Gran Turismo 7 ist nach wie vor ein Dauerbrenner auf der PlayStation 4 bzw. 5: Erst kürzlich wurde der Verkauf von 100 Millionen Einheiten der gesamten Reihe gefeiert. Und so wie es aussieht, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch 2026 wird es kostenlose Updates geben, die neue Inhalte hinzufügen. Das ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass der Titel im März 2026 seit vier Jahren auf dem Markt ist. Deshalb haben wir uns entschlossen, dem Spiel noch einmal auf den Zahn zu fühlen. Was hat sich geändert, was ist besser geworden und welche Baustellen gibt es noch? Schließlich ist das nur fair, wenn man bedenkt, dass wir Gran Turismo 7 bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung einer Inspektion unterzogen (ONPSX Test) haben.
Updates gab es über die Zeit viele, allerdings nicht immer regelmäßig. Auch waren die Patches nicht immer prall mit neuen Inhalten gefüllt. Trotzdem gab es einen steten Fluss an Neuerungen. Neben der Weiterentwicklung der Sophy-KI, die aktuell im Grundspiel in der Version 2.1 enthalten ist (mit beschränktem Einsatzgebiet), gab es hier und da kleinere Verbesserungen (weitere Missionen oder zusätzliche Musik-Rallyes). Wir haben deshalb die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Bei all der Euphorie darf man aber nicht vergessen, dass nach wie vor einige Kritikpunkte vorhanden sind, die es auch schon zum Release gab (Roulette, schwache Karrierestruktur, Grinding für 20 Millionen Autos). Trotzdem ist das Geldverdienen mit der Zeit besser geworden, wenn auch nur durch die vielen Bonus-Aktionen während bestimmter Veranstaltungen oder zur Weihnachtszeit. Ich habe zumindest in den letzten E-Sports-Abstimmungen zweimal den Sieger richtig getippt und dadurch mehrere Millionen Credits geschenkt bekommen. Um alle Autos zu erspielen, hat es trotzdem eine ganze Zeit gedauert. War es das wert? Wahrscheinlich nicht, aber es ist immer noch besser, als tausendmal die gleichen zwei bis drei Rennveranstaltungen zu wiederholen.
Virtuelle Realitäten
Rund ein Jahr nach der Veröffentlichung erhielt das Spiel mit einem regulären Update Unterstützung für die PlayStation VR2-Brille. Wer mehr zu diesem Modus erfahren möchte, sollte unseren separaten Bericht dazu lesen. Bis heute zählt das Rennspiel zu den bekanntesten VR-Spielen. Fans dieser immersiven Darstellung kommen deswegen auch nicht um „Gran Turismo 7” herum. Der neue VR-Showroom hätte allerdings auch gerne auf normalen TVs umgesetzt werden können.
SPEC II
Im November 2023 erschien das SPEC II-Update. Neben sieben coolen Fahrzeugen (darunter keine Niete) bot es eine neue Strecke: Lake Louise, ein Offroad-Track im Schnee. Noch wichtiger waren jedoch 20 (!) neue Events und die wöchentlichen Herausforderungen. So etwas gab es bereits in Gran Turismo 6: Jede Woche wurden fünf neue Herausforderungen geboten, darunter typische Rennen aus den Weltstrecken, aber auch neue, einmalige Events. Für das Komplettieren gab es zusätzliche Belohnungen wie Credits, Motoren oder sogar Autos. Das erleichterte den Grind ungemein, der nötig war, um alle Fahrzeuge zu besitzen. Denn selbst von den 20 Millionen Fahrzeugen wurde zumindest später mit dem Mercedes W 196 R ’55 noch ein solches Unicorn hinzugefügt. Mit dem Update wurden außerdem Meisterlizenzen für noch anspruchsvollere Herausforderungen und ein 4-Spieler-Splitscreen-Modus auf der PS5 eingeführt. Zusätzliche Café-Menüs, aktualisierte Menüs und natürlich Scapes gab es auch. Vom Umfang her gab es im SPEC II-Update deutlich mehr Inhalt als im SPEC III-Update.
