines, die Daimos und die Tatsache, dass sie Piloten von riesigen Robotern namens Sentinels sind.

Die Geschichte wird aus der Sicht der dreizehn Protagonisten erzählt. Jeder hat seine eigene abgeschlossene Handlung und beleuchtet Aspekte der anderen Personen. Damit man nicht vollkommen verloren ist, wurde die Handlung in verschiedene Kapitel unterteilt. So müssen bestimmte Szenarien und Missionsfortschritte erfüllt werden, um das nächste Kapitel einer Figur freizuschalten. Dadurch entsteht eine mehrfach verzweigte Handlung, welche durchaus verschiedene Enden aufzeigen kann. Dies scheint am ersten Moment sehr verwirrend, macht aber im Verlauf der Geschichte Sinn. Gut 25 Stunden lang wird man mit einem spannenden Abenteuer unterhalten, das alle Aspekte und Klischees der modernen Science-Fiction zu bieten hat. Das wurde jedoch bewusst vom Autor so gewählt und passt hervorragend in das Jahr 1985. Zu erwähnen ist ebenfalls, dass man anfangs von den vielen neuen Charakteren, spezifischen Wörtern und der nicht linearen Erzählweise erschlagen wird. Dem waren sich auch die Entwickler bewusst und bieten ein umfangreiches Archiv, in dem man jederzeit Ereignisse oder Infos über Personen usw. nachschlagen kann. Auch gibt es nach dem Beenden des Spiels eine Zeitleiste, welche die jeweiligen Kapitel und Handlungen chronologisch anordnet. Über das eigentliche Gameplay gibt es in diesem Punkt nicht viel zu sagen. „13 Sentinels: Aegis Rim“ spielt sich wie eine interaktive Geschichte. Oft reicht es aus, mit der Figur bestimmte Personen oder Orte aufzusuchen. Vereinzelt muss man auch in den Gedanken Verbindungen zu Orten, Fakten und Gegenständen herstellen. Aber das ist keine große Herausforderung. Das Augenmerk liegt hier auf der Geschichte. Mehr Gameplay bietet der andere große Schwerpunkt des Spiels, die Mecha-Kämpfe.

The Grid

Immer wieder werden die Helden gezwungen ihre Sentinels steuern. Wer sich jetzt erhofft, dass einem ein opulenter Mecha-Kampf aller „Pacific Rim“ erwartet, wird enttäuscht sein. Stattdessen gibt es eine digitale 3D Karte auf der ihr in Echtzeit ein kleines Mecha-Sympol bewegt. Doch zuvor gilt es die Auswahl der Piloten zu treffen. Jeder der 13 Charaktere verfügt über einen speziellen Sentinel, mit bestimmten Vor- und Nachteilen. Glücklicherweise steht in der Missionsbeschreibung, welche Gegner zu erwarten sind, dementsprechend stellt man seine Truppe aus Nah- und Fernkämpfern zusammen. Mit sechs Piloten darf man in den Kampf ziehen, der Rest bewacht das Terminal. Fällt dieses bzw. wird ein Sentinel zerstört, gilt die Mission als gescheitert. Jeder der sechs aktiven Angriffs-Mechas verfügt über Trefferpunkte und Angriffspunkte. Die Aufgabe ist es, ihn effektiv über das Schlachtfeld zu steuern und massiven Schaden bei den Gegnern zu verursachen. Da sich Bewaffnung und Fortbewegung unterscheiden, muss man geschickt überlegen, wer für den Angriff am Effektivsten ist. Setzt man auf Yukis Sentinel (kann fliegen), kann man sich schnell und frei bewegen. Dieser Typ setzt vor allem auf Flächenschaden und präzise Angriffe. Miuras Roboter kann sich nur langsamen entlang des Straßennetzes bewegen, bietet dafür aber eine mächtige Rail-Gun und Flächenbombardements, welche die ganze Karte abdecken. Zug für Zug setzt man seine Sentinels ein und dezimiert die heranrollenden Gegnerwellen. Wirkliche Taktiktiefe ala „X-Com“ wird hier nicht geboten, doch in höheren Schwierigkeitsgrad können die Kämpfe fordernd werden. Die Gegner punkten nicht nur durch Masse, sondern auch mit Schilden und Panzerung. So mancher EX-Gegner kann hier schon ein großes Hindernis darstellen. Damit man sich nicht nur auf dieselben sechs Piloten verlässt, muss man sie anfangs nach jedem dritten Kampf schonen. Dies ist der mentalen Anstrengung zur Steuerung der Mechas geschuldet, so die Spielerklärung. Jedoch werden die Piloten auch mit der Zeit stärker (dank der Erfahrung), was besondere Fähigkeiten freischaltet. Zudem lassen sich auch Waffen und Attribute der Sentinels erhöhen. Dadurch ist man der immer größer werdenden Schar von Daimos knapp voraus. Dieser Modus ist insgesamt ganz nett, dient aber vor allem dazu, etwas Abwechslung in den Story-Aspekt hineinzubringen. Zudem liefern die im Kampf geführten Gespräche den notwendigen Kontext über die Piloten und ihre jeweiligen Beziehungen. Wer hier auf den Geschmack gekommen ist, kann sich nach dem Beenden des Spieles auf einen Endlos-Modus freuen.