Coole Karren & fragwürdige Fahrzeuge
Über die Auswahl der Autos, die Polyphony Digital per Update ins Spiel gebracht hat, lässt sich streiten. Einerseits haben viele Kultfahrzeuge den Weg ins Spiel gefunden, andererseits gab es auch fragwürdige Entscheidungen, wie etwa die Aufnahme des Unimog. Letztlich fällt auf, wie „alt” der Fahrzeugbestand eigentlich ist. Viele Flitzer sind 2026 schon mehr als zehn Jahre alt, aktuelle Rennwagen und Straßenautos fehlen hingegen. Zudem haben viele Autos keine wirklichen Gegner im Feld bzw. die Events lassen es nicht zu. Mit dem Lexus LFA, Ferraris und einem aktuellen Porsche 911 GT3 sowie weiteren Maschinen wie dem DTM Audi RS5 wurden vor allem langjährige Fans belohnt. Elektroautos führen dagegen immer noch ein Schattendasein – es gibt nicht einmal eine eigene Rennserie – und an den Vision-GT-Autos scheiden sich nach wie vor die Geister. Dabei wurden die Konzepte realistischer und durchaus annehmbarer, wodurch auch neue Hersteller an Bord geholt werden konnten. Ich frage mich allerdings, wieso man bei Škoda und Opel nicht wenigstens ein richtiges Auto integriert hat. Aber immerhin: Auch die Japaner erkennen die Konkurrenz aus China an, weshalb Elektro-Sportler wie der Xiaomi SU7 Ultra oder der BYD Yangwang U9 folgen sollen. Trotzdem fehlen schmerzlich Audis RS-Modelle, der aktuelle Mustang oder Kompaktsportler wie der Hyundai i30 N sowie einige weitere Gruppe-1-Hypercars. Für mich waren die Kei-Cars eine große Überraschung. Mit einem Honda N-One RS bei strömendem Regen über die Nordschleife zu „heizen“, hat schon was. Bitte mehr davon.
PlayStation 5 Pro Support & mehr
Weitere Höhepunkte der Updates waren sicherlich das im Juli überarbeitete Physikmodell, das vor allem bei Offroad-Rennen deutlicher zum Tragen kommt, sowie das PS5-Pro-Update, das Ende November 2024 mit einiger Verspätung veröffentlicht wurde. Letzteres war anfangs nicht gerade das Gelbe vom Ei. Zuvor konnte man das Spiel ohne spezifische PS5-Pro-Anpassungen im Quality-Modus laufen lassen und erhielt im Gegensatz zur normalen PS5 eine stabile 60-fps-Framerate. Das eigentliche PS5-Pro-Update (Version 1.54) spendierte dem Spiel dagegen noch ein paar zusätzliche Optionen. Neben einem optionalen 8K-Modus gab es in dem Update auch verbesserte Rendertechniken bei Nutzung einer VR-Brille. Darüber hinaus wurde Ray-Tracing in verschiedenen Modi implementiert, wobei die Bildqualität bei solchen Features bis heute kriselig und verwaschen ist. Viel wichtiger war jedoch der Support für die PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR)-Technik. Damit läuft das Spiel im Prinzip mit einer wesentlich niedrigeren Auflösung, die durch die PSSR-Technik hochskaliert wird, sodass am Ende ein wesentlich feiner aufgelöstes Bild entsteht, ohne dass es zu Einbußen bei der Framerate kommt. Zumindest in der Theorie, denn praktisch war die Integration unter aller Sau: Das Ergebnis sah in den ersten Monaten grobschlächtig und niedrig aufgelöst aus, es gab viele Artefakte und regelrechtes Kantenflimmern bei feinen Linien, die vor allem diagonal verliefen (wie Stromleitungen). Allerdings hat sich das mit der Zeit wesentlich gebessert, sodass das Spiel mittlerweile besser aussieht als zum Start. Alles ist hochaufgelöst, viele Details sind jetzt auch in der Ferne perfekt erkennbar und die Cockpits/Autos sehen noch einmal ein Stück besser aus. Artefakte gibt es aber immer noch.