Endzeit-Stimmung in Orange

Auch wenn der Kampfmodus recht schlicht entworfen wurde, der Rest des Spieles ist es definitiv nicht. Seit „GrimGrimoire“ steht Vanillaware für bezaubernde und verspielte 2D Grafiken. Jedes ihrer Spiele hatte ein ansprechendes und unverkennbares Design. Bei „13 Sentinels: Aegis Rim“ haben sich die Japaner jedoch nochmals übertroffen. Das ist wohl der „Wärme“ geschuldet, welche jede Szene ausstrahlt. Es hat etwas Friedliches und Beruhigendes, wenn man sich durch diese, in orangenes Sonnenlicht getauchte, Welt bewegt. Außerdem vermittelt der Stil wunderbar das Gefühl im Japan des Jahres 1985 zu sein. Die Spielwelt wirkt eben sehr glaubhaft. Abgerundet wird die Optik durch die dreizehn verschiedenen Protagonisten. Die wurden nicht nur stimmig entworfen, sondern lassen sich auch gut unterscheiden. Es hilft natürlich, dass die Figuren liebevoll animiert wurden und kleine Eigenheiten aufweisen. Das visuelle Paket wird durch eine englische oder japanische Synchronisation ergänzt. Alle wichtigen Charaktere sind vollständig vertont, abgesehen von einigen wenigen Statisten, was der Atmosphäre aber keinen Abbruch tut. Zudem gibt es eine vollständige (und überaus gelungene) deutsche Untertitelung. Dadurch geht kein Detail der Geschichte verloren. Musikalisch unterstützt wird das Ganze durch Hitoshi Sakimoto (Komponist von „Final Fantasy XII“), welcher auch hier eine gelungene Arbeit abliefert. Im Kontext kann man dem Spiel auf technischer Seite also wenig vorwerfen. Dafür ist es in seiner Art zu sehr eine Visual Novel und auch der Taktik-Modus mag nicht mit coolen Effekten glänzen, läuft aber jederzeit sauber.