SPEC III
Das zweite große Update erschien Anfang Dezember 2025. Dabei muss man allerdings sagen, dass das Update nicht besonders groß war. Schließlich gab es das letzte reguläre Update im September, sodass die Inhalte von drei Monaten zusammengepackt wurden. Dementsprechend sind acht Fahrzeuge (unter anderem der aktuelle Ferrari 296 GTB und seine GT3-Rennausführung) nicht übertrieben viel, doch die zwei brandneuen Rennstrecken (Yas Marina und Circuit Gilles Villeneuve) machen vieles wieder wett. Der letzte reguläre Track wurde im Sommer 2024 veröffentlicht (Eiger Nordwand), sprich, es gab anderthalb Jahre lang nichts Neues, auf dem man Rennen fahren konnte. Während das SPEC-II-Update viele neue Events einführte, fällt die Bilanz beim SPEC-III-Update ernüchternd aus: Gerade einmal sieben zusätzliche Rennen gibt es. Besser sind dagegen der lang erwartete Datenerfasser zur Analyse der Rundenzeiten und das Anheben der Sammlerstufe auf Level 70, wodurch die unsäglichen Einladungen endlich dauerhaft freigeschaltet werden. Diese zu ergattern war ein Glücksspiel, da man sie nur beim Roulette gewinnen konnte, und dann waren sie auch noch befristet. Es tut gut, dass sich Polyphony Digital dieser Baustelle endlich angenommen hat. Trotzdem bleibt die Frage: Wieso gibt es kein Sammler-Level 100? Der Sprung von Stufe 50 zu 70 war für einen regulären Spieler schließlich keine Herausforderung. Die wöchentlichen Challenges wurden zudem überarbeitet und bieten neben Rennen auch Hot-Lap-Veranstaltungen oder Sektor-Aufgaben. Die zusätzlichen, zeitlich begrenzten Sammler-Menüs im Café sind dagegen wieder so eine merkwürdige Entscheidung – vor allem nach dieser langen Zeit. Ansonsten brachte das Update ein neues Museum und zusätzliche Scapes. Gerade das Museum finde ich ziemlich cool, jedoch wird dieses Feature eher stiefmütterlich behandelt. Viele Einträge sind nicht mehr aktuell – selbst der über Polyphony Digital enthält keinen Eintrag zur Veröffentlichung von GT7 – und bei manchen Herstellern wie Ford fehlt er immer noch. Ach ja, mit Dunlop gibt es außerdem einen neuen Reifen-Sponsor, der sich angeblich auch auf das Fahrverhalten auswirken soll, was man aber wahrscheinlich nur mit einem kompletten Sim-Rig wirklich bemerkt.
Power Pack DLC
Nach all der Zeit wird tatsächlich ein DLC veröffentlicht, für den man extra bezahlen muss. Mit knapp 30 € ist dieser zwar nicht gerade günstig, dafür bekommt man aber 50 Rennen in 20 Kategorien geboten. Hier stehen fokussierte Rennveranstaltungen auf dem Programm, inklusive Training, Qualifying und Rennen. Es gibt sogar Ausdauer-Rennen! Neue Autos sind nicht enthalten, es gibt lediglich eine Handvoll getunter Fahrzeuge als Belohnung. Der eigentliche Clou ist jedoch die Integration von Sophy 3.0, der Next-Generation-KI von Polyphony, welche die Rennen deutlich anspruchsvoller und fordernder macht. Deshalb ist der DLC auch nur für die PS5 erhältlich; PS4-Fahrer schauen sprichwörtlich in die Röhre. Dass es obendrauf noch fünf Millionen Ingame-Credits gibt, ist ein netter Bonus. Insgesamt ist es ein rundes Paket, das aber in erster Linie Enthusiasten anspricht – diese kommen jedoch voll und ganz auf ihre Kosten.
FAZIT:
Einerseits muss man Polyphony Digital dankbar sein, denn immerhin gab es bis zu diesem Zeitpunkt regelmäßig Updates. Diese beinhalteten neben neuen Autos und Strecken auch neue Features wie wöchentliche Herausforderungen, Motorentausch und eine Überarbeitung der Offroad-Fahrdynamik. Als Fan fragt man sich allerdings, warum das Anheben der Sammlerstufe und das damit einhergehende Freischalten von unlimitierten Einladungen für bestimmte Sportwagen ganze drei Jahre dauert. Dass man erst so spät einen kostenpflichtigen DLC anbietet, ist ebenfalls fragwürdig, aber immerhin bietet dieser mit Sophy 3.0 KI und echten Rennen inkl. Qualifizierungen einen fokussierten Mehrwert. Was mir dennoch irgendwie auf der Seele lastet: Obwohl es mit den aufwendigen GT-World-Veranstaltungen überall auf der Welt eine kompakte E-Sports-Liga und zahlreiche Kollaborationen und Bonus-Aktionen im Spiel gibt, fehlt irgendwie der direkte Draht zwischen Entwickler und Community. Was bleibt, ist ein gutes Rennspiel ohne wirkliche Konkurrenz, das über die Jahre hinweg besser geworden ist, aber dennoch so viel mehr hätte sein können.
[ Review verfasst von .ram ]
[ Gespielt auf einer PlayStation 5 Pro mit 4K HDR TV ]
Pluspunkte:
Mehr als drei Jahre Support mit neuen Inhalten und Verbesserungen
Perfekt mit dem DualSense spielbar
Power Pack DLC ist sein Geld wert, hätte aber gerne eher erscheinen können
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