FAZIT:


Ich hatte dieses Spiel nicht auf meinem Radar, erst im Forum bin ich darauf gestoßen. Nachdem ich mir einige Videos angesehen habe, schlug ich zu und wurde nicht enttäuscht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war es übrigens verboten, die Handlung näher zu beleuchten und im Nachgang kann ich das auch verstehen. Zu viele Details und Erklärungen würden die Spannung für all diejenigen zerstören, die den Titel noch nicht kennen. Ich selbst habe auch eine Weile gebraucht, um in die Handlung einzutauchen. Denn anfangs fragt man sich schon, wie das alles zusammenpassen soll. Auch die zahlreichen Träume in anderen Zeitabschnitten ergeben zu Beginn kaum einen Sinn. Hat man jedoch eine gewisse Vorliebe für Science-Fiction, kann man sich in dieser Welt verlieren und wird mit einer spannenden und wendungsreichen Geschichte belohnt. Ich kann euch versprechen, dass hier kein Stein auf dem anderen bleibt und sich das Abenteuer in eine Richtung entwickelt, die man anfangs nicht erahnt. Schade ist nur, dass das spielerisch nicht gerade herausfordernd ist. Wenigstens sorgt der Mecha-Strategie Teil mit einer einfachen Handhabung für kurzweilige Unterhaltung, auch wenn das alle nicht wirklich schwer ist. Insgesamt wird man knapp 25 Stunden mit dem Spiel verbringen – zumindest, wenn man alles sehen will. Danach kann man sich nur noch den Endlos-Gefechten stellen, oder man beginnt die Geschichte von vorn. Der Titel findet sich mittlerweile regelmäßig bei Angeboten im PSN-Store wieder. Unterm Strich macht ein reduzierter Preis auch wirklich Sinn. Also gebt dem Spiel eine Chance und taucht in die Welt von „13 Sentinels: Aegis Rim“ ein!

[ Review verfasst von Andy ]

[ Gespielt auf der PlayStation 5 mit 4K TV ]

Die zweite Meinung:

Ich mag Vanillaware Spiele – Egal ob „Dragons Crown“, „Odins Sphere“ oder „GrimGrimoire“. Ich mag den genialen Zeichenstil und allgemein den Charme, der dabei versprüht wird. Bonuspunkte gibt es natürlich, wenn auch noch das Gameplay stimmt. Und hier habe ich ein Problem mit „13 Sentinels: Aegis Rim“ – es gibt einfach zu wenig davon. Ja klar, die Mecha-Kämpfe nerven nicht und machen sogar auch etwas Spaß, aber Tiefgang darf man davon nicht erwarten. Der Rest ist in der Tat eine Visual Novel. Viel Interaktivität oder gar Rätsel gibt es nicht. Immerhin, die Story ist gut, auch wenn sie – wie Andy auch schreibt, gerade anfangs recht verwirrend sein kann. Aber das wird noch. Kudos gibt es von mir für die sehr gute deutsche Übersetzung, ohne die ich mir so einen Titel auch nicht gegeben hätte. Wer auf gute Sci-Fi steht, kann einen Blick riskieren, aber insgesamt ist es für mich das schwächste Vanillaware Spiel.

[ Kommentar verfasst von .ram ]

Pluspunkte:

  • Spannende Geschichte
  • Liebevolle 2D Hintergründe
  • Kurzweiliger Taktik-Modus

Minuspunkte:

  • Handlung ist anfangs nicht durchschaubar
  • Gameplay bietet in keinem Modus Spieltiefe
  • Taktik-Modus äußerst schlicht 



Infos zum Spiel
Name13 Sentinels: Aegis Rim
SystemPlayStation 4
PublisherAtlus
EntwicklerVanillaware
GenreAdventure
USKab 12 Jahren
PEGI12+
Preis59,95 €
Release
 22.09.2020
 22.09.2021
 28.11.2019
Spielerzahl1
SpracheEnglisch
Japanisch
TexteDeutsch
Englisch
MehrspielermodusNein
Online FunktionenNein
Memorystick12GB
720pJa
1080pJa
PlayStation 4 ProJa
Videos
Thread im Forum
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Screenshot Galerie
13 Sentinels: Aegis Rim
Gameplay
6.0
Atmosphäre
9.0
Grafik
9.0
Sound
8.5
Spielspass
8.5
 

